Heineken zieht Spot nach Rassismusvorwürfen zurück

Die Bierbrauerei Heineken sorgt mit einem rassistischen Werbespot für Aufregung. Mittlerweile hat der Konzern das Video entfernt und sich dafür entschuldigt.

Die Bierbrauerei Heineken sorgt mit einem rassistischen Werbespot für Aufregung. Mittlerweile hat der Konzern das Video entfernt und sich dafür entschuldigt.

Die niederländische Bierbrauerei wird für diesen rassistischen Werbespot kritisiert. Screenshots Twitter & Twitter

Die niederländische Bierbrauerei Heineken wurde für einen Werbespot stark kritisiert. Der Spot, der Diät-Bier bewerben soll, zeigt ausgelassene Stimmung auf einer Rooftop-Bar. Ein Barkeeper erspäht eine Frau mit einem Glas Weißwein. Seiner Meinung nach keine gute Wahl, er pfeffert ihr eine Flasche des Diät-Biers zu. Bevor es die Frau erreicht, schlittert die Bierflasche zunächst an ein paar schwarzen Personen vorbei. Am Ende erscheint der Slogan „Sometimes, lighter is better“. Das Problem: Das Wort lighter bedeutet nicht nur leichter, sondern auch heller, kann in diesem Kontext also sowohl auf das Diät-Bier als auch auf die Hautfarbe seiner Empfängerin bezogen sein.

[Außerdem bei ze.tt: H&M entschuldigt sich für diese rassistische Kinderwerbung]

Besonders in dem Zusammenhang, dass die Flasche zuvor ausschließlich an Personen mit schwarzer Hautfarbe vorbeischlittert, erscheint dieser Slogan und der Werbespot allgemein als äußert unangebracht. Das findet auch der US-amerikanische Musiker Chance The Rapper. Auf Twitter schreibt er am Sonntag: „Ich glaube, einige Firmen bringen absichtlich eindeutig rassistische Werbung heraus, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Und dieser Mist ist rassistisch und falsch, also sollte ich sie besser nicht unterstützen, indem ich darüber schreibe. Aber ich muss einfach sagen: Der ,Sometimes lighter is better‘-Werbespot von Heineken ist furchtbar rassistisch. Oh mein Gott.“ Daraufhin kam ein Shitstorm gegen die Brauerei auf.

Heineken zieht den Werbespot zurück

Mittlerweile hat Heineken den Werbespot gelöscht. Die Nachrichtenseite Business Insider zitiert eine Stellungnahme des Unternehmens: „Seit Jahrzehnten hat Heineken eine vielseitige Vermarktung entwickelt, die zeigt, dass es mehr gibt, das uns verbindet als uns trennt. Während wir dachten, dass der Werbespot auf unser Light-Bier anspielt, sind wir am Ziel vorbeigeschossen. Wir nehmen uns das Feedback zu Herzen und werden es nutzen, um zukünftige Kampagnen zu beeinflussen.“ Auch wenn Heineken den Spot nicht länger zeigt, ist er noch auf Twitter zu finden.

Zuletzt standen H&M und Dove in der Kritik

Rassismus in der Werbung ist leider auch 2018 noch keine Seltenheit: Erst kürzlich stand der schwedische Modekonzern H&M in der Kritik, weil er einen Kinderpullover mit der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ mit einem schwarzen Jungen bewarb. Auch die Kosmetikfirma Dove sah sich unlängst wegen eines Werbeclips Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Wie auch Heineken, zogen die beiden Unternehmen die entsprechenden Anzeigen und Spots zurück.