Flucht aus der DDR: „Lieber drüben in der Gosse, als hier im Trabant 601“

Teil 4 des Podcasts Von B nach B: Der Berliner Uwe wird in der DDR als Asozialer abgestempelt. Nach einer durchzechten Nacht versucht er, über den Berliner Invalidenfriedhof in den Westen zu flüchten.

Flucht aus der DDR: "Lieber drüben in der Gosse, als hier im Trabant 601"

Der Ostberliner Uwe T. wird in der DDR alkoholkrank und kurz nach der Wende obdachlos. Foto: CL. / photocase.de

Sie haben ausführlich über den Kalten Krieg diskutiert, „Goodbye, Lenin!“ geguckt und irgendwann brachte auch mal eine Lehrerin Spreewaldgurken mit. Viel wissen Nach-Mauerfall-Geborene nicht über die deutsche Teilung. ze.tt hat sechs Zeitzeug*innen besucht, die von Ost- nach Westberlin flüchteten. Ihre Geschichten sollen jungen Menschen in unserem Podcast zeigen, was es hieß, rüberzumachen.

Uwe wird 1959 wird als Sohn eines West-Berliners und einer Ost-Berlinerin in Mitte geboren. Er wächst im Osten der Stadt auf. Er schwänzt die Schule, schmeißt seine Ausbildung und wird, so erzählt er, offiziell als asozial erklärt.

Nach einer durchzechten Nacht versucht er, als 22-Jähriger in den Westen zu flüchten, wird aber erwischt. Uwe wird früh Alkoholiker und landet immer wieder im Knast. Nach der Wende wird er obdachlos, überwindet aber später seine Sucht und arbeitet heute als Stadtführer in Berlin. Für den Verein Querstadtein zeigt er Interessierten, was es heißt, auf der Straße zu schlafen.

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ze.tt erzählt Geschichten über Ostdeutschland – abseits von Stasi und Neonazis. Mehr dazu findest du auf unserer Themenseite.