Dieser Instagram-Account versucht Leuten beizubringen, wie man sich in der Natur verhält

Klar, ein Foto von einem offenen Lagerfeuer in der Wildnis ist toll – aber in einer waldbrandgefährdeten Region nicht angebracht.

Seesterne anzufassen ist zwar gut für die Likes auf Instagram, jedoch nicht für die Natur. Screenshots: Instagram/Big Sur Educates You

Big Sur ist eine der schönsten Gegenden in den USA. In Kalifornien gelegen, bietet der Landstreifen entlang des Highway 1 sowohl herrliche Strände als auch hohe und dicht bewaldete Berge. Jährlich reisen Tourist*innen aus aller Welt an, um die abwechslungsreiche Natur sowie Seelöwen, Seeotter oder Grauwale zu bestaunen. Leider verhalten sich dabei viele Reisende nicht gerade im Interesse der Natur.

Auf Instagram teilen Besucher*innen Erinnerungsfotos ihres Big-Sur-Trips. Die Bilder zeigen Lagerfeuer, gepflückte Blumen, Selfies in Blumenwiesen oder mit Seelöwen. Was die Urheber*innen anscheinend vergessen haben: Kalifornien ist eine von Waldbränden geplagte Region – Lagerfeuer sind nur mit einer speziellen Erlaubnis genehmigt. Die Wildblumen werden durch das Trampeln der Fotowütigen zerstört. Und Wildtiere freut die Anwesenheit von Menschen weniger, als dass sie die Tiere stresst.

Der Instagram-Account Big Sur Educates You hat es sich zur Mission gemacht, diese Rücksichtslosigkeit öffentlich anzuprangern. Darauf zu finden sind Screenshots der Urlaubsbilder, versehen mit Kommentaren wie „Bitte pflückt keine Wildblumen. Es zeigt anderen, dass das okay wäre“ oder „Bitte bleibt auf den Wegen. Zu den Stränden herunter zu klettern, ist gefährlich und illegal“.

Der Account Big Sur Educates You hieß ursprünglich Big Sur Hates You. Der*die User*in hinter dem Account entschied sich nach eigenen Angaben, den Namen zu ändern, um professioneller und freundlicher rüber zu kommen.

Wer hinter dem Account steckt, ist bislang nicht bekannt. Die Person bezeichnet sich selbst als „Einwohner*in, genervt von der ganzen Dummheit“. Bekannt ist, dass es in Big Sur seit Jahren Spannungen zwischen Einwohner*innen und Tourist*innen gibt.

Butch Kromland sagte der Zeitung Chron, dass dies nicht immer so gewesen sei. Etwa seit 2004 oder 2005 hätte das respektlose und unverantwortliche Verhalten der Besucher*innen zugenommen: „Die Grenze zwischen angebrachtem und unangebrachtem Verhalten ist weggeschmolzen. Ich glaube, das liegt auch daran, dass Dinge durch Social Media normalisiert werden.“

Kromland ist Initiator des sogenannten Big-Sur-Pledge. Dieses Gelöbnis beinhaltet acht Grundsätze, denen sich Besucher*innen verpflichten sollen, um die Umwelt zu schützen und die Sicherheit der Tourist*innen und Einwohner*innen zu garantieren. Zum Beispiel: „Ich hinterlasse keine Spuren, keinen Schaden und nehme nichts mit, was nicht mir gehört“.

Kromland kennt die Person hinter Big Sur Hates You. „Der Pledge ist die Karrotte, Big Sur Hates You der Stock“, sagt er. Er hofft, langfristig ändere sich das Verhalten der Besucher*innen.