Erstmals nach 100 Jahren: Wie ein Fotograf einen afrikanischen schwarzen Leoparden entdeckte

Um seine Existenz auf dem afrikanischen Kontinent gab es viele Gerüchte, nun auch fotografische Beweise: Nach 100 Jahren gibt es erste Bilder eines schwarzen Leoparden.

Das erste Foto eines schwarzen Leoparden seit mehr als einem Jahrhundert – das ist einem britischen Wildtierfotografen gelungen. Der afrikanische schwarze Leopard, eine Sonderform seiner Art, ist eine extrem seltene Spezies, die vom Aussterben bedroht ist. Nur durch die schwarze Fellpigmentierung unterscheidet sie sich von anderen Leoparden. Dabei handelt es sich um Melanismus, das Gegenteil von Albinismus, der eine schwarze Haut- und Fellfarbe hervorruft. Diese seltene Genmutation macht den schwarzen Leoparden auf dem afrikanischen Kontinent, wo er hauptsächlich zu Hause ist, zu einer großen Ausnahme.

Das letzte Foto entstand 1909

Festgehalten wurden die Bilder von Will Burrard-Lucas. Am Montag wurden sie im Laikipia Wildniscamp im Zentrum von Kenia der Öffentlichkeit präsentiert. Hier war Burrard-Lucas auf die Einheimischen zugegangen, nachdem er von Gerüchten hörte, der schwarze Leopard sei in dieser Gegend gesichtet worden. In der Hoffnung, das Tier in der Nacht knipsen zu können, stellte er Kamerafallen mit drahtlosen Bewegungssensoren auf. Zunächst vergeblich.

„Ich schaute kurz auf die Ergebnisse der letzten Kamerafalle ohne große Erwartungen“, schreibt Burrard-Lucas in seinem englischsprachigen Blog. Als er wie die Tage zuvor die Fotos durchscrollte, sei ihm plötzlich der Atem gestockt: „Ein Paar Augen, das von lauter Schwarz umgeben ist: Ein schwarzer Leopard! Ich konnte es nicht glauben, dass sich mein Traum erfüllt hatte.“ Man habe immer wieder von der Existenz des schwarzen Leopards in Afrika gehört, so auch der Wissenschaftler Nicholas Pilfold vom zoologischen Forschungsinstitut in San Diego. Doch das letzte Foto, das dies bewies, sei zuletzt 1909 in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, aufgenommen worden.