Hörst du Yanny oder Laurel? Wie eine Audiodatei das Internet spaltet

Die einen hören „Yanny“, die anderen „Laurel“: Im Internet kursiert zurzeit eine Audiodatei, die für heftige Diskussionen sorgt.

Die einen hören „Yanny“, die anderen „Laurel“: Im Internet kursiert zur Zeit eine Audiodatei, die für heftige Diskussionen sorgt.

Yanny oder Laurel? Das ist hier die Frage. Screenshot/Twitter

Vor einigen Jahren gab es im Internet tagelang nur eine Frage: Welche Farbe hat dieses verdammte Kleid? Ist es nun weiß-gold oder blau-schwarz? Seitdem tauchten immer wieder ähnliche Phänomene im World Wide Web auf und sorgten für Diskussionen: Schuhe, Flip-Flops, Nagellack und Co. wurden von den einen so, von den anderen so gesehen. Jetzt sorgt eine Audiodatei für Furore und spaltet das Internet in zwei Lager.

In dem kurzen Soundclip, der momentan auf diversen Plattformen im Internet kursiert, liest eine Computerstimme ein Wort vor. Für die einen hört es sich an wie „Laurel“, für die anderen wie „Yanny“. Und natürlich kann die Laurel-Seite absolut nicht nachvollziehen, wie es sein kann, dass man „Yanny“ versteht – und andersherum. Auf Twitter streiten sich User*innen darüber:

Wie kann das sein?

Wie es sein kann, dass wir bei diesem Audioclip zwei ganz unterschiedliche Wörter verstehen, wollte die US-amerikanische Zeitung New York Times wissen und fragte bei Expert*innen nach. Jody Kreiman, Leiterin des Sprachwahrnehmungslabors an der University of California, gibt zu verstehen: „Die Energiekonzentration für Ya is der für La sehr ähnlich. N ähnelt R und I ist nah am L.“

Patricia Keating, Professorin für Sprachwissenschaft und Leiterin des Phonetiklabors an der University of California, erklärt: „Es ist davon abhängig, welchen Teil, welchen Frequenzbereich des Signals man beachtet. Ich habe keine Ahnung, warum einige mehr auf den tieferen Frequenzbereich und andere auf den höheren anspringen.“

[Außerdem bei ze.tt: Welche Farbe haben diese Flip Flops?]

Ein Wahrnehmungsforscher der City University in London, Elliot Freeman, legt der New York Times seine Sicht der Dinge dar: „Was man hört, hängt zunächst davon ab, wie der Ton wiedergegeben wird, zum Beispiel aus dem Lautsprecher eines iPhone oder mit Kopfhörern. Und dann vom individuellen Hörverhalten, das sich auf verschiedene Frequenzen sensibilisiert.“

Was hörst du?

Auch die ze.tt-Redaktion hat den Test gemacht. Drei Redakteuer*innen verstehen „Yanny“, vier wiederum „Laurel“ und zwei glauben eine seltsame Mischung aus „Yelly“ oder „Jelly“ zu hören.