„Ein Symbol europäischer Kultur in Flammen“: Das sind die Reaktionen auf den Brand in Notre-Dame

Am Montag brach in der berühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris ein Brand aus. Die Beschädigung eines so bekannten europäischen Kulturguts beschäftigte viele Menschen auf der ganzen Welt.

Am Montagabend brach in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ein verheerender Brand aus.

Am Montagabend brach in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ein verheerender Brand aus. Foto: Veronique de Viguerie/Getty Images

Am gestrigen Montagabend war es laut in Paris. Feuerwehrfahrzeuge und Polizeiwägen rasten durch die französische Hauptstadt. Sirenen heulten durch die Straßen. Grund dafür war ein Feuer, das in der berühmten Kathedrale Notre-Dame ausgebrochen war.

Bislang ist nicht bekannt, was das Feuer ausgelöst hat. Auf dem Dach der Kirche stand ein Gerüst – eine Vermutung lautet, dass die Bauarbeiten den Brand verursacht haben könnten. Feuerwehrmenschen versuchten noch am Montagabend, bedeutende Kunstwerke aus den Flammen zu retten. Nach Angaben der Feuerwehr ist die Struktur der Kathedrale gerettet, damit könne sie „in ihrer Gesamtheit erhalten“ werden, so Jean-Claude Gallet, der Leiter der Einsatzkräfte. Der Brand ist mittlerweile unter Kontrolle.

Notre-Dame gilt als eine der frühesten gotischen Kirchengebäude in Frankreich. Beinahe 200 Jahre dauerte ihr Bau, der 1163 begonnen wurde. Seitdem gilt die Kathedrale, die sich auf der Seine-Insel Île de la Cité befindet, als eines der Wahrzeichen von Paris. Millionen von Tourist*innen besuchen den Bau jedes Jahr.

Noch in der Nacht versammelten sich Pariser*innen und Tourist*innen und sangen gemeinsam Ave Maria.

Doch nicht nur Französ*innen beschäftigte der Brand ihres Wahrzeichens – aus der ganzen Welt kamen Solidaritätsbekundungen und Trauer über das „Symbol europäischer Kultur“, das nun in Flammen stünde. So zum Beispiel vom deutschen Regierungsssprecher Steffen Seibert und der SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Katarina Barley:

Der französische Präsident Emmanuel Macron versprach, die Kathedrale bald wieder errichten zu wollen. Dazu soll es eine Spendenaktion geben. Die französische Unternehmerfamilie Pinault sicherte bereits 100 Millionen Euro zu. Auch die Unesco möchte finanziell beim Wiederaufbau helfen. Auf Twitter schrieb Macron, seine Gedanken seien bei allen Katholik*innen und Französ*innen.

Doch es gibt auch Twitter-Nutzende, die die Hysterie um den Brand nicht ganz nachvollziehen können:

Andere kritisieren, dass Europäer*innen über den Brand eines alten Gebäudes mehr trauern als über den Tod von Menschen im Mittelmeer.

Menschen aus der ganzen Welt teilen ihre Fotos, die sie von der Kirche geschossen haben – andere kritisieren dies als Urlaubsprahlerei.

Im Netz verbreiteten sich schon am Montagabend unzählige Verschwörungstheorien rund um den Brand. Eine davon: Es handele sich um einen terroristischen Anschlag. Dies wurde von der Polizei bislang ausgeschlossen. Es gibt keine Hinweise auf ein kriminelles Motiv. Trotzdem missbrauchten rechte Parteien und Organisationen den Brand für ihre Zwecke, so auch AfD-Politiker Björn Höcke.

Und natürlich hatte auch der wohl twitteraffinste Politiker etwas zu Notre-Dame zu sagen. US-Präsident Donald Trump schlug Frankreich vor, vielleicht fliegende Wassertanks zu benutzen, um den Brand zu löschen.