K-Pop-Bubble flutet rassistischen Hashtag #WhiteLivesMatter

Unter dem Hashtag #WhiteLivesMatter verbreitet die extreme Rechte rassistische Inhalte. Nun fluten K-Pop-Fans den Hashtag mit Memes ihrer Lieblingsbands, flauschigen Kälbchen und trocknenden Waschbecken.

Die K-Pop-Bubble macht auf Twitter rassistische Inhalte unsichtbar. Foto: © Drew Angerer / Getty Images

Eigentlich genießt die mitgliederstarke K-Pop-Bubble keinen besonders guten Ruf in den sozialen Netzwerken. Bekannt sind die Anhänger*innen von Bands wie BTS und Super Junior nämlich dafür, Hashtags zu entfremden, um so Werbung für ihre Idole zu machen und die Timelines damit zuzuspamen. Ihre neueste Hashtag-Übernahme nutzen die K-Pop-Stans (Eigenwortschöpfung aus den Worten Stalker*in und Fan) jedoch, um gegen Rassismus zu protestieren.

Unter #WhiteLiveMatters, #MAGA und #BlueLivesMatter – alles Hashtags, die sonst von Akteur*innen der extremen Rechten genutzt werden – verbreiten die Stans fleißig Videos, Gifs und Memes ihrer Lieblingsbands. Das Ziel: rassistischen Content unsichtbar machen. Mit Erfolg, wie die Timelines voll tanzender Popstars zeigen.

So machen K-Pops-Fans rassistische Inhalte unsichtbar

Grund für diese Art des Onlineprotests ist der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd, der am 25. Mai bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben kam. Der 46-Jährige wurde unter dem Verdacht festgenommen, er habe Falschgeld in Umlauf gebracht. Bei seiner Festnahme wurde Floyd auf dem Boden fixiert, wobei einer der Polizisten neun Minuten auf seinem Hals kniete – bis Floyd starb. Von dem Tathergang existiert eine Videoaufnahme, die sich online verbreitete und zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt in vielen US-amerikanischen Städten führte.

Auch digital formierten sich schnell Proteste: Unter #BlackoutTuesday bekundeten Nutzer*innen auf Instagram ihre Solidarität und sprachen sich gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Dafür posteten sie schwarze Bilder. Ursprünglich wurde die Aktion von zwei Vertreter*innen der Musikbranche Jamila Thomas und Brianna Agyemang iniziiert. Um auf strukturellen Rassismus Aufmerksam zu machen und an die Verantwortung der Branche zu appellieren, legten hierfür Musiker*innen wie Ariana Grande, Cardi B und Mark Forster für einen Tag ihre Arbeit nieder. Instagram-User*innen kaperten auch diesen Hashtags, so dass die eigentliche Aktion, die auch unter dem Motto #theshowmustbepaused  lief, unterging.

Doch auch die Gegenbewegung nutze die sozialen Medien für sich. Unter dem Hashtag #WhiteLivesMatter relativierten Nutzer*innen Rassismus und rassistische Polizeigewalt und verbreiteten Inhalte der extremen Rechten. Mittlerweile stemmen sich nicht nur Mitglieder der K-Pop-Bubble gegen den Hashtag. Unter #WhiteLivesMatter posten Twitter-User*innen diversen Content: von flauschigen Kälbchen über Fotos von Avocados bis hin zu einem Waschbecken, dem man beim Trocknen zusehen kann. Die Message: Alles ist besser als Rassismus! sz