Kreative Werbekampagne: Eine Frau zeigt auf Pornhub, wie du eine Menstruationstasse benutzt

Die Gründerinnen des Unternehmens The Female Company bewerben ihre Menstruationstasse auf einem ungewöhnlichen Weg.

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Das Tutorial ist auf Pornhub zu finden, da Instagram es sofort zensieren würde. Foto: © The Female Company

„Wie soll ich die denn reinbekommen?!“ – Diese Frage dürften sich bereits viele Menstruierende gestellt haben, die auf eine Menstruationstasse umsteigen wollten. So müllsparend die Tässchen auch sein mögen, so umständlich kann sich das Einführen am Anfang gestalten. Die Bildchen auf dem Beipackzettel helfen da auch nur bedingt weiter. Das deutsche Femcare-Unternehmen The Female Company hat deshalb nun „richtige“ Tutorial-Videos erstellt – mit einem echten Menschen statt Zeichnungen. Zu finden sind die Videos deshalb auch nicht auf Instagram, sondern nur auf der Pornowebsite Pornhub. Der Titel der Kampagne: One Girl One Cup.

„Wir erhalten nahezu täglich Anfragen zur Benutzung der Menstruationstasse. Einiges können wir beschreiben – aber wenn es um Themen wie die besten Positionen zum Einführen geht, stoßen selbst wir an unsere kommunikativen Grenzen. Das muss man einfach zeigen“, erklärt Ann-Sophie Claus, Gründerin des Unternehmens in der offiziellen Pressemitteilung zur Kampagne. In den drei Videoclips können sich Menstruierende nun bei einer Frau abgucken, wie, in welcher Position und mit welcher Falttechnik sich die Menstruationstasse einführen und herausnehmen lässt. Die Darstellerin ist Lina Bembe, die sich auch sonst für Aufklärung rund um Sex, Beziehungen und feministische Pornografie einsetzt.

Dass die Tutorials nur auf Pornhub bereitstehen, war eine bewusste Entscheidung des Unternehmens: „Damit wollen wir zeigen, dass explizite Aufklärung über die Periode wie Pornografie behandelt wird.“ Auch der Titel der Kampagne, eine Anlehnung an das Pornovideo 2 Girls 1 Cup, spielt darauf an. Pornhub sei das einzige Medium, auf dem sie ironischerweise wirklich realistisch aufklären könnten, schreibt The Female Company auf Instagram. Dort hätten die Clips beispielsweise keine Chance: „Problem: Intime Körperstellen werden auf Instagram immer noch generisch zensiert und realistische Aufklärung damit zum Tabu erklärt.“

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Streit um die Frage: Wer hat’s erfunden?

Kurz nachdem die Kampagne online ging, meldete sich die Kreative Pavlina Vlachopoulou auf Instagram: „@thefemalecompany Ich weiß, ihr könnt das nicht gewusst haben und ich liebe eure Kampagne, aber die Idee wurde von mir geklaut, einer jungen Kreativen, die weder dafür wertgeschätzt noch entlohnt wird“, schreibt sie in einem Post und belegt das Ganze mit Screenshots. Sie hätte das Konzept für die „echten“ Tutorials Anfang des Jahres der Werbeagentur Scholz & Friends gepitcht. Eine Sprecherin der Agentur erklärte daraufhin, dass zwei Kreative im Rahmes eines Bewerbungsprozesses schlichtweg dieselbe Idee gehabt hätten – und bot Vlachopoulou an, sie in den Credits zu nennen.

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The Female Company kontaktierte Vlachopoulou direkt: „Pavlina hatte eine grandiose Idee – und egal was drum herum passiert ist: Pavlina, wenn du nach all dem noch Bock hast, mit uns zu arbeiten, würden wir uns gigantisch freuen, mit dir unsere nächste große Kampagne zu realisieren.“

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Dass bald wieder eine neue Kampagne folgen könnte, ist nicht unwahrscheinlich. Denn One Girl One Cup ist nicht die erste Aktion der Periodenprodukte-Hersteller*innen, die mediales Aufsehen erregt. Von The Female Company, die unter anderem Bio-Tampons verkauft, stammte auch das The Tampon Book, eine Tamponbox in Buchform. Sie sollte auf die überhöhte Mehrwertsteuer von 19 Prozent für Menstruationsprodukte aufmerksam machen. Seit 2020 beträgt diese nur noch sieben Prozent.

Außerdem auf ze.tt: Menstruation: Keinen Bock mehr auf Tampons? Das sind nachhaltige Alternativen

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