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In Island ist die unterschiedliche Bezahlung von Mann und Frau nun illegal

„Die Zeit ist reif, etwas Radikales zu tun.“ Island führt ein Gesetz ein, das den Gender Pay Gap schließen soll. 

Am 1. Januar hat Island ein Gesetz eingeführt, das Unternehmen mit mehr als 25 Angestellten dazu zwingt, nachzuweisen, das sie Männer und Frauen für die gleiche Arbeit auch gleich bezahlen, wie Jezebel berichtet.

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Bereits am Internationalen Frauentag im März letzten Jahres verkündete das Land die Planung des neuen Gesetzes. Mit dem neuen Jahr trat das Gesetz nun in Kraft. Island gilt damit als Pionier in Sachen Gleichstellung.

Island bereits auf Platz 1 in Sachen Gleichstellung

Island zählt in Sachen Gleichstellung ohnehin schon zu den fortschrittlichsten Ländern der Welt, es liegt auf Platz 1 einer entsprechenden Liste des Weltwirtschaftsforums. Trotzdem verdienen Frauen derzeit auch dort noch etwa 14 bis 18 Prozent weniger als Männer. Bis 2022 will die isländische Regierung nun die Lücke gänzlich schließen. Dabei geht es nicht nur um den Unterschied zwischen Mann und Frau, sondern auch um die gleiche Bezahlung unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung oder Nationalität.

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Dagny Osk Aradottir Pind, die für die isländische Women’s Rights Association arbeitet, sagt dazu: „Frauen haben jahrzehntelang darüber gesprochen, und ich habe das Gefühl, dass wir es geschafft haben, das Bewusstsein dafür zu schärfen.“ Der Gleichstellungs- und Sozialminister Thorsteinn Víglundsson sagt dazu, es sei an der Zeit „etwas Radikales“ zu tun.

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Deutschland zehn Plätze hinter Island

Deutschland liegt im Vergleich zu Island in Sachen Gleichstellung auf Platz elf. Frauen verdienen etwa 21 Prozent weniger als Männer. Auch in Deutschland tritt am 6. Januar das Lohntransparenz-Gesetz vollständig in Kraft. Damit können Beschäftigte erfahren, wie ihr Verdienst im Vergleich zu den Kolleg*innen ausfällt.

Um an die Gehaltsinformation zu gelangen, gibt es aber vorerst einige Hürden zu bezwingen: Der Betrieb muss mehr als 200 Beschäftigte haben, der Betrag führt zudem nicht das konkrete Gehalt des Kollegen, sondern das durchschnittliche monatliche Bruttoentgelt von Mitarbeiter*innen „des anderen Geschlechts mit gleichen oder vergleichbaren Tätigkeiten“.

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Das Gesetz soll helfen, die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zu reduzieren. Laut dem Statistischen Bundesamt sind drei Viertel des Gender Pay Gaps auf strukturelle Unterschiede zurückführen: „Die wichtigsten Gründe für die Differenzen der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste waren Unterschiede in den Branchen und Berufen, in denen Frauen und Männer tätig sind, sowie ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation. Darüber hinaus sind Frauen häufiger als Männer teilzeit- oder geringfügig beschäftigt.“

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