Flucht aus der DDR: „Ich hatte gegen die Soldaten keine Chance“

Teil 5 des Podcasts Von B nach B: Die 20-jährige Eike will in Ungarn durch die Donau in die Freiheit schwimmen. Doch sie wird gefasst, gefoltert und viele Jahre inhaftiert.

Teil 5 des Podcasts Von B nach B: Die 20-jährige Eike will in Ungarn durch die Donau in die Freiheit schwimmen. Doch sie wird gefasst, gefoltert und viele Jahre inhaftiert.

Eike hatte extra Neoprenanzüge in der DDR besorgt, um damit ihr Heimatland zu verlassen. Foto: Oliver Sjöström/ Unsplash CC0

Sie haben ausführlich über den Kalten Krieg diskutiert, „Goodbye, Lenin!“ geguckt und irgendwann brachte auch mal eine Lehrerin Spreewaldgurken mit. Viel wissen Nach-Mauerfall-Geborene nicht über die deutsche Teilung. ze.tt hat sechs Zeitzeug*innen besucht, die von Ost- nach Westberlin flüchteten. Ihre Geschichten sollen jungen Menschen in unserem Podcast zeigen, was es hieß, rüberzumachen.

Achtung: Dieser Podcast enthält Schilderungen sexuellen Missbrauchs.

Es ist 1976 und die Zwölfjährige Eike Radewahn sitzt mit ihrem Schulatlas auf dem Bett. Eike zeichnet den Weg nach, den sie nehmen wird: Er führt über die ostdeutsche Grenze bis nach Amerika. Dort lebt ihr Großvater, dort wäre sie frei.

Mit 20 und einem konkreten Plan in der Tasche, tritt sie mit zwei Freunden die Flucht über Ungarn an. Die Leistungssportlerin möchte die Donau durchschwimmen: „Ich hatte tolle Eltern und tolle Freunde, aber das war alles nichts gegen die Vorstellung, so abgegrenzt weiterleben zu müssen“, sagt sie heute.

Der Soldat schoss die ganze Zeit zwischen uns.

Eike Radewahn

Die Aufregung macht den Dreien einen Strich durch die Rechnung und sie werden gefasst. Das junge Mädchen überlebt physische und psychische Gewalt in ihrer Gefangenschaft und wird  im November 1985 freigekauft.
Hinweise für Menschen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind
Wer Opfer sexueller Gewalt geworden ist und Unterstützung sucht, kann sich beispielsweise an den Weißen Ring wenden. Täglich von 7 bis 22 Uhr können sich Menschen, die eine Straftat erlebt haben, bundesweit, kostenlos und anonym an die Berater*innen des Opfertelefons wenden, die Telefonnummer ist 116 006. Außerdem bietet der Weiße Ring eine ebenfalls kostenlose und anonyme Onlineberatung an.

24 Stunden erreichbar und ebenfalls anonym und kostenlos ist das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, Telefonnummer 08000 116 016.


Hier kannst du dir weitere Folgen des Podcasts anhören

ze.tt erzählt Geschichten über Ostdeutschland – abseits von Stasi und Neonazis. Mehr dazu findest du auf unserer Themenseite.