„Horizontal Parenting“: Die entspannteste Art, Kinder zu bespaßen

Kinder zu unterhalten, kann ganz schön anstrengend sein. Die Autorin hat sich inspirieren lassen, dabei einfach mal liegen zu bleiben.

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Um sich mal kurz auszuruhen, muss man nur die richtigen Spiele kennen. Foto: Tatiana Syrikova / Pexels | CC0

Ich lese ja am liebsten Familienblogs oder Ratgeber*innenseiten, die die zahlreichen Fragen und Herausforderungen, die mit der Erziehung von Kindern einhergehen, eher von der pragmatischen Seite betrachten.

Ich finde, alle Leute, die mit dem Gedanken spielen, ihr Leben irgendwann mit Kindern zu teilen, sollten von Anfang an recht realitätsnah informiert werden, damit Vorstellung und Wirklichkeit am Ende nicht zu weit auseinanderklaffen. Meiner Ansicht nach tun sich in der Regel damit alle einen Gefallen. Insofern kann ich Texten mit Überschriften wie: Du solltest während der Geburt so pressen, als würdest du kacken durchaus etwas abgewinnen.

Auf Lifehacker, einer Seite mit realitätsnahen Tipps, bin ich auf einen Beitrag gestoßen, der mich sehr inspiriert hat, er heißt How to Entertain Your Child While Lying Down, also wie du dein Kind im Liegen bespaßen kannst. Ich spiele leider generell nicht soooo gerne mit Kindern. In den Zoo gehen, an den Badesee, ins Museum, zum Einkaufen, ins Lego Discovery Center (okay, nein, wir wollen es nicht übertreiben) – alles gern. Aber zu Hause Rollenspiele mit Playmobilfiguren erdenken und ähnlichen Kram sollte lieber jemand anderes machen … Kinder vielleicht? Jedenfalls bin ich begeistert vom Prinzip des Horizontal Parenting.

In dem Beitrag werden nach Kategorien (einfach, mittel, für Ambitionierte) verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Kinder aus der Horizontalen heraus bespaßen kann. Eine gute Idee, um womöglich zwischendrin mal ein bisschen zur Ruhe zu kommen – die nächste Runde Monopoly spielen oder Conni vorlesen oder stupide Duplo-Steine stapeln kommt bestimmt.

Wichtigste Voraussetzung: Liegen

Im Einsteiger*innenbereich finden sich Klassiker wie „ein Buch vorlesen“ (im Liegen natürlich), das Spielchen „Wer schafft es, am längsten still zu sein“ (harhar!) und Buchstaben raten: Auf den Rücken des (liegenden!) Erwachsenen werden mit dem Finger Buchstaben oder Wörter gemalt, und die Person muss erraten, was geschrieben wurde.

Etwas anspruchsvoller, aber ebenfalls mit Entspannungspotenzial: Camping spielen, also ein Tipi, eine selbst gebaute Höhle oder ähnliches im Wohn- oder Spielzimmer errichten und beispielsweise die oben genannten Tätigkeiten ausführen. Nur eben im Zelt liegend. Oder „Doktor*in / Baby / Hotel / …“ spielen. Logisch: Nur der*die Erwachsene spielt den*die Patient*in, den Hotelgast und das Baby.

Im Fortgeschrittenenbereich finden sich zum Beispiel Sofaspiele: Der*die Erwachsene liegt auf dem Sofa (sitzen geht natürlich auch), die Kinder rennen im Kreis um das Sofa herum, und die Person auf dem Sofa ist das Monster und muss lediglich in unregelmäßigen Intervallen durch Kitzelattacken oder ähnliches in Erscheinung treten.

Brillant die ebenfalls aufgelistete Idee einer Mutter namens Julie: Vom Sofa aus liegend gibt man dem Kind Aufträge, was es aus einem anderen Raum holen soll (ich denke mal, ab einem gewissen Alter, sagen wir vier oder fünf, nimmt hier die Begeisterung leider ab), die Aufträge können durchaus abwegig sein, Beispiel: „Bring mir etwas, das aussieht, als hätte ein Einhorn es gekackt.“ Dann kriegt das Kind den Auftrag, den Gegenstand exakt so wieder zurückzulegen, wie es ihn vorgefunden hat, weil, so behauptet Julie, sie jeden kleinsten Unterschied sofort bemerken würde. Auch hier: Ab einem bestimmten Alter macht man damit keinen Eindruck mehr, davor aber umso mehr.

Auch gut: Auf dem Boden liegen, die Augen schließen. Die Kinder müssen vollkommen still am Erwachsenen vorbeischleichen. Sobald irgendein Geräusch zu hören ist, muss das entsprechende Kind wieder zurück auf Los.

Und abschließend: Das Spiel „Was liegt auf meinem Po?“: Der*die Erwachsene legt sich hin, die Kinder drapieren beliebige Haushaltsgegenstände auf dem Hinterteil, und man muss raten, was es ist.

Was auch ganz gut funktioniert: Auf dem Boden liegen, und die Kinder aus Duplo, Lego, Bauklötzen oder was auch immer eine Landschaft auf den Bauch oder den Rücken bauen lassen, die nicht einstürzen darf. Wenn alles durch zu schwere Atmung in sich zusammenkracht, entscheidet leider die momentane Kinderstimmung, ob das zum Kaputtlachen oder zum Ausrasten gefunden wird.

Außerdem auf ze.tt: Diese Fotos zeigen, wie unterschiedlich Familie sein kann


Von Lisa Seelig auf Edition F.

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