Erkennst du diese Gegenstände in Nahaufnahme?

Mithilfe der Makrofotografie macht der Künstler Pyanek kleine Dinge ganz groß – und erinnert uns daran, wie faszinierend unsere alltäglichen Gebrauchsgegenstände sind.

Ein Küchenschwamm, ein Teebeutel, ein Kugelschreiber sind Alltagsgegenstände, die eigentlich keine nennenswerten Besonderheiten haben. Wir kennen sie, wir wissen, wie sie funktionieren, wir benutzen sie. Sie gehören zu unserem Leben wie ein Blick in den Spiegel oder der notwendige Gang auf die Toilette. Achtlos zünden wir uns die nächste Zigarette an, tragen Lippenstift auf oder schieben uns beim Netflixen eine Handvoll Chips in den Mund. Wir wissen, wie das geht, wir haben es bereits tausendmal gemacht und werden es noch unzählige weitere Male tun. Was wir nicht wissen: All diese Gegenstände sind faszinierender, als wir denken.

Wenn man genau hinschaut, sind langweilige Dinge viel lebendiger und komplexer.

Pyanek

Unter dem Künstlernamen Pyanek zeigt David Portugheis aus Argentinien, warum das so ist. Für sein Projekt Amazing Worlds wählt er keine extravaganten Motive, sondern sucht sich belanglose Gegenstände aus seiner Umgebung. Er kramt in den Schubladen seines Schreibtischs, findet Klimbim in der Küche oder in vergessenen Kisten in der Abstellkammer. „Ich verwende einfach alle Dinge, die beliebig in der Wohnung herumliegen“, sagt er.

Aufnahmen außerhalb unseres Sehvermögens

In einem Youtube-Video entdeckte er, dass er seine normale Spiegelreflexkamera für die sogenannte Makrofotografie nutzen kann, indem er die Linse einfach umdreht. Für eine starke Vergrößerung reicht es, das Objektiv abzunehmen und verkehrt an die Kamera zu halten. Allerdings geht so jegliche elektronische Unterstützung verloren. Zum Scharfstellen musste sich Pyanek in millimetergroßen Schritten vor und zurück bewegen und so die richtige Entfernung finden. „Bei der kleinsten falschen Bewegung ist das Foto ruiniert. Ein gutes zu kriegen, kann zehn Minuten, manchmal aber auch mehrere Stunden dauern“, sagt der 32-Jährige.

So macht Pyanek es möglich, Dinge zu veranschaulichen, die außerhalb unseres üblichen Sehvermögens liegen. Stark vergrößert lassen sich Details entdecken, die das eigentliche Objekt fast schon entfremden. Ein Kartoffelchip wird dann ein in Bronze glänzendes Minigebirge, ein Lippenstift ein abstraktes Ölgemälde und eine Zigarette sieht von vorne aus wie eine Schüssel mit Süßkartoffelscheiben von oben.