#januhairy: Eine Studentin zeigt ihre Körperbehaarung auf Instagram – und du sollst es auch tun

Die 21-jährige Laura ermuntert auf Instagram andere Frauen dazu, sich im Januar nicht zu rasieren und zu zeigen, dass Körperbehaarung ganz normal ist

Eine Studentin will auf Instagram mit dem #januhairy andere dazu ermutigen, sich im Januar nicht zu rasieren und damit zu zeigen, dass Körperbehaarung ganz normal ist.
Wachsen lassen, nicht waxen. Illustration: Elif Kücük / ze.tt

Haare an den Beinen, den Armen, unter den Achseln, im Intimbereich: Wenn eine Frau sich nicht rasiert, wird sie häufig schräg angeguckt, trifft auf jede Menge Unverständnis und muss sich erklären. Denn stoppelige Beine oder lange Achselhaare gelten auch in Zeiten von Body Positivity noch immer als unschön, als ein Tabu. Das erlebte auch Laura Jackson aus England. Für eine Performance im Rahmen ihres Theaterstudiums ließ die 21-jährige Studentin ihre Körperhaare wachsen und verzichtet dafür auf die sonst für sie übliche Rasur.

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Auf Instagram beschreibt sie die Erfahrungen, die sie dabei machte: „Einiges daran war ziemlich anstrengend, anderes hat mir wirklich die Augen im Zusammenhang mit Körperbehaarung bei Frauen geöffnet. Nachdem ich mich ein paar Wochen lang erstmal daran gewöhnen musste, fing ich an, mein Haar zu mögen. Ich mochte auch, dass ich mich nicht ständig rasieren musste.“ Gleichzeitig bemerkte Laura jedoch, dass die Menschen in ihrer Umgebung nicht verstanden, warum sie sich auf einmal nicht mehr rasierte.

Haariger Januar

„Da habe ich kapiert, dass es noch so viel zu tun gibt, um uns selbst voll und ganz anzunehmen“, schreibt sie. So entstand die Idee zu #januhairy, was frei übersetzt soviel wie „haariger Januar“ bedeutet. Im ersten Monat des Jahres 2019 wollen Laura und viele weitere Instagrammer*innen sich nicht rasieren, ihre Körperbehaarung und den Prozess des Wachsens auf Instagram dokumentieren und andere dazu ermutigen, es ihnen gleichzutun.

Außerdem auf ze.tt: Wie es ankommt, wenn man als Frau ein Jahr lang alle Haare sprießen lässt

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In einem Instagram-Post bedankt Laura sich für die Unterstützung ihrer Familie und ihrer Freund*innen, bemängelt jedoch gleichzeitig, dass sie sich immer wieder für die Entscheidung, ihre Körperhaare nicht zu rasieren, verteidigen musste: „Obwohl ich vielen überraschenderweise sehr oft erklären musste, warum ich das tue, zeigt das ja, wie wichtig es ist, das überhaupt zu tun“, erklärt Laura. Sie erinnert sich, dass ihre Mutter sie fragte: „Bist du einfach nur faul oder willst du damit etwas beweisen?“

Wachsen lassen statt Waxing

Diese Frage brachte Laura offenbar zum Nachdenken: Warum gilt man als faul, wenn man sich nicht rasieren möchte? Warum sollte man jemandem damit etwas beweisen wollen? Sie erklärte daraufhin ihrer Mutter, dass etwas, das man immer und immer wieder sieht, irgendwann ganz normal wird – so auch Körperbehaarung. Und deshalb wollen Laura und viele weitere Menschen nun zeigen, dass Körperbehaarung etwas ganz normales und nichts unnatürliches oder ekliges ist.

„Das ist keine wütende Kampagne gegen Menschen, die nicht verstehen, dass Körperbehaarung ganz normal ist. Das ist ein empowerndes Projekt für alle, um die Sicht auf sich selbst und auf andere besser zu verstehen“, schreibt Laura. Dazu postet die 21-Jährige ein Foto, auf dem sie ihren Arm hebt, ihre Achselhaare zeigt und in die Kamera lächelt.

Lauras Aufruf, sich nicht zu rasieren, die Haare wachsen zu lassen und die eigene Körperbehaarung stolz zu präsentieren, sind nach nur einer Woche schon viele User*innen auf Instagram nachgekommen. Unter dem #januhairy wurden bereits über 2.200 Beiträge verlinkt, auf denen stolz haarige Beine, Arme oder Achseln in die Kamera gehalten werden.