Mealiepap und Kürbissuppe: Diese Gerichte aus Namibia sind genau das Richtige für den deutschen Winter

Diese namibischen Rezepte zum Nachkochen garantieren warme, wohlige Bäuche und eine Prise Fernweh.

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Eine der wenigen regionalen Gemüsesorten sind Kürbisse: Butternut und der sogenannte Gem Squash. Foto: Natalie Rhea Riggs/Unsplash

Namibia ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen in Afrika. Kein Wunder, denn das Land gilt als sehr europäisiert. Das erkennt man auch an der namibischen Küche. So servieren die Gaststätten gerne holländische Desserts, deutsche Würste und deftige Eintöpfe. Das kulinarische Erbe aus der deutschen Kolonialzeit und Jahrzehnte südafrikanischer, also britisch-niederländischer Besatzung.

Bis 1990 war Namibia so gut wie durchgängig fremdbestimmt. Auf die deutsche Kolonialzeit 1884 bis 1915 folgte die südafrikanische Besetzung, und somit der britisch-niederländische Einfluss. So ganz ist die traditionelle namibische Küche nicht verloren gegangen; zum Glück. Namibia schmeckt also nach europäisch-afrikanischer Fusionsküche: reichhaltig, würzig, bodenständig und fettig. Genau das Richtige für den kalten deutschen Winter.

Namibias traditionelle Küche

Die namibische Küche orientiert sich an den Ressourcen des Landes, die eindeutig nicht bei frischem Gemüse und Obst liegen. Ein Großteil des Gemüses und Obsts muss aus Südafrika importiert werden und das ist teuer. Einige Namibier*innen versuchen es mit einem kleinen Gemüsegarten. Für mehr eignet sich der trockene Boden Namibias nicht. Dafür gibt es jede Menge Platz für Viehwirtschaft. Der*die Namibier*in ernährt sich also von Fleischgerichten. Und zwar in allen Varianten: getrocknet, eingekocht, verwurstelt.

Bevor jetzt alle hippiesken, umweltbewussten Leser*innen aufschreien: Die Tierhaltung in Namibia ist nicht mit jener in Deutschland zu vergleichen. Die meisten Tiere in Namibia leben auf großzügigen Weideflächen, bis auf die Schlachtung der Tiere ist kaum etwas an ihrer Haltung verwerflich. Wem es beim Fleischverzicht um die Umwelt geht, der ist mit Fleischkonsum in Namibia besser aufgehoben als mit importiertem Gemüse.

In Deutschland ist die Tierhaltung und ihr Konsum wesentlich ressourcenintensiver. Deshalb werden folgende Rezepte so etwa alle vegetarischen Gerichte präsentieren, die Namibia zu bieten hat. Sie garantieren warme, wohlige Bäuche und eine Prise Fernweh.

Mealiepap

Das Zentrum vieler namibischer Gerichte ist der Mealiepap oder auch Maisbrei. Brei mag auf den ersten Moment langweilig und nach Schullandheim klingen – und schmecken tut er tatsächlich sehr neutral – doch richtig kombiniert und zubereitet kann der Mealiepap mehr, als man ihm zutraut. Wichtig: Unbedingt mit den Händen essen!

Zutaten:

4 Becher Wasser
2 Becher Maismehl
1/2 TL Salz

Zubereitung:

1. Das Wasser zum Kochen bringen und Salz hinzugeben. Dann das Maismehl langsam in das kochende Wasser schütten und rühren. Die Hitze runterschalten und den Brei köcheln lassen. Immer wieder umrühren.
2. Herd ausmachen und den Topf mit geschlossenem Deckel 30 Minuten stehen lassen. Ab und zu umrühren. Die Konsistenz des Paps sollte fest bis bröckelig sein, sodass er gut mit den Fingern zu fassen ist.

Oshingali Bohnendip

Leckere Beilagen für den Mealiepap sind Oshingali Bohnendip, Ombidi Spinat und Chakalaka Gemüse. Die protein- und vitaminreichen Tapas machen das Pap-Essen erst zum Event. Mit den Händen greift man ein Stück Pap und tunkt es je nach Geschmack in das Spinat-, Bohnen- oder Gemüsegericht. Der Pap kann jedoch auch mit jeder anderen Soße oder Beilage gegessen werden, da ist kreative Freiheit angesagt.

Zutaten:

4 Becher weiß-gesprenkelte Bohnen
Salz, Pfeffer, ein wenig Chilipulver

Zubereitung:

1. Die Bohnen im kalten Wasser etwa 15 Minuten einweichen lassen. Dann mit den Händen die Bohnen etwas abrubbeln, bis sich die Schalen lösen.
2. Bohnen abschütten und mit neuem Wasser in einem Topf bedecken und die Gewürze hinzugeben. Zum Kochen bringen und so lange auf mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Bohnen die gewünschte breiige Konsistenz annehmen. Bei Bedarf mit dem Stabmixer nachhelfen.

