Sabine: Warum heißt der Orkan so, wie er heißt?

Sturmtief Sabine ist mit Windgeschwindigkeiten bis zu 161 Kilometer pro Stunde fast an Rekordtief Kyrill herangekommen. Aber während der Orkan sich mittlerweile schon wieder verzieht, bleibt die Frage: Warum heißt er eigentlich Sabine?

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Hier sieht man, wie Sabine in Bremerhaven gewindet hat. Foto: © Patrik Stollarz / AFP via Getty Images

Der Bahnverkehr war stark eingeschränkt, der Kölner Dom abgesperrt und an vielen Schulen in NRW fiel der Unterricht aus. Sabine hat ganz schön Eindruck gemacht.

Aber warum hat der Sturm einen Namen?

Hoch- und Tiefdruckgebiete (auch Druckgebilde genannt) und andere besondere Wetterphänomene werden schon seit Jahrhunderten individuell benannt. Schließlich richten Stürme oder starker Regen oft großen Schaden an. Daher ist es leicht nachvollziehbar, dass Menschen das Bedürfnis haben, mit Bezeichnungen wie Buchardiflut (1634) oder Jahr ohne Sommer (1816) an Wetterereignisse zu erinnern. In Deutschland haben in den vergangenen Jahren die Sturmtiefs Xavier (2017), Kyrill (2007) und Lothar (1999) für verheerende Schäden gesorgt.

Und wer entscheidet über die Namen?

In Deutschland kümmert sich das Institut für Meteorologie an der FU Berlin seit 1954 um die Vergabe. Dort hatte die Studentin Karla Wege angeregt, den mitteleuropäischen Druckgebieten auch Namen zu geben. Zur besseren Übersichtlichkeit auf Wetterkarten wurden die Druckgebilde in alphabetischer Reihenfolge benannt.

Allerdings werden die Namen dort seit 2002 nicht mehr etwa nach dem Zufallsprinzip oder nach persönlichen Vorlieben vergeben, sondern im Rahmen einer Pat*innenschaft benannt. So kann jede*r eine Pat*innenschaft für ein Druckgebilde übernehmen und so über den Namen entscheiden.

Cool. Wie geht das genau?

Auf der Seite des Instituts wird das genaue Vorgehen erläutert. Zunächst muss der Wunschbuchstabe frei sein, der gewählte Name muss dann noch den Regeln des Instituts entsprechen (nur amtlich zugelassene Vornamen, keine Nachnamen) und wenn diese Vorgaben erfüllt sind, folgt die Auftragsbestätigung des Instituts.

Die Pat*innenschaft für ein Hochdruckgebiet kostet 299 Euro, ein Tiefdruckgebiet ist schon für 199 Euro zu haben. Wer eine Pat*innenschaft übernommen hat, bekommt eine Urkunde, eine Taufkarte vom ersten Tag des Bestehens des Druckgebildes und eine Wetterkarte. Die Pat*innenschaft unterstützt die studentische Wetterbeobachtung an der FU Berlin.

Warum bekommen Tiefdruckgebiete so oft Frauennamen?

Zunächst wurden alle Tiefdruckgebiete mit weiblichen, alle Hochs mit männlichen Vornamen bedacht. Da aber Tiefs oft mit schlimmen Stürmen einhergehen, wurde 1998 beschlossen, diese diskriminierende Namensvergabe zu ändern und die Druckgebilde im jährlich wechselnden Turnus mit weiblich beziehungsweise männlich konnotierten Vornamen zu versehen.

Und was ist jetzt mit Sabine?

Den Namen für den aktuellen Sturm haben wir Sabine Kaufmann zu verdanken. Warum sie eine Patinnenschaft übernommen hat und warum sie gerade ein Tief haben wollte, wissen wir leider nicht. Kaufmann möchte nicht mit der Presse über die Wetterpatinnenschaft sprechen.

Auch von Sabine betroffen? Dann macht es euch zuhause gemütlich. Hier unsere Mediathekentipps:

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