Dumm, faul, verfressen: Ein neues Buch über Trump enthüllt Details über seine Präsidentschaft

Journalist Michael Wolff schildert in seinem neuen Buch, dass Donald Trump nie wirklich Präsident werden wollte und was die Washington-Elite wirklich von ihm hält.

Trump ist fuchsteufelswild.

Trump ist fuchsteufelswild. © David Becker/Getty Images

Seit Freitag gibt es das neue Buch des Journalisten Michael Wolff zu kaufen. Sein Titel: Fire And Fury. Inside the Trump White House. Sein Inhalt: die Reise eines ruhmgeilen Unternehmers, der den Wahlkampf eigentlich bloß für eigene PR-Zwecke nutzen und nicht bis zum Ende kommen wollte und dann doch auf dem politischen Chefsessel landete. Der es wie durch ein Wunder trotzdem schaffte und nun keine Ahnung hat, was er tut. Der Washington mit seiner Unfähigkeit, Ahnungslosigkeit und Unprofessionalität auf den Kopf stellt.

Prekäre Details erhielt Wolff angeblich von Stephen Bannon, er war der Chefstratege in Trumps Administrationsteam, bevor er nach den ersten sieben Monaten rausgeworfen wurde. Es scheint, als hätte Bannon noch eine Rechnung offen. Laut Bannon war es Trumps eigentliches Ziel, die Präsidentschaftswahl zu verlieren, um anschließend den durch den Wahlkampf erreichten Bekanntheitsgrad für eigene, geschäftliche Zwecke zu nutzen. In Trumps Kopf war die Gleichung einfach: Mehr Ruhm bedeutet mehr Geld. Er selbst habe gesagt, dass er der bekannteste Mann der Welt sein kann.

[Außerdem auf ze.tt: Die zehn peinlichsten Momente aus einem Jahr Trump]

Auf 336 Seiten beschreibt Wolff dann all das, was Bannon und andere Quellen aus dem Weißen Haus über Trump preisgeben. Und sie verraten einiges. Trump würde sich kaum für das politische Tagesgeschäft interessieren. Nicht nur weiß er nichts, sondern er will auch nichts wissen. Er verdrehe die Augen, verlasse frühzeitig Treffen und starre lieber mit einem Cheeseburger auf dem Bauch vom Bett aus auf den Fernseher. Seine Frau Melania teile nicht mit ihm das Schlafzimmer, sondern habe ein eigenes. Darüber hinaus hasse sie das Leben als First Lady ohnehin.

Im Buch wird auch eine E-Mail eines anonymen Mitarbeiters im Weißen Haus zitiert, die angeblich die Meinung von Gary D. Cohn, Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates unter Trump, widerspiegele: „Es ist schlimmer, als man es sich vorstellen kann. Ein Idiot, der von Clowns umgeben ist. Trump will nichts lesen, nicht eine Seite. Er verlässt Meetings mit den weltweit wichtigsten Politikern, weil er gelangweilt ist.“

Im Buch steht weiter, dass Cohn und andere Berater*innen und Mitarbeiter*innen Trump hinter seinem Rücken „Idiot“ oder „dumm wie Dreck“ nennen würden. Thomas J. Barrack, ein Freund und Berater Trumps, wird sogar zitiert, wie er einem Kollegen erzähle: „Der Präsident ist nicht nur verrückt, er ist dumm.“

[Außerdem auf ze.tt: Dreimal dürft ihr raten, wie unbeliebt Trump wirklich ist]

Bannon selbst hat auch etwas über Trumps Familie zu sagen. Seine Tochter Ivanka sei „dumm wie ein Ziegelstein“ und nur auf Papas Erbe aus. Sie selbst wolle die erste Präsidentin der USA werden. Schwiegersohn Jared Kushner sei ein arrogantes, ahnungsloses Milchgesicht, das in Geldwäsche verwickelt sei, und wegen Donald Juniors verräterischer Taten müsse man sofort das FBI rufen.

 

Trump ist unterdessen seit den ersten Auszügen des Buches fuchsteufelswild und streitet alles mit aller Kraft ab. In einem Tweet schrieb er, dass Wolff niemals Zugang zum Weißen Haus gehabt hätte und seine Anfragen viele Male zurückgewiesen wurden. Der Inhalt seines Buches sei gefälscht, voller Lügen, Fehlinterpretationen und Quellen, die nicht existierten. Er habe nie mit Wolff gesprochen.

„Steve Bannon hat nichts mit meiner Präsidentschaft zu tun“, sagt Trump in einem Statement. „When he was fired, he not only lost his job, he lost his mind.“ Unterdessen ließ Sarah Huckabee Sanders, Pressesprecherin des Weißen Hauses, mitteilen, dass der Präsident rasend und angewidert sei. Bannons Attacken auf Trump und seine Familie seien verräterisch und unpatriotisch.

[Außerdem auf ze.tt: So reagieren Menschen auf Trump mit nur einem Gesichtsausdruck]

Trumps Anwälte schickten zeitgleich eine Unterlassungsaufforderung an Wolff und seinen Verleger Henry Holt & Co. Keine weitere Veröffentlichung, Freigabe oder Verbreitung des Buches, von Ausschnitten oder Zusammenfassungen seines Inhalts sei gestattet, ansonsten sei mit einer Klage zu rechnen. An Bannon ging ein ähnlicher Brief, der ihn der Verletzung einer Mitarbeitervereinbarung und der Diffamierung des Präsidenten bezichtigt.

Der Verlag ließ unterdessen mitteilen, dass er keine Pläne habe, die Veröffentlichung und Auslieferung des Buches zu stoppen. Bereits mehr als 250.000 Bücher wurden verschickt, der Verlag spricht von einer beispiellosen Nachfrage.