Getrocknete Kuhfladen, Menstruationstassen, Binden – So vielfältig sind Hygieneprodukte weltweit

Die Non-Profit-Organisation WaterAid setzt sich weltweit dafür ein, dass Menschen Zugang zu sauberem Wasser, Toiletten und Hygieneprodukten haben. In einer Fotoserie zeigt sie, wie Menschen weltweit mit ihrer Menstruation umgehen.

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Wiederverwendbare Binden, Menstruationstassen, Stoffreste – Frauen verwenden während ihrer Periode verschiedene Materialen. Fotos: Foto: WaterAid/Priya Sippy/Mani Karmacharya

Jeden Monat haben Milliarden von Menschen mit Uteri ihre Periode. Während dieser durchschnittlich fünf Tage im Monat ist der Zugang zu Toiletten und Hygieneartikeln für menstruierende Menschen essenziell. Ist beides nicht garantiert, bedeutet das häufig, dass Betroffene aus Schamgefühl während dieser Zeit zu Hause bleiben, statt in die Schule, die Universität oder die Arbeit zu gehen. Das mindert wiederum ihre Chancen auf gute Bildung, gute Jobs, ein gutes Leben.

Der Zugang zu Tampons, Binden oder anderen Menstruationsprodukten ist nach wie vor ein Privileg, das kostet. In Deutschland werden Hygieneartikel bis heute mit einem Steuersatz von 19 Prozent besteuert – statt dem ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent, der für Güter des lebensnotwendigen Bedarfs erhoben wird. Um das zu ändern, haben Aktivist*innen eine Petition gestartet, die sich an den Bundestag richtet: „Die Periode ist kein Luxus – senken Sie die Tamponsteuer!“ In anderen Ländern ist man bereits weiter: In Kenia, Kanada, Irland und Indien sind Frauenhygieneartikel steuerfrei erhältlich. Andere Staaten, wie Frankreich und Großbritannien, haben die Steuer auf die Produkte deutlich gesenkt.

Auch der Zugang zu Toiletten ist keine Selbstverständlichkeit. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben vier Milliarden Menschen keinen Zugang zu hygienischen Toiletten. Die Non-Profit-Organisation WaterAid schreibt, dass eine von zehn Personen kein sauberes Wasser zu Hause hätte, eine von vier Personen keine eigene Toilette. Auch Deutschland ist von dem Problem betroffen: So gibt es beispielsweise nur wenige Toiletten für Menschen, die obdachlos sind. Auch Menschen mit körperlichen Behinderungen, chronischen Gesundheitsproblemen oder schlicht ältere Menschen zögen es oft vor, zu Hause zu bleiben, weil sie nicht riskieren möchten, keine Toiletten zu finden, die ihren Bedürfnissen entsprechen, berichtet ZEIT ONLINE.

WaterAid fordert Zugang zu Wasser und Hygieneartikeln

Die Non-Profit-Organisation WaterAid setzt sich weltweit dafür ein, dass Menschen Zugang zu sauberem Wasser, Toiletten und Hygieneprodukten bekommen. „Keine Frau und kein Mädchen sollte mit ihrer Periode ohne Zugang zu einem Hygieneprodukt ihrer Wahl umgehen müssen“, fordert die Organisation. Regierungen müssten dafür sorgen, dass dieser Zugang möglich ist. „Frauen brauchen mindestens den Zugang zu sauberem Wasser, um sich und wiederverwendbare Hygieneprodukte waschen zu können, Toiletten, die ihnen Privatsphäre gewähren, angemessene Hygieneprodukte und Entsorgungsmöglichkeiten.“

Um darauf aufmerksam zu machen, dass dieser Zugang in vielen Ländern nicht gegeben ist, veröffentlichte die Organisation eine Fotostrecke, die zeigt, wie Frauen weltweit mit ihrer Menstruation umgehen – und wie erfinderisch sie dabei sind:

Außerdem auf ze.tt: Keinen Bock mehr auf Tampons? Das sind nachhaltigen Alternativen