Für das neue Video von Lena Meyer-Landrut müsst ihr euer Handy nicht mehr drehen

In ihrem Song Don’t Lie To Me hinterfragt Lena Meyer-Landrut den schönen Schein, den Nutzer*innen auf Instagram und Co vorspielen. Das Musikvideo wurde dazu passend im Hochkant-Format gedreht.

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But first … Screenshot: Lena / YouTube

Influencerin, Sängerin und Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut veröffentlichte vergangene Woche ihre neue Single Don’t Lie To Me. In dem Song singt Meyer-Landrut darüber, dass der Mensch ständig lügen, sich selbst etwas vormachen und sich verstellen würde – vor allem auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und Snapchat.

Lena singt davon, dass sie ein bestimmtes Bild von sich erschaffen habe und dass es sich anfühle, als müsse sie ihr Innerstes versteckt halten, um anderen zu gefallen. Der Song ist offenbar als Zeitgeist-Kritik gedacht. Passend dazu hat der Fotograf Paul Ripke das Musikvideo zu Don’t Lie To Me im Hochkant-Format gedreht – also in dem Format, das man vom Smartphone und den Social-Media-Plattformen gewöhnt ist.

Don’t Lie To Me entspricht stilistisch dem Zeitgeist

Das Musikvideo zeigt Lena, die im Bett sitzt, auf ihrem Handy herumtippt und eine Sprachnachricht aufnimmt. Offenbar für eine geliebte Person, von der sie verlassen worden ist. „Ich habe dir Dinge erzählt, die nicht stimmen“, singt sie. „Ich habe versucht, dich zu beschützen, indem ich meine Gefühle versteckt habe.“

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Zwischendurch ploppen immer wieder Grafiken auf, die man vom eigenen Smartphone-Gebrauch kennt: Die iPhone-Fotoapp öffnet sich, Lena posiert für ein Selfie, eine Batteriewarnung wird eingeblendet und der eingehende Anruf von der „Wahrheit“ wird abgelehnt. Stattdessen wird der Instagram-Feed durchgescrollt, ein Knutschmund-Selfie bearbeitet und hochgeladen.

Als die Nachricht eines Freundes eingeblendet wird, der sich offenbar Sorgen um die Sängerin macht, schreibt sie zunächst „Ehrlich gesagt hab ich Liebeskummer“, ändert es dann aber schnell zu „Ehrlich gesagt: Ich fühle mich großartig.“ In der letzten Szene des Musikvideos sitzt Lena in einem Restaurant, natürlich mit ihrem Smartphone in der Hand. Sie isst Pommes, rennt dann in Richtung Toilette und erbricht glitzerndes Konfetti in die Kloschüssel, bevor sie ihren Kopf zur Kamera dreht und zwinkert.

Die Fans sind begeistert

Das Video wurde bereits mehr als eine halbe Million Mal auf YouTube aufgerufen (Stand 19.3.). In den Kommentaren äußern sich Fans begeistert über die Machart des Videos, bezeichnen es als kreativ und stimmen der Botschaft zu. „Danke für deinen Mut“, schreibt jemand, „danke, dass du ein Zeichen setzen willst.“ Bleibt abzuwarten, ob Meyer-Landrut dieses Zeichen auch selbst ernst nimmt und ihre eigene Social-Media-Nutzung verändert. Auf Instagram zeigt sie ihren 2,6 Millionen Follower*innen vor allem eines: perfekte Fotos aus einem vermeintlich perfekten Leben.