Fünf Lektionen aus der Europawahl – in Karten

Welches EU-Land hatte die höchste Wahlbeteiligung, wo erhalten Sozialdemokrat*innen noch mehr als 30 Prozent und wie sähen Ergebnisse aus, wenn die unter 30-Jährigen in der Mehrheit wären? Fünf Fakten in Karten und Diagrammen.

Titel-Eu-Wahl

Wahlbeteiligung in drei ausgewählten Ländern. Foto: © Googlegifmaker

1. Europa interessiert wieder – außer in der Slowakei

Die Wahlbeteiligung war in diesem Jahr EU-weit höher als noch bei der vergangenen Wahl im Jahr 2014. Damals hatten bei der Wahl des Europäischen Parlaments nur gut 42 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung abgestimmt. Dieses Jahr waren es EU-weit gut 50 Prozent. Die höchste Wahlbeteiligung verzeichnete Belgien, die geringste die Slowakei.

 

2. Die Bastion der Sozialdemokratie ist die iberische Halbinsel

Für Sozialdemokrat*innen in der EU waren die jüngsten Wahlen eher unerfreulich. Auch in Deutschland verlor die Partei im Vergleich zu den Wahlen vor fünf Jahren mehr als 10 Prozentpunkte. Mehr als 30 Prozent gab es lediglich auf Malta, in Portugal oder Spanien. Warum es Populist*innen auf der iberischen Halbinsel schwerer haben als anderswo, erklärt Tessa in diesem Text.

3. Die Jungen in Deutschland wählen Grün – CDU/CSU sind die Senior*innenparteien

In Deutschland zeigen Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen, dass sich das Wahlverhalten der Jungen und Alten voneinander unterscheidet. Die Jungen wählten überwiegend Grün – und die Alten die Parteien der Großen Koalition, SPD und CDU/CSU. Bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 waren die Grünen noch viertstärkste Partei bei den unter 30-Jährigen – hinter Union, SPD und FDP.

4. Die Arbeiter*innen wählen nicht mehr überwiegend die SPD

Interessant ist außerdem, welche Berufsgruppen sich für welche Parteien entschieden haben. Arbeiter*innen entschieden sich eher für die Union und die AfD als für die ehemalige Arbeiter*innenpartei SPD – bei der Bundestagswahl 2017 lag die SPD noch vor der AfD.

Arbeiter*innen sind auch die einzige Berufsgruppe, bei der die Grünen geringe Erfolge erzielen – bei Angestellten, Beamt*innen und Selbstständigen sind sie die beliebteste Partei nach der Union. Bei der Bundestagswahl lag die SPD bei Angestellten und Beamt*innen noch auf dem zweiten Platz, bei den Selbstständigen schnitt die FDP nach der Union am besten ab.

5. Die Grünen sind eine Akademiker*innenpartei

Die Grünen sind besonders beliebt bei Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen – mit Abitur oder einem abgeschlossenen Studium. Da liegt die Umweltpartei sogar noch vor der Union. Diese wurde insbesondere von Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen gewählt. Bei Menschen mit Mittlerer Reife liegen AfD und SPD gleichauf hinter Union und Grünen, bei Menschen mit Hauptschulabschluss liegt die SPD vor AfD und Grünen, jedoch hinter der Union