Flucht aus der DDR: „Ich musste mit einem Sack über dem Kopf durch Berlin fahren“

Teil 3 des Podcasts Von B nach B: Klaus Schulz-Ladegast wird als junger Mann von der Stasi verhaftet. Nach seiner Haft flieht er mit seiner Frau in einem umgebauten Handschuhfach nach Westberlin.

Podcast "Von B nach B" Teil 3: Klaus sitzt viele Jahre im Stasi-Gefängnis. Nach seiner Haft flieht er mit seiner Frau in einem umgebauten Handschuhfach nach Westberlin.

Ehemaliger Todesstreifen zwischen Bezirk Treptow und Neukölln. Foto: picture alliance/imageBROKER

Sie haben ausführlich über den Kalten Krieg diskutiert, „Goodbye, Lenin!“ geguckt und irgendwann brachte auch mal eine Lehrerin Spreewaldgurken mit. Viel wissen Nach-Mauerfall-Geborene nicht über die deutsche Teilung. ze.tt hat sechs Zeitzeug*innen besucht, die von Ost- nach Westberlin flüchteten. Ihre Geschichten sollen jungen Menschen in unserem Podcast zeigen, was es hieß, „rüberzumachen“.

Klaus Schulz-Ladegast wird 1941 während des Zweiten Weltkriegs in Berlin geboren. Er wächst im Osten der Stadt auf, reist aber vor dem Mauerbau viel zwischen dem Ost -und Westteil hin und her. Als er bei einer Reise in den Westen dem BND einen Kontakt zu einem Informanten vermittelt und dieser auffliegt, wird auch er verhaftet: „Statt meines Vaters stand da ein Stasi-Mann.“

Die Haftbedingungen waren so streng, dass Klaus davon krankhaften Schluckauf bekam, unter dem er bis heute leidet. Nach seiner Haft flieht der damals 26-Jährige mit seiner Ehefrau in einem umgebauten Handschuhfach eines PKWs nach Westberlin. Heute sagt Klaus Schulz-Lagegast: „Meine Welt ist nicht die West-Berliner Welt und die Ost-Berliner schon gar nicht.“


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ze.tt erzählt Geschichten über Ostdeutschland – abseits von Stasi und Neonazis. Mehr dazu findest du auf unserer Themenseite.