Mehr als Falco und Bilderbuch: Diese Musik aus Österreich müsst ihr hören

Bands wie Bilderbuch und Wanda sind über die Grenzen Österreichs längst bekannt. Doch es gibt noch viel mehr Musik aus dem Land der Alpen zu entdecken – und in unserer Playlist zu hören!

Mehr als Falco und Bilderbuch: Diese Musik aus Österreich müsst ihr hören

So klingt der Sound aus den Alpen: Ziemlich leiwand! Fotos: Screenshots / Youtube

Österreich ist bekannt für seine Berge, Schnitzel und die Wiener Kaffeehauskultur. Aber auch einige spannende Musik-Acts kommen aus dem Land der Alpen. Von diesen 17 Bands und Künstler*innen solltest du auf jeden Fall gehört haben. Mit unserer Österreich-Playlist bringst du den Sound der Alpen in dein Wohnzimmer, wo auch immer das gerade sein mag.

1. Mavi Phoenix: Österreichs Newcomerin

Die 23-jährige Oberösterreicherin Marlene Nader startete ihre Karriere noch vor ihrem Abi als Support-Act für Bilderbuch. Ihr Sound ist irgendwo zwischen Hip-Hop, Pop, R’n’B, Elektro und Trap zu Hause. Mit ihrem Song Prime führte sie die FM4-Jahrescharts 2018 an. Mavi Phoenix zieht beneidenswert konsequent ihr eigenes Ding durch und ist darum mit niemandem so wirklich vergleichbar. 2019 führt kein Weg an der Sängerin vorbei.

2. Cari Cari: Musik wie aus einem Tarantino Film

Der Rolling Stone nannte Cari Cari die wichtigste Live-Entdeckung des Primavera Sound Festivals in Barcelona. Die Indieband besteht aus dem Duo Stephanie Widmer und Alexander Köck, die sich anhören wie die wiedervereinten The White Stripes. Cari Cari klingt, wie man sich die Fahrt in einem Mustang durch die Wüste während des Sonnenuntergangs in einem feministischen Western vorstellt und sogar noch ein Stück besser.

3. Jugo Ürdens: Ćevapčići Sound

Jugo Ürdens ist laut VICE der schönste Rapper Österreichs, das Frauenmagazin Woman bezeichnete ihn als den „schönsten Mann Wiens“. Der in Mazedonien geborene und in Österreich aufgewachsene Rapper Aleksandar ist aber nicht nur schön anzusehen, sondern kann auch rappen. Mit einem Hauch Selbstironie huldigt er dem Kultauto Yugo des Automobilherstellers Zastava oder singt darüber: „Ich will entweder reich oder ein Meme im Internet werden“. Aufmerksam wurden viele auf ihn durch seine Single Österreicher, in der er darüber rappt, endlich den österreichischen Pass zu haben. In Interviews erzählt er, dass er gerne Model wäre, dafür aber zu viel Ćevapčići esse. Der Wiener Rapper spielt geschickt mit Klischees und Stereotypen und nimmt sich selbst dabei nicht immer ernst.

4. Lylit: Gänsehaut und Gefühl

Die gebürtige Salzburgerin Eva Klampfer macht Musik unter dem Künstler*innennamen Lylit. Ihr Klang lässt sich am ehesten als eine Mischung aus R’n’B, HipHop und Electro beschreiben. Ihre Songs gehen direkt unter die Haut und stellen jedes Härchen auf.

5. Yung Hurn: Koks und Stoli

Wer gern Cloud Rap hört oder sich auch nur irgendwie mit Musik aus Österreich beschäftigt, kommt seit einigen Jahren an Yung Hurn nicht vorbei. Mit Songs wie NEIN, bianco oder Eisblock rappt der Hip-Hop-Musiker aus dem Wiener Bezirk Donaustadt bevorzugt über Koks, Liebe, Wien und Stoli. Mittlerweile lebt er in Berlin.

6. T-Ser: Politischer Rap aus Wien

T-Ser und seine Rapper-Kollegen machten im vergangenen Jahr Schlagzeilen, weil sie von Polizist*innen in Wien an einem Sonntag Nachmittag in einem Park kontrolliert wurden. Die Rapper veröffentlichten ein Video, das den Vorfall zeigt, auf Instagram und Facebook und ihre Videos erreichten mehrere Hunderttausend Personen. Unter dem Hashtag #nichtmituns wollten sie andere dazu motivieren, es ihnen gleichzutun und ihre Erfahrungen mit Rassismus zu teilen. Auch die Songs von T-Ser sind politisch und erzählen von Rassismuserfahrungen in Österreich.

7. Oehl: Tanzen zu nordischer Melancholie

Neue Wildnis und Keramik sind die ersten beiden Singles des Austro-Isländischen Duos rund um Liedermacher Ariel Oehl und Multiinstrumentalisten Hjörtur Hjörleifsson. Oehl macht tanzbare Rhythmen, verwoben mit nordischer Melancholie. „Allmählich zieht die Kälte ein. Wer jetzt allein ist, wird es lange sein“, singt Ariel. Zum Glück kann man die Schwermütigkeit direkt wegtanzen.

8. Lea Santee: Von Tirol nach L.A.

Ihren ersten Song veröffentlichte das Duo, bestehend aus Lea Stöger und Manuel Hosp, noch im österreichischen Tirol. Der Erfolg blieb nicht lange unbeachtet und Adeles Produzent Ariel Rechtshaid lud die beiden nach L.A. ein, um ihre Songs fertigzustellen. In der Musikszene gelten sie schon länger als „Austria’s next big pop thing“. Ihre Melodien sind eingängig und trotzdem erfrischend tiefgründig. Empfehlenswert ist auch ihr Cover von Nelly Furtados Klassiker Powerless. Danach fühlt man sich alles andere als kraftlos, versprochen.

9. Bilderbuch: Romantik und Europa

Ja, fast alle kennen die Band Bilderbuch schon, sie soll trotzdem kurz genannt werden. Denn auf ihrem Album Mea culpa, das sie im Dezember veröffentlichten, klang die Band so romantisch und experimentierfreudig wie noch nie zuvor. Ihr neues Album Vernissage my Heart erscheint am 22. Feburar. Ihre Aktion

10. AVEC: Musik, zum Verlieben schön

Hinter AVEC verbirgt sich die österreichische Singer-Songwriterin Miriam Hufnagl. Sie wird seit einigen Jahren als eines der größten musikalischen Talente in Österreich gehandelt. Wer AVEC live gesehen hat, weiß, dass Miriam Hufnagls Stimme einen nicht unberührt lassen kann. In einem ihrer älteren Songs Granny behandelt die Sängerin die Alzheimer-Erkrankung ihrer Großmutter. In ihren neueren Songs geht es oft um Liebe und Gefühle, ohne auch nur eine Sekunde kitschig zu werden. AVEC ist, was wir dringend brauchen: unkitschige Romantik zum Verlieben.

11. Ant Antic: Mächtiger Elektropop

Das Elektropop-Duo, bestehend aus Tobias Koett und Marco Kleebauer, überzeugt durch unerwartet machtvolle Sounds. Ant Antic ist nichts für Pop- und Refrain-verliebte Ohren, belohnt aber die, dich sich auf den Sound einlassen.

12. Leyya: Pop mit Tiefgang

Das oberösterreