„Excel-Kenntnisse: sehr gut“ – Mit diesen Lügen habt ihr eure Lebensläufe aufgepeppt

Ein geschmissenes Praktikum verschweigen, den Namen des Stipendiums verändern, Ehrenämter erfinden: So habt ihr bei euren Lebensläufen schon geschummelt.

Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in klingt einfach besser als Studi im Aushilfsjob. Sprachkenntnisse können subjektiv sein, wenn man es sich nur lange genug einredet, eine Sprache doch ganz gut sprechen zu können. Und Reisen ins Ausland oder Selbstfindung kommen bei zukünftigen Chef*innen vermutlich leider immer noch besser an, als ehrlich zu sagen, dass man unter Depressionen oder Angststörungen gelitten hat.

Wir alle sind im Leben ab und an mal nicht ganz ehrlich. Die einen mogeln mehr, die anderen weniger. Ein Lebenslauf ist im Grunde nicht anders als ein Onlinedatingprofil: Jede*r schummelt. Die Wahrheit hält zu Beginn schließlich auch kaum jemand aus, erstmal aneinander gewöhnen und dann schrittweise die Schwächen enttarnen.

Wir haben euch gefragt, mit welchen Lügen ihr euren Lebenslauf aufgepeppt habt:

Hast du schon mal ein Praktikum auf dem Papier verlängert oder dir eine Auslandserfahrung dazugemogelt? Erzähl uns für einen Artikel anonym deine Lebenslauflüge: http://bit.ly/2yRUZ4t

Gepostet von ze.tt am Montag, 12. August 2019

„Ich habe zwei Jahre lang so stark unter Depressionen und Angststörungen gelitten, dass ich nicht arbeiten konnte. In meinen Lebenslauf schrieb ich, dass ich im Ausland war.“

„Ich ’spreche‘ Spanisch. Naja. Hatte es drei Jahre im Schulunterricht. Aber was kann man dann schon.“

„Ich bin psychisch krank. Jahrelang war ich ehrlich, stieß auf Unverständnis und Absagen. Dann habe ich angefangen, meine Lücken im Lebenslauf mit längerer Arbeitsdauer oder Praktika aufzufüllen und abgebrochene Ausbildungen nicht anzugeben.“

„‚Gute Französischkenntnisse‘ – weil ich aber überhaupt nicht lügen kann, gestehe ich meist schon ungefragt beim Vorstellungsgespräch, dass mein Französisch ziemlich unterirdisch ist.“

Keine Lüge, mehr ein Schönfärben.

„Keine Lüge, mehr ein Schönfärben. Ich bin Stipendiatin bei einer Stiftung, in deren Namen das Wort ‚Wirtschaft‘ vorkommt. Bei den gewerkschaftlichen Organisationen, bei denen ich mich bewerben will, kommt das nicht gut an. Also habe ich den offiziellen Namen weggelassen und stattdessen den Namen des Gründers der Stiftung hingeschrieben. Dieser Name sagt den meisten Leuten nichts und sie sehen nur, oh wie schön, eine Stipendiatin.“

Als ich mich für einen Kellnerjob beworben habe, habe ich behauptet, schon zwei Jahre Erfahrung in einem erfundenen Restaurant zu haben.

„Ich hatte eine Stelle als Hilfswissenschaftler neben dem Studium, aber da ich genau die gleichen Tätigkeiten und Verantwortung wie die einer*s Wissenschaftlichen Mitarbeiter*in hatte, hab ich mich auf dem Lebenslauf auch so genannt. Wurde leider beim Vorstellungsgespräch dazu ausführlich befragt und auch enttarnt, habe die Stelle aber dennoch bekommen.“

„Ich habe ein Bachelorpraktikum herausgestrichen, da es bei einem großen Konzern für sechs Monate angedacht war, aber bereits nach 3 Wochen wieder beendet wurde. Danach habe ich ein neues Bachelorpraktikum ebenfalls bei einem großen Konzern für 5 Monate absolviert, das als einziges im Lebenslauf erscheint.“

Ich bin kein englischer Muttersprachler, ich habe es nur so verdammt gut gelernt, dass es mir jeder glaubt!

„In meinem Lebenslauf steht, dass ich während meiner Unizeit an zwei Universitäten der Ansprechpartner für Erstsemestrige und Erasmus-Studierende war. In all den Jahren wurde ich nur kein einziges Mal von meinen Schützlingen wegen einer Frage kontaktiert.“

Dass ich gerne mit Menschen arbeite.

„Ich lasse im Lebenslauf immer ein Semester Masterstudium weg. Hab nach einer Woche gemerkt, dass es nix wird mit uns und direkt abgebrochen und erst im nächsten Semester an einer anderen Uni wieder angefangen. Ist das überhaupt eine Lüge?“

„Ich hab ein Ehrenamt in meinem Lebenslauf angeführt, das ich so nie gemacht habe. Habe sogar eine Bescheinigung dafür. Ein Bekannter hat einen gemeinnützigen Verein gegründet. Die eigentliche ehrenamtliche Aufgabe, die ich übernehmen sollte, kam aus Mangel an Bedarf nicht zustande. Bescheinigt hat er es mir trotzdem.“

Nach zwei Jahren Spanisch in der Oberstufe ein Sprachniveau von B2. ¡Olé!

„Ich lüge regelmäßig über die Klassiker: IT- und Sprachkenntnisse. Natürlich kenne ich mich mit Html und Excel aus und hab nach zwei Jahren Spanisch in der Oberstufe ein Sprachniveau von B2. ¡Olé!“