Dieser neue Report zeigt, wie sehr die Menschheit der Tierwelt schadet

Die Umweltorganisation WWF und die Zoologische Gesellschaft London haben den diesjährigen Living Planet Report veröffentlicht. Er zeigt einen massiven Rückgang an Tierbeständen. Aber es gibt auch Hoffnung. 

Dieser neue Report zeigt, wie sehr die Menschheit der Tierwelt schadet

Könnte es laut Living Planet Report schon bald nicht mehr geben: das Rebhuhn. Foto: Sina Schuldt / dpa

Seit mehr als 40 Jahren nutzt die Menschheit mehr natürliche Ressourcen, als die Erde erneuern kann. 1,7 Ausgaben unseres Planeten bräuchten wir derzeit, um unseren Verbrauch zu decken. Der Earth Overshoot Day war dieses Jahr bereits am 1. August. Markiert wird mit der gleichnamigen Kampagne der Organisation Global Footprint Network der Tag des Jahres, an dem die Menschheit bereits mehr an Rohstoffen verbraucht hat, als auf der Erde an Ressourcen im Laufe des Jahres nachwachsen könnten.

„Keine Entwarnung. Leider.“ So heißt es daher auf der Webseite der Umweltschutzorganisation WWF, die den diesjährigen Living Planet Report vorstellt, der in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft London veröffentlicht wurde. Alle zwei Jahre soll hiermit auf Basis wissenschaftlicher Studien der ökologische Zustand der Erde sichtbar gemacht werden. Dazu wurden unter anderem 16.000 Populationen von 4.000 Tierarten untersucht. Und tatsächlich zeichnet sich ein Bild, das alles andere als erfreulich ist: So zeigt der Report einen Rückgang der Wirbeltierbestände um 60 Prozent allein zwischen 1970 und 2014. Dazu gehören Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien sowie Fische.

Der Bestand verringert sich derzeit jährlich um durchschnittlich zwei Prozent, betroffen davon sind unter anderem der Irawadidelfin, der hauptsächlich in asiatischen Küstenregionen lebt, oder das Rebhuhn. Im Frühjahr dieses Jahres verstarb außerdem in Kenia das männliche Breitmaulnashorn Sudan, das letzte seiner Art. Es gibt zwar laut WWF noch zwei Weibchen, die seien aber nicht fortpflanzungsfähig.

Gute Nachricht: Es gibt wieder mehr große Pandas

Die meisten Wirbeltiere starben in Süd- und Zentralamerika aus. Ihr Bestand sank dort in den vergangenen rund 50 Jahren um 89 Prozent. Die größte Bedrohung für die Tiere sei neben direkter Übernutzung durch Wilderei, nicht-nachhaltige Fischerei und Jagd, die Zerstörung ihres Lebensraum durch Stadtentwicklung, Infrastrukturen oder Umwandlung in Nutzflächen für die Landwirtschaft, etwa durch die Rodung von Wäldern, so WWF. In diesen sind 80 Prozent der landlebenden Tierarten zu Hause. Hinzu kommt die globale Umweltverschmutzung durch Ölkatastrophen oder Abwässer aus der Landwirtschaft.

Neben diesen schlechten Nachrichten lässt der Living Planet Report jedoch auch Hoffnung schöpfen: Buckelwale seien etwa bis zur Grenze gejagt worden. Doch nun gäbe es wieder Zehntausende von ihnen. Ebenso können wir uns darüber freuen, dass die Bestände an Berggorillas und großen Pandas stetig wachsen. Und wir alle können der Umweltverschmutzung und dem Negativtrend der schrumpfenden Tierpopulationen etwas entgegensetzen, heißt es: etwa indem wir auf Einmalplastik verzichten, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, konsequent zu recylen oder von Kohlestromanbietern fernbleiben.