Happy Monday: Was deine Stimmung am Montag über deine Karriere aussagt

Es gibt Montage und es gibt Montage. Unsere Autorin schiebt an manchen Frust, schätzt sie aber auch: Sie können uns dabei helfen herauszufinden, wie wir im Job glücklicher werden.

Träge Montage sind besser als ihr Ruf!

Träge Montage sind besser als ihr Ruf! © Stacey Rozells/Unsplash | CC0

Die Zahlen sprechen für sich: 46 Prozent der Arbeitnehmer*innen in Deutschland können sich vorstellen, ihren Job in den nächsten zwölf Monaten zu wechseln. Unter anderem, weil sie ihrer Ansicht nach zu schlecht bezahlt werden. Auch bei den Themen Anerkennung und Bonding im Officeflur sehen die Beschäftigen Verbesserungspotenzial – das ergab zumindest die repräsentative Studie Jobsicherheit 2017 des Personaldienstleisters Manpower Group, in der knapp Tausend Arbeitnehmer*innen zur persönlichen Situation befragt wurden.

Wer sich schon Mal zu Beginn der Woche durch Facebook gescrollt hat, dem wird die Unzufriedenheit seiner Mitbürger*innen vor allem durch Montagsmemes aufgefallen sein. Vom bayerischen „Warum zum Teifl is moang scho wieder Montag“ bis hin zu „Montag? NÖ! Mach’ ich nicht mit!!!“-Merkel-Collagen ist alles dabei, was den Frust – zumindest auf Social Media – für einen kurzen Lacher kanalisieren lässt.

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Der arme Montag, er eignet sich natürlich als ideale Projektionsfläche für beruflichen Hass, kommt er doch im Verhältnis zum selbstbestimmten Wochenende relativ dreist und herrisch daher. Für mich persönlich ist er immer ein guter Indikator, um zu sehen, wie es um meine Karriere steht. Statt den Montag zu verteufeln, frage ich mich lieber: ist eigentlich alles okay bei mir, so, wie ich gerade arbeite?

Folgende fünf Fragen können dabei helfen, herauszufinden, wo man gerade steht.

1. Welches Gefühl habe ich am Sonntagabend?

Zitterpartie oder Vorfreude? Sonntag ist bekanntlich der letzte Tag, bevor der ganz normale Wahnsinn wieder losgeht und meines Erachtens ein guter Gradmesser dafür, wo sich mein Stresslevel gerade seinen Weg in die Magengegend bahnt. Denke ich schon um 15 Uhr daran, was morgen alles erledigt werden muss, statt mich auf mein Himbeer-Zitronen-Eis im Park zu konzentrieren? Habe ich bereits Panik vor den E-Mails, die eintrudeln, oder freue ich mich darauf, morgen endlich ein paar neue Arbeitsaufträge reinzubekommen?

2. Wie schnell möchte ich morgens zum Schreibtisch/zum Laden/zum Betrieb?

Oder, andere Frage: Was hindert mich daran? Prokrastinieren kann auch mal ein, zwei Tage hilfreich sein, um das Hirn durchzulüften. Wenn allerdings jeder Montag erstmal auf eBay Kleinanzeigen versurft wird, Leute, dann haben wir ein Problem und es lautet: Zeitverschwendung. Einer Studie zufolge verschwenden wir übrigens bis zu drei volle Stunden am Tag am Arbeitsplatz.

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Ich frage mich in schlechten Momenten immer: Ist es wirklich die Abneigung gegenüber meiner Lohnarbeit, die mich daran hindert, an die Arbeit zu gehen oder gibt es andere Probleme (Stichwort: tnvm – temporär nicht vorhandene Motivation!), die erst aus dem Weg geschafft werden müssen, bevor ich wieder klar sehen und auf ein Ziel hinarbeiten kann?

3. Habe ich ein Ziel?

Wo wir schon bei der nächsten Frage wären. „Ein Ziel“, sagte schon der amerikanische Autor Leo Helzel, „ist ein Traum mit Deadline.“ Ich mag das Zitat so gerne, weil es einerseits zeigt, dass eine gewisse Richtung praktisch sein kann, um Energien effizient zu organisieren und Zeit zu strukturieren. Auf der anderen Seite verdeutlicht das Zitat auch, dass es okay ist, die Richtung zu wechseln, wenn man sein Ziel X erreicht oder verfehlt hat – zum Beispiel einen Auftragsstand am 01. November von 200 Kund*innen.

4. Ist es mir wichtig, dazuzulernen?

Während manche Arbeitnehmer*innen innerhalb ihrer Routine völlig zufrieden sind und die Komfortzone um kein Geld der Welt verlassen möchten, sind andere schon gelangweilt, wenn sie denselben Job auch nur ein paar Monate ausüben. Das wissen übrigens auch die Chef*innen: Rund die Hälfte aller 500 in einer neuen Studie von Robert Half befragten Manager*innen gaben an, dass sich ihre Angestellten bis zu acht Stunden pro Woche – also einen vollen Arbeitstag – bei ihren Aufgaben im Job langweilten. Meetings sind daran übrigens zu 30 Prozent schuld.

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Wer also gerade learningtechnisch feststeckt, kann selbst aktiv werden, ohne gleich den Job zu schmeißen. Es gibt zahlreiche, relativ günstige Angebote von Volkshochschulen (wie wär’s mit Russisch?) und die Möglichkeit, einen Bildungsurlaub zu beantragen. Good to know: Arbeitgeber*innen müssen ihre Mitarbeiter*innen bis zu zwei (!) Wochen bezahlt freistellen, wenn sie eine Weiterbildung absolvieren möchten. Gilt jedenfalls in den meisten Bundesländern.

5. Die Frage aller Fragen: Wo möchte ich heute in fünf Jahren sein?

Zugegeben: schwierige Frage. Und doch denken die meisten Menschen selten bewusst darüber nach, ob sie das, was sie jetzt gerade tun in dieser Form auch noch in fünf Jahren machen möchten. Selbst die Frage, ob sie den aktuellen Job noch in einem Jahr machen möchten, kann schon eine kleine Sinnkrise hervorrufen. Trotzdem: besser jetzt darüber nachdenken, was man braucht um im Job glücklich zu sein, als sich in fünf Jahren zu ärgern, nicht schon früher etwas Neues angefangen zu haben.

Also: Das nächste Mal bitte nicht gleich den armen Montag verteufeln, sondern besser mal eine Runde um den Block spazieren und darüber nachdenken, was gerade in der eigenen Karriere passiert.