Dieser Sprachatlas beweist, wie schön Dialekte in Baden-Württemberg sind

Im Südwesten wissen die Menschen schon längst, wie besonders ihr Dialekt ist. Die Uni Tübingen feiert die Sprachvielfalt in Baden-Württemberg jetzt mit einem interaktiven Projekt.

Ein schwäbischer Schäfer mit seiner Herde. Allein für das Wort "Schaf" gibt es zig Variationen: "Schauf", "Schäfle", "Schof" und viele mehr. © dpa

Die Menschen in Baden-Württemberg sind sich sicher: Nirgendwo in Deutschland sind die Dialekte so schön wie bei ihnen. Wie Sprachwissenschaftler*innen der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen jetzt zeigen, sind sie aber vor allem eines: vielfältig.

Ein Team der Uni hat hat 57 Mundartsprecher*innen im ganzen Bundesland besucht und sie interviewt. Die Aufnahmen gossen sie in den ersten sprechenden Sprachatlas für Baden-Württemberg.

So unterschiedlich sprechen die Menschen im Ländle

Dabei unterscheidet sich die Aussprache von Ort zu Ort teilweise so drastisch, dass der Wortursprung nicht mehr zu erkennen ist. In Mannheim sagt man zu „sich anziehen“ etwa ozieh‘, in Crailsheim auziacha, in Jungingen odoa und in Schwendi sogar eischleifa. Für Wörter wie Löwenzahn gibt es ganze 19 Varianten.

Wer sich durch die Karte der Tübinger Wissenschaftler*innen klickt, lernt zum Beispiel, in welchen Regionen welche Aussprache am häufigsten verwendet wird. Auch verschiedene grammatikalische Eigenheiten und Sprachgeschichte haben die Forschenden der Tübinger Uni aufgearbeitet. Das Projekt zeigt vor allem, wie unterschiedlich sich Sprache entwickeln kann.

Für Bayern gibt es so ein Projekt übrigens schon länger. Aber, wie etwa gewiefte Schwäb*innen sagen würden: Rutsch mr dr Buggl nondr, i bleib en meim Land.

Wir haben die Karte unten eingebettet, sollte sie nicht richtig angezeigt werden, ist sie hier auf der Website der Tübinger Uni zu finden.