Ließ Starbucks zwei Männer verhaften, weil sie schwarz sind?

Zwei schwarze Männer wurden aus einer Starbucks-Filiale wegen Hausfriedensbruch in Handschellen abgeführt. In sozialen Netzwerken wird dem Unternehmen nun Rassismus vorgeworfen.

Die Polizei führte die beiden Männer in Handschellen ab. © Screenshot: Twitter

Am vergangenen Donnerstag betraten zwei schwarze Männer eine Starbucks-Filiale in der US-amerikanischen Stadt Philadelphia. Nach Behördenangaben hatten die Männer darum gebeten, die Toiletten nutzen zu dürfen. Wie die New York Times berichtet, verweigerte ein*e Starbucks-Angestellte*r ihnen die Bitte, da die Männer nichts bestellt hatten, und forderte sie auf, die Filiale zu verlassen. Dem Bericht zufolge riefen die Angestellten wegen Hausfriedensbruchs die Polizei, nachdem die Männer der Aufforderung nicht nachgekommen waren und in der Filiale sitzengeblieben waren. Die Polizei führte sie in Handschellen ab. Die Verhafteten sagten der Polizei, dass sie auf einen Freund gewartet hätten.

Eine Kundin filmte den Vorfall

Eine Zuschauerin, Melissa DePino, hatte die Verhaftung mit ihrem Handy gefilmt und auf Twitter gepostet.

In ihrem Tweet schreibt sie: „Alle anderen weißen Leute fragen sich, warum ihnen das noch nie passiert ist, wenn wir so etwas machen.“ In dem Video sieht man auch, dass einige der umstehenden Gäste deutlich machten, dass sie die Verhaftung nicht für gerechtfertigt, sondern für rassistisch motiviert hielten. Andrew Yaffe, ein weißer Mann, der an einem der Nebentische gesessen hatte, wurde von der Polizei gefragt, ob er mit den „zwei Herren“ hier sei, woraufhin er erwiderte: „Warum wurden Sie gerufen? Weil zwei schwarze Männer hier sitzen und auf mich warten?“

[Außerdem auf ze.tt: Rassismus in den USA fängt bei der Wahrnehmung schwarzer Kinder an]

Das Video verbreitete sich rasch, wurde in sozialen Netzwerken diskutiert und löste schließlich einen Aufruf zum Boykott der Franchise-Kette aus. Kevin Johnson, der CEO von Starbucks, nahm Stellung zur Verhaftung. In einer Pressemitteilung gab er bekannt, dass Starbucks seine Firmenpolitik überarbeiten werde und die Franchise-Partner in Zukunft darin schulen wolle, besser einschätzen zu können, ab wann ein Polizeieinsatz gerechtfertigt sei.

Am Sonntagabend versammelten sich Menschen vor der Filiale in Philadelphia, um gegen Racial Profiling und die Diskriminierung von Schwarzen zu protestieren.