Golden Globes 2019: Diese Filme solltest du gesehen haben

Du musst nicht alle nominierten und ausgezeichneten Filme der Golden Globes 2019 kennen. Aber um ein paar Geschichten, die mit Sinnlichkeit, Emanzipation und Persönlichkeit punkten, solltest du keinen Bogen machen.

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Die Golden Globes 2019 hatten es in sich. Foto: Netflix, Embankment Films, Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH, Universal Pictures International France

Die Golden Globes 2019 sind zwar passé, die nominierten und ausgezeichneten Filme kann man sich aber natürlich nach wie vor ansehen. Und darunter gibt es einige, die man unbedingt gucken sollte, weil sie helfen, Diversität und Repräsentation aus der Nische immer stärker in den Mainstream zu rücken. Hier kommen sieben Empfehlungen:

Die Frau des Nobelpreisträgers  Drama, 2018

Joan Castleman und Eheman Joe sitzen im Flieger nach Skandinavien. Während er in Stockholm den Literatur-Nobelpreis entgegennehmen soll, erwartet sie der Helsinki-Buchpreis in Finnland. Im Flugzeug lässt Joan die gemeinsame Zeit mit Joe Revue passieren. Die zweite Geige möchte sie nicht mehr spielen. Glenn Close spielte Die Frau des Nobelpreisträgers so hervorragend, dass sie in der Kategorie „Weibliche Hauptrolle“ sogar Lady Gaga (A Star Is Born) bei den Golden Globes ausstach, die zuvor als Favoritin gehandelt wurde. Die schwedisch-amerikanische Produktion bleibt unaufgeregt inszeniert, fesselt allerdings mit ihrer Story bis zum Schluss.

Green Book – Drama, 2018

Mahershala Ali machte 2017 im Kassenschlager Moonlight auf seine Schauspielkünste aufmerksam. In Green Book überzeugt er an der Seite von Viggo Mortensen als der talentierte Klassik-Pianist Dr. Don Shirley. Shirley begibt sich im Jahr 1962 auf eine US-Tournee. Zwischen ihm und seinem Fahrer, dem Italo-Amerikaner und Gelegenheitsjobber Tony Lip (Mortensen) entwickelt sich eine innige Freundschaft.

Bohemian Rhapsody Biopic, 2018

„Is this the real life? Is this just fantasy? Caught in a landslide, No escape from reality, Open your eyes, Look up to the skies and see, I’m just a poor boy, I need no sympathy, Because I’m easy come, easy go, Little high, little low, Any way the wind blows doesn’t really matter to me, to me“: So gewaltig wie diese Lyrics klingen, kommt auch das kurzweilige Queen-Biopic daher. Bohemian Rhapsody bebildert Aufstieg und Fall von Gesangsikone Freddie Mercury, der 1991 an den Folgen einer HIV-Infektion verstarb. Rami Malek wurde für die Hauptrolle im Filmdrama des Jahres 2019 bei den Golden Globes zum besten Hauptdarsteller gekürt.

Roma – Drama, 2018

Zu Recht wurde Alfonso Cuaróns mexikanisches 70er-Jahre-Drama von den Juror*innen zum besten fremdsprachigen Film gewählt. In 135 Minuten verbaut der Regisseur seine Kindheitserinnerungen an Mexiko-Stadt in der Perspektive eines Haus- und Kindermädchens. Für das dazugehörige Setdesign ließ Cuarón das Haus aus seiner Kindheit sogar nachbauen. Als Zuschauer*in erfährst du durch diese Detailverliebtheit, wie der Filmemacher in der Mittelschicht aufwuchs. Außerdem zeigt sich der Streifen solidarisch gegenüber indigenen Frauen.

If Beale Street Could Talk – Drama, 2018

James Baldwin hatte es drauf – so viel ist klar. Der US-amerikanische Autor galt als Koryphäe, wenn es darum ging, Schwarzer und sexueller Identität mit Worten Ausdruck zu verleihen. Mit If Beale Street Could Talk erschien im vergangenen Jahr erstmalig eine englischsprachige Filmadaption. Erzählt wird die Story von dem Liebespaar Fonny und Tish. Fonny wird trotz seines wasserdichten Alibis beschuldigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Nachdem der 22-Jährige hinter Gittern landet, erzählt ihm Tish von ihrer Schwangerschaft. Es gilt, Fannys Unschuld zu beweisen. Adele Romanski ist die Erfolgsgarantin für diesen Film. Wie schon beim Oscarhit Moonlight steckt die Produzentin auch diesmal hinter dem fertigen Werk. Regina King wurde zudem zur besten Nebendarstellerin gekrönt.

Spider-Man: A New Universe – Animationsfilm, 2018

Wer behauptet eigentlich, dass es nur einen Spiderman geben darf? Und wieso muss dieser zwangsläufig weiß, männlich und ein Mensch im Spinnenkostüm sein? Dass es auch anders geht, haben die Regisseure Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman 2018 eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Miles Morales ist der Sohn einer Latina und eines Schwarzen Vaters. Missmutig schleppt sich der 15-Jährige täglich auf ein Internat. Vielmehr hätte er Lust, U-Bahnhöfe zu besprayen. Als er von einer Spinne gebissen wird, entdeckt er neue Fähigkeiten und Weggefährt*innen. Wenig überraschend sahnten die Spider-Men den Award für den besten Animationsfilm ab.

BlacKkKlansman – Drama, 2018

Auch für BlacKkKlansman gab es bei den Golden Globes keinen Blumentopf zu gewinnen. Dabei zelebriert der Film Schwarze Kultur und zeigt, unter welchen Umständen sie von dem rassistischen Geheimbund Ku-Klux-Klan unterdrückt wurde.

Black Panther Science-Fiction-Actionfilm, 2018

Auch wenn die Macher*innen von Black Panther diesmal leer ausgingen, können wir diesen Film gar nicht oft genug würdigen. Noch vor Spider-Man machte Ryan Coogler deutlich, dass Unterhaltung und Diversität sich im Marvel-Universum nicht ausschließen müssen. Das hochtechnologisierte Wakanda, die Ausbeutung durch weiße Kolonien und auch die angeknüpfte Diskussion über kulturelle Unterschiede zwischen Afroamerikaner*innen und Einwohner*innen Subsahara-Afrikas beschäftigen uns auch im neuen Jahr.