Ombidi Spinat

Zutaten:

1 kg Spinat
1 Zwiebel
3 Tomaten
Sonnenblumenöl
Kapana-Gewürz (leider rar in Deutschland, am ehesten mit einem Grillmix-Gewürz zu ersetzen)

Zubereitung:

1. Spinat gut waschen und Wasser zum Kochen bringen. Dann den Spinat ins heiße Wasser geben und köcheln lassen, bis er gar ist.
2. Tomaten und Zwiebeln klein schneiden.
3. Spinat abschütten und das Gemüse und Öl darunter heben. Je nach Belieben würzen.

 

Chakalaka

Zutaten:

1 Zwiebel
150g Karotten
1 Paprika (rot)
1 Dose Bohnen
1 Dose gehackte Tomaten
1TL Chilipulver
1TL Currypulver
1TL Paprikapulver

Zubereitung:

1. Zwiebeln schälen und klein hacken. Auch Paprika und Karotten klein schneiden.
2. Zwiebeln mit Curry, Chili und Paprika-Gewürz 10 Minuten in einer großen Pfanne anschwitzen und umrühren. Die Karotten hinzufügen. Weitere 20 Minuten auf geringer Stufe vor sich hin köcheln lassen und ab und zu umrühren. Nach und nach Wasser hinzufügen, sodass nichts anbrennt.
3. Die gebackenen Bohnen hinzufügen und mischen. Dann die Paprikastückchen und die Tomaten hinzufügen. Mit Salz abschmecken und so lange köcheln lassen, bis die Karotten bissfest sind.

Butternut-Kürbissuppe mit Trüffel

Eine der wenigen regionalen Gemüsesorten sind Kürbisse: Butternut und der sogenannte Gem Squash. Ebenso eine namibische Spezialität sind Kalahari-Trüffel, die nur zur Regenzeit im Osten des Landes, in der Kalahariwüste, wachsen – falls genug Regen fällt, was nicht immer garantiert ist. Im Gegensatz zu den europäischen Exemplaren sind die Kalahari-Trüffel bei Regen zu sehr erschwinglichen Preisen einzukaufen. Statt dem namibischen oder europäischen Trüffel kann die Suppe auch mit gerösteten Kürbiskernen serviert werden.

Zutaten:

1 kg Butternut-Kürbis
Butter
1 Zwiebel
1/2 TL Kreuzkümmel
0,5l Hühnerbrühe
1 Lorbeerblatt
Muskat
Salz und Pfeffer
(Kalahari-)Trüffel oder Kürbiskerne
Petersilie

Zubereitung:

1. Kürbis schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Die Butter in einem großen Topf zerlassen, die Zwiebeln würfeln und hinzugeben und anschwitzen, bis sie glasig sind. Kreuzkümmel hinzugeben und ca. 1 Minute lang köcheln lassen.
2. Die Kürbisstücke und das Lorbeerblatt in der Brühe im gleichen Topf kurz aufkochen und anschließend für ca. 20 Minuten unter schwacher Hitze weiter köcheln lassen, bis der Kürbis weich gekocht ist. Das Lorbeerblatt herausnehmen und etwas abkühlen lassen.
3. Mit einem Pürierstab den Kürbis zu einer sämigen Masse mixen. Die Suppe mit dem Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.
4. Die Trüffeln fix in Butter anrösten, die Suppe in Schälchen abfüllen, mit den Trüffeln und etwas gehackter Petersilie servieren.

Salsa-Salat & Vetkoek

Der Stadtteil Katutura in Windhoek war zur Zeit der Apartheid das Viertel, in das alle Schwarzen verdrängt wurden. Auch heute leben größtenteils schwarze Namibier*innen in Katutura. Doch der Stadtteil ist mittlerweile nicht nur für die armen Verhältnisse bekannt. Heute kommen dort sowohl Einheimische als auch Tourist*innen auf dem Single Quarters Market zusammen, um Kapana (gebratene Rindfleischstreifen) mit Mealiepap, Salsa-Salat und Vetkoek zu essen. Vetkoek, auf deutsch Fettkuchen, ist das Streetfood schlechthin in Windhoek. Ob vor der Uni, an der Tankstelle oder im Stadtzentrum – überall werden Vetkoeks verkauft. Sie können beliebig herzhaft mit Salat, Hackfleisch oder auch süß kombiniert werden.

Zutaten:

250g Mehl
1 TL Backpulver
1/2 TL Salz
1 Ei
125ml Wasser/Milch
Öl zum Frittieren

4 Tomaten
1 Zwiebel
Kapana-Gewürz/Grillmix-Gewürz
1/2 TL Chilipulver
1 TL Öl
1 TL Essig

Rezept:

1. Mehl, Backpulver und Salz mischen, das Ei hinzufügen und mit Milch oder Wasser zu einem dünnen Teig verrühren.
2. Öl in einer tiefen Pfanne oder einem Topf erhitzen und den Teig löffelweise in das heiße Fett geben. Ein paar Minuten frittieren lassen bis die Teigklumpen goldbraun sind.
3. Für den Salat Tomaten und Zwiebeln klein hacken und mit den restlichen Gewürzen abschmecken.