Erstmals ist eine Frau an der Spitze der Wall Street – und das hat nur 226 Jahre gedauert

Zu Beginn ihrer Zeit an der Wall Street war Stacey Cunningham eine der wenigen Frauen unter tausenden von Männern. Jetzt leitet sie die Wertpapierbörse in New York.

Begann 1994 als Praktikantin an der NYSE: Stacey Cunningham.

Begann 1994 als Praktikantin an der NYSE: Stacey Cunningham. © JEWEL SAMAD/AFP/Getty Images

226 Jahre und 66 Präsidenten der New Yorker Börse hat es gedauert, bis die erste Frau an ihre Spitze treten konnte: Stacey Cunningham wurde zur ersten Präsidentin in der Geschichte der Wall Street ernannt, wie ein Sprecher des New York Stock Exchange (NYSE) am 22. Mai bekannt gab. Ihre Karriere begann die heute 43-Jährige 1994 als Praktikantin der NYSE. Seit 2015 war Cunningham Leiterin des operativen Geschäfts der Wertpapierbörse.

Zu Beginn ihrer Zeit an der Wall Street war sie eine der wenigen Frauen unter tausenden von Männern. Damals war die Damentoilette, so erzählt es Cunningham laut dem amerikanischen Magazin Fortune, eine ehemalige Telefonkabine – währenddessen hatten die Männer Badezimmer mit eigenen Sofas und einem eigenen Angestellten. Die studierte Ingenieurin musste sich also von Anfang an mit geschlechterspezifischer Diskriminierung rumschlagen.

Neue Zeiten an der Börse?

Spätestens mit ihrer Ernennung zur 67. Präsidentin ist klar: Cunningham hat sich durchgesetzt. Und ist damit in der ehemals männlich dominierten US-amerikanischen Börsenwelt nicht alleine. Bereits seit 2017 leitet Adena Friedman mit Nasdaq einer der anderen beiden wichtigsten Börsen des Landes. Die Finanzindustrie ist eine der meist kritisiertesten Bereiche der #Metoo-Bewegung. Mit immer mehr weiblichem Spitzenpersonal steigt auch die Hoffnung, dass sich dort endlich für Frauen auf allen Ebenen etwas ändert.


von Helen Hahne auf EDITION F

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