Ein 11-Jähriger fordert die Bewohner*innen von El Paso auf, 22 gute Taten zu vollbringen

Ruben Martinez fordert die Bewohner*innen unter dem Hashtag #elpasochallenge zu mehr Nächstenliebe auf, um die Getöteten des Attentats zu ehren.

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Ruben Martinez posiert für seine Challenge. Foto: Rose Gandarilla, Twitter / Collage: ze.tt

Nach den Attentaten in El Paso in Texas und Dayton in Ohio verschärft sich in den USA die Debatte um strengere Waffengesetze. Präsident Donald Trump steht derweil abermals in der Kritik, mit seinen Aussagen rechtsextreme Gewalttaten zu begünstigen. Um bei den Diskussionen nicht die getöteten Menschen zu vergessen, hat ein 11-Jähriger aus El Paso eine Social-Media-Kampagne zu ihren Ehren erdacht.

Unter dem Hashtag #elpasochallenge startete Ruben Martinez mit Unterstützung seiner Mutter Rose Gandarilla einen Aufruf für mehr Nächstenliebe. Der Junge aus El Paso fordert die Bewohner*innen der texanischen Stadt dazu auf, 22 gute Taten zu vollbringen und damit der Trauer, Wut und Angst, die seit dem Attentat am 3. August herrscht, entgegenzuwirken. Es sollen 22 gute Taten sein, weil in El Paso 22 Menschen von einem Schützen getötet wurden. Der Mann hatte bei der offenbar rassistisch motivierten Tat das Feuer in einem Walmart eröffnet.

Anstoß zu dieser Idee gab die eigene Angst von Ruben Martinez, der nach dem Attentat nicht mehr vor die Tür gehen wollte. Die Familie verbrachte daraufhin fast das gesamte Wochenende zu Hause, wie seine Mutter unter anderem CNN mitteilte. Um das Haus nicht mehr verlassen zu müssen, soll Ruben Martinez seine Mutter gebeten haben, einen Lieferdienst zu beauftragen, der die Familie mit allem Lebensnotwendigen versorgen solle.

#elpasochallenge: Ein Hashtag für mehr Nächstenliebe

Auf Rubens Nachfragen, was man tun könne, um zu helfen, gab Rose Gandarilla ihrem Sohn die Aufgabe, eine Möglichkeit zu finden, El Paso ein Stückchen besser zu machen. Daraus entstanden ist Rubens Challenge. Am 5. August postete Rose Gandarilla den Einfall ihres Sohnes, 20 zufällige gute Taten zu vollbringen, auf Facebook und Twitter.

Vom Rechnungbezahlen für eine*n Fremde*n über Blumen verschenken oder den Besuch in einem Pflegeheim – die Vorschläge des Jungen lassen Raum für Kreativität. Auch jemandem zu sagen, wie toll er*sie ist, sei eine Möglichkeit.

Über 4.000 Mal ist der Beitrag bereits geteilt worden und erhält viel Zuspruch: Die Schauspielerin und Influencerin Cara Santana etwa, gebürtig aus El Paso, forderte ihre 857.000 Follower*innen auf, an der Kampagne teilzunehmen und postete bereits erste Videos, bei denen sie selbst Müll aufsammelt und Rechnungen Fremder begleicht.

Auf Instagram posteten einige ihre guten Taten. Bilder von Notizzetteln, Blumen und Kleingeld für den Süßigkeitenautomaten zeigen das Engagement und setzen erste Zeichen in Sachen Nächstenliebe.