Fahrradklima-Test: Wo Radfahren sich am gefährlichsten anfühlt

Fahrradfahrer*innen fühlen sich auf Deutschlands Straßen nicht sicher, das zeigt der Fahrradklima-Test des ADFC. Das Sicherheitsgefühl nimmt im Vergleich zum Vorjahr ab.

Fahrrad-Unfall-Kritik-Test-Umfrage

Ein symbolisch weiß angestrichenes Fahrrad zum Gedenken an das Opfer eines Verkehrsunfalls lehnt am 06.03.2016 an einem Geländer in der Südstadt in Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa | Verwendung weltweit

Radfahrer*innen fühlen sich in Deutschland immer unsicherer. Während es sich in Bremen (Ortsgrößenklasse größer als 500.000 Einwohner*innen) noch am besten radelt, bleibt Köln die fahrradunfreundlichste Großstadt. Das geht aus den aktuellsten Ergebnissen des Fahrradklima-Tests hervor, dessen Studien vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) erhoben werden. Das Resultat der Befragung des ADFC wurde heute Mittag in Berlin vorgestellt.

Etwa 170.000 Teilnehmer*innen beantworteten im Herbst 2018 32 Fragen rund um das Thema Fahrradfahren in Deutschland. Zum Beispiel: Werden Radwege von Falschparkenden freigehalten, wie ernst genommen und sicher fühlt man sich auf dem Rad und werden Radwege im Winter geräumt? Ziel des Tests ist es, Städte für Fahrradfahrende freundlicher und sicherer zu gestalten. Dabei sollen politische, soziale und verkehrsrechtliche Entscheidungsorgane hinterfragt und animiert werden.

Schon im Jahr 2016 war das Sicherheitsgefühl mit einer Durchschnittsnote von 3,9 nicht gerade berauschend, im aktuellen Test sieht es mit 4,2 noch schlechter aus. Laut dem Städtetest ist Karlsruhe im Vergleich aller Ortsgrößenklassen die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands. Mit dem Bau eines Fahrradparkhauses mit 600 Stellplätzen ging die Stadt im Sommer 2018 mit gutem Beispiel voran.

Wer Fahrrad fährt, will als Verkehrsteilnehmer*in ernstgenommen werden

Laut dem ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork wünschen sich die Radfahrer*innen bundesweit in erster Linie sichere Wege. Vor allem die dichten Überholmanöver von Autofahrer*innen und zu enge Radwege würden vermehrt für Gefahr- und Stresssituationen sorgen. Stork begrüße das Engagement für eine bessere Radinfrastruktur per Volksentscheid zahlreicher Menschen in den jeweiligen Städten, wünsche sich aber, dass die Bedingungen auch in der Realität auf der Straße verbessert würden. „Wir jubeln über jeden Meter geschützten Radweg in Berlin oder ausreichend breiten Radweg in Osnabrück“, erklärte er.

Durch Zusatzfragen rund um das Radfahren von Familien wurde zudem die Familienfreundlichkeit von Städten und Gemeinden bewertet, wie der ADFC berichtet. Viele Eltern bemängelten die schlechte Infrastruktur und Verkehrssicherheit für ihre Kinder. Die wenigsten der Umfrageteilnehmer*innen glauben daran, dass der Radverkehr künftig ganze Teile des Autoverkehrs ersetzen kann. In Deutschland nimmt die Radnutzung derzeit elf Prozent des gesamten Straßenverkehrs ein. In Holland beträgt der Anteil etwa 30 Prozent.