„Machtvoll gefühlt habe ich mich, als ich meine Kinder geboren habe“

Wie entsteht Macht? Und wie kann eine Gesellschaft aussehen, in der Macht gerechter verteilt ist? Mareice Kaiser sammelt in ihrem Podcast Was Macht macht Antworten. Erste Folge: Geburt und Familie.

Mareice Kaiser stellt in ihrem Podcast Machtfragen. In der ersten Folge rund um Geburt und Familienleben.

Mareice Kaiser stellt in ihrem Podcast Machtfragen – in der ersten Folge rund um Geburt und Familienleben. Foto: Elif Kücük / ze.tt

Ich bin Mareice Kaiser,  Journalistin und 36 Jahre alt. Ich lebe in Berlin, ich bin weiß, ich habe keine Behinderung, ich bin ein Arbeiter*innenkind und ich bin Mutter. Für einige dieser Merkmale habe ich mich bewusst entschieden, für andere nicht. Aber all diese Merkmale haben etwas gemeinsam: Jedes einzelne sorgt dafür, dass sich meine Position in unterschiedlichen Machtverhältnissen verändert. Von mächtig bis machtlos ist alles dabei. Deshalb will ich wissen: Wie fühlt Macht sich an? Wenn man sie hat und auch, wenn man sie verliert. Woher kommt Macht? Und wie kann eigentlich eine Gesellschaft aussehen, in der Macht gerechter verteilt ist?

In meinem Podcast Was Macht macht stelle ich Machtfragen. Ich will wissen, was Macht macht und wer Macht macht. Im Denken und im Handeln. Am Frühstückstisch, im Kreißsaal, im Büro, am Geldautomaten, beim Sex, in der Wirtschaft und im täglichen Miteinander. In der ersten Folge stelle ich die Machtfrage bei der Geburt und in der Familie.

Machtvoll gefühlt habe ich mich, als ich meine Kinder geboren habe.

Linda

Während der Recherchen zum Podcast habe ich in den Sozialen Medien nach mächtigen und machtlosen Momenten gefragt, Linda hat sich mit einer Sprachnachricht gemeldet. Sie sagt: „Machtvoll gefühlt habe ich mich, als ich meine Kinder geboren habe.“ Über die Macht der Geburt spreche ich mit Anja Constance Gaca. Sie arbeitet als Hebamme, Autorin von Büchern rund um Schwangerschaft und Geburt und als Bloggerin Von guten Eltern. „Macht kann negative Auswirkungen haben, die ich in meinem beruflichen Kontext mehr als ein Mal erlebt habe“, erzählt Anja. Wir sprechen über Schwangerschaften, Geburten und das Wochenbett und darüber, wie entscheidend Selbstbestimmung und Selbstermächtigung sind. Und wie paradox es ist, dass Hebammen unter immer prekäreren Arbeitsbedingungen arbeiten müssen, obwohl ihre Funktion so wichtig ist für die Kinder, die Eltern und letztendlich auch für die gesamte Gesellschaft. „Die Geburt hat einen größeren Einfluss, als wir so denken“, sagt Anja.

Wenn das Kind da ist, spielt Macht weiterhin eine Rolle. Was auf dem Frühstückstisch steht, welche Kleidung Kinder tragen, wann Kinder ins Bett gehen – das alles entscheiden meistens ihre Eltern. Adultismus beschreibt das Machtungleichgewicht zwischen Erwachsenen und Kindern. Was passiert, wenn Eltern ihre Macht einfach mal abgeben? Oder zumindest teilen? Eine, die Adultismus hinterfragt, ist Suse. Ich treffe sie gemeinsam mit ihrem 6-jährigen Kind in Berlin. Auf die Frage, wie ein Familienleben mit ausgeglichener Machtverteilung aussehen kann, antwortet sie: „Es gibt echte Beziehungen und echten Kontakt und Wärme in den Beziehungen. Es gibt keine Machtworte.“

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