Lebensmittelverschwendung: Was du dagegen tun kannst

Mehrere Initiativen gehen gegen Lebensmittelverschwendung vor und setzen sich für eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion ein. Wir stellen dir ein paar davon vor.

Zu gut zum Wegwerfen: Foodsharing soll uns lehren, besser mit unserem Essen umzugehen.

Zu gut zum Wegwerfen: Foodsharing soll uns lehren, besser mit unserem Essen umzugehen. ©Domique Faget/GettyImages

Jährlich werden rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Das hat eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF ergeben. Wir haben ein paar Vorschläge, wie du zu einer nachhaltigeren Lebensmittelproduktion beitragen kannst.

Slow Food

Eine der bekanntesten Bewegungen weltweit ist Slow Food, die in Italien gestartet ist und inzwischen weltweit und für bessere Lebensmittel kämpft. Sie fordert dazu auf, Essen zu genießen und besonders auf die Herstellung der Nahrungsmittel zu achten. Zum Beispiel, ob es sich um regionales Obst und Gemüse mit einem kurzen Transportweg handelt oder ob die Produkte gerade Saison haben. Der Gründer und internationale Präsident von Slow Food Carlo Petrini beschreibt seine Mission wie folgt:

Ich möchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich möchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gerne die Hände derer vor, die das, was ich esse, angebaut, verarbeitet und gekocht haben.

Taste the Waste

Auch der deutsche Dokumentarfilmer Valentin Thurn hat mit Taste the Waste eine Aktion gegen Lebensmittelverschwendung ins Leben gerufen. Ihren Anfang nahm die Aktion 2011 in einer Doku. Der Film soll wachrütteln und zeigen, was Lebensmittelproduktion mit dem Klimawandel und dem Kampf um Land und Getreidepreise zu tun hat.

Foodsharing

Eine weitere Idee, die Lebensmittelverschwendung im Alltag zu verringern, ist Foodsharing. Konsument*innen, Händler*innen und Produzent*innen können Lebensmittel, die sie sonst wegwerfen würden, kostenlos anbieten oder abholen lassen. Ehrenamtliche Helfer*innen in Deutschland und Österreich sammeln die Lebensmittel ein und verteilen sie.

Die Initiative startete im Dezember 2012 und wurde bereits mit dem Greentec Award in der Kategorie Kommunikation und dem Smart Hero Award in der Kategorie soziales Miteinander und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

In Berlin gibt es jetzt außerdem 24-Stunden-Kühlschränke in Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Dort kann jede*r Lebensmittel abgeben oder abholen.

Mundraub

Eine Seite speziell zum Teilen von Obst und Kräutern ist Mundraub, eine kostenlose Onlineplattform, die dank einer Karte den Standort frei zugänglicher Produkte verrät. Die Icons auf der MundraubMap symbolisieren echte Bäume, Sträucher und Kräuter. Auch private Eigentümer oder Unternehmen können über die Map den Standort ihrer ungenutzten Früchte mitteilen.

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Food Assembly

Die Food Assembly ermöglicht Landwirt*innen, mittels einer Onlineplattform ihre Produkte regional und ohne Zwischenhändler*innen an die Verbraucher*innen zu verkaufen. Die Produkte erhalten die Käufer*innen dann auf regelmäßig organisierten Bauernmärkten in der Stadt. So kommt man wieder in den persönlichen Kontakt mit den Bäuer*innen, die das Gemüse auf dem Teller produziert haben.

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Bisher ist die Anzahl der lokalen Food Assemblies in Deutschland noch geringer als in Frankreich, wo sich das System bereits ausgebreitet hat, aber das Netzwerk wächst auch bei uns.