Du brauchst mehr Follower*innen auf Instagram? Ab nach Skuleskogen!

Wer ausnahmsweise nicht nach Österreich zum Snowboarden fährt, kann dieses Jahr ein neues Abenteuer wagen: im fotogenen schwedischen Nationalpark Skuleskogen.

 

Wenn es eines gibt, wofür die Deutschen Schwed*innen beneiden, dann sind es ihre intakten, ja schon beinahe kitschig anmutenden Winter. Der 1984 eingerichtete Park Skuleskogen mit einer Gesamtfläche von 2.300 Hektar beherbergt eine atemberaubende Küstenregion am bottnischen Meerbusen, südlich von Örnsköldsvik.

1.200 Kilometer von Berlin und 420 Kilometer von Stockholm entfernt treffen seine Besucher*innen auf mystisches Flair und wunderschöne Natur. Dort können sie Aufnahmen wie die nachfolgenden machen, um ein wenig Farbe und Licht in den Urbanjungle aus Monsterapflanzen, Neonröhren und U-Bahnstationen zu bringen.

1. Motiv: Die Anfahrt

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Auch wenn es auf diesen zauberhaften Fotos von vereisten Straßen nicht so aussieht: Bei Außentemperaturen von bis zu -20 Grad sollte man auf jeden Fall auf Bergbesteigungsschuhwerk, Thermounterwäsche und dicke Handschuhe setzen und sich nicht von der Annahme blenden lassen, dass es schon irgendwie möglich sein wird, den Park trotz ein Meter hohen Schnees in herkömmlichen Stadt-Sneakern zu betreten.

Wildlife-Enthusiast*innen buchen am besten einen Flug nach Stockholm und dann einen Direktzug (für etwa 80 Euro pro Strecke) nach Örnsköldsvik. Von dort fährt man mit dem Mietauto eine halbe Stunde nach Docksta und Umgebung, wo Hostels, Hotels und AirBnB-Unterkünfte für etwa 40 Euro pro Nacht verfügbar sind.

Was deine Follower*innen denken werden: Hammer, diese Eisbäume! Aber ein bisschen verrückt muss die schon sein, wenn sie ausgerechnet im Winter wandern geht.

2. Motiv: Die Wanderwege

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Zugegeben: Ein bisschen mutig ist das Vorhaben bei eisigen Temperaturen schon. Weit und breit ist niemand zu sehen, auch auf dem Parkplatz steht kein einziges Auto. Gruselig. Der vor allem im Sommer beliebte Nationalpark verfügt über einen Nord-, West- und Südeingang, von dem aus über 30 Kilometer gut markierte Wanderwege über Berge, alte Wälder und Meeresküste führen.

Meist kommt man auch als Anfänger*in ohne Schneeschuhe gut voran. Da Besucher*innen im Winter selten sind, müssen die Wege teilweise selbst freigetreten werden. Im wahrsten Sinne des Wortes nichts für kalte Füße. Der Ausblick allerdings macht jeden Schnaufer auf dem Weg dahin wieder gut.

Was deine Follower*innen denken werden: Schwedisch ist eine wirklich niedliche Sprache.

3. Motiv: Strände im Winter

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Zu viel versprochen? Skuleskogen liegt in der Region Höga Kusten (die hohe Küste), die ihren Namen noch aus der Eiszeit hat. In der letzten Eiszeit war das Inlandseis dort am dicksten, wodurch das Land weit nach unten gedrückt lag. Erst nach dem Abschmelzen der Gletscher stieg das Land wieder auf und entwickelte durch Landhebung und Erosion seine einzigartige Kulisse aus felsigen Bergkuppen, Kiefernwäldern und Bergseen. Ein gefundenes Fressen für alle Botanik-Nerds.

Was deine Follower*innen denken werden: Wurde Beamen schon erfunden eigentlich?

4. Motiv: Kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten

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Auf dem Weg entlang der Küste zur kostenlosen Übernachtungsmöglichkeit im Wald kann es schon mal passieren, dass man auf Moore und Geröllhalden im Bereich des früheren Meeresspiegels stößt. In der Hütte gibt es Schlafplätze für vier Personen und eine kleine Kochstelle, die mit Holz betrieben wird.

Was deine Follower*innen denken werden: Gemütlich Wein in der Waldhütte trinken – will ich auch!

5. Motiv: Sonnenuntergang auf Bali mal anders

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Wer hier schnell drüber scrollt, könnte den Winterstrand von Skuleskogen glatt mit einem Urlaubsfoto aus Bali verwechseln. Das Land hebt sich pro Jahr immer noch um acht Millimeter und zählt seit 2000 zum Unesco-Weltnaturerbe.

Was deine Follower*innen denken werden: Neid, bitte friss mich.

6. Motiv: Meerblick

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Die Bucht Kälsviken kann vom Südeingang in etwa einer Stunde erreicht werden. Im Hintergrund sieht man den für die Region typischen Nebel, der die ganze Umgebung rund um Höga Kusten in eine fast schon surreale Wintermärchenlandschaft verwandelt, die selbst in Schweden ihresgleichen sucht.

Was deine Follower*innen denken werden: Kann sie ihr Smartphone bitte im Meer versenken, damit ich mir diese Schönheit nicht mehr täglich im Büro geben muss?

7. Motiv: Träume von der Zukunft

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Nördlich von Kälsviken liegt die Küstenpartie Bonäset, die zum Camp Näskebodarna führt. Dort angekommen ist jede*r deutsche Tourist*in erst mal dazu eingeladen, 500 verschiedene Fotos von den süßen, roten Hütten (auch Näskebodarna genannt) zu machen und auf einen freien Schlafplatz zu hoffen. Laut Einheimischen sind die Plätze im Sommer derart ausgebucht, dass Tourist*innen draußen oder auf dem Boden schlafen müssen. Im Winter sind die meisten der Hütten geschlossen. Falls man doch eine findet, die offen ist, wird mit Holz geheizt. Wildlife-Camper*innen vor, bitte!

Was deine Follower*innen denken werden: Hier zieh ich ein, wenn ich alt bin.

8. Motiv: Ein Blick über die Wälder

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Etwa einen Kilometer vom – übrigens am besten präparierten – Westeingang entfernt liegt die Erhöhung Långtjärnhällorna. Was ein Name, was für ein Ausblick. Gegen 14 Uhr geht die Sonne im Winter bereits wieder unter und bietet damit das perfekte Setting für eine Kussszene à la Jon Snow und Ygritte. Aber bitte nicht zu lange warten mit dem Knutschen. Niemand möchte in der Finsternis nach Hause stampfen.

Was deine Follower*innen denken werden: KISS KISS KISS KISS.