In diesem Café haben Eltern mit Kinderwagen keinen Zutritt

Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer*innen und Menschen, die breiter als 46 Zentimeter sind – wird der Zugang zum Berliner Café Natürlicher Lebensraum erschwert.

Zutritt haben hier nur Menschen die durch die Poller passen – der Abstand beträgt 46 Zentimeter. Screenshot: Albrecht Selge/Twitter

Das Café Natürlicher Lebensraum in Berlin-Moabit erntet gerade einen Shitstorm in den sozialen Medien: Grund dafür sind zwei Poller vor der Eingangstür. Mit diesen möchte die Inhaberin verhindern, dass Kinderwagen mit hineingenommen werden. Doch nicht nur Eltern von Kleinkindern finden das diskriminierend. Auch Rollstuhlfahrer*innen kommen nicht durch die Begrenzung.

Ausgelöst hatte die Debatte ein Post des Schriftstellers Albrecht Selge, der ein Foto der Eingangstür auf Twitter teilte. Darüber schrieb Selge: „Wow, Poller in der Tür gegen Kinderwagen und Rollstühle. Ich glaube, das ist wirklich Moabits unsympathischstes Café.“ Angetrieben von den zahlreichen Reaktionen, hakte der Autor bei der Betreiberin nach und erhielt als Antwort, dass sich die Poller „explizit gegen Mütter mit Kinderwagen“ richten.

Rollstuhlfahrer*innen kämen die Stufe ohnehin nicht hinauf, hieß es noch. Sie könnten über den Hinterhof hereinkommen – worauf, wie Selge bemerkt, aber nichts hinweise. Neben Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer*innen dürfte es auch für dicke Menschen schwierig sein, problemlos durch die Poller durchzukommen – denn der Abstand zwischen den Stangen misst nur 46 Zentimeter.

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Gegenüber der dpa gab die Betreiberin an, die Kinderwagen hätten in dem sehr kleinen Café immer mehr überhand genommen und wiederholt Schäden an den Wänden hinterlassen. Ein Schild mit der Bitte, die Wagen draußen zu lassen, hätte auch nichts gebracht.

Nach geltendem Hausrecht darf ein*e Gastwirt*in selbst entscheiden, wem er*sie Zutritt in sein*ihr Lokal gewährt – eine Bewirtungspflicht gibt es nicht. Grenzwertig wird es jedoch, wenn das Zutrittsverbot diskriminierend ist. Da niemand wegen seiner Sexualität, Herkunft oder einer Behinderung benachteiligt werden sollte, beschäftigt sich nun auch das Bezirksamt Mitte mit der Angelegenheit.

Neben Twitter wurde der Beitrag auch auf Instagram häufig geteilt. Autorin Guilia Becker zeigte, dass das Foto der Eingangstür definitiv Meme-Potenzial hat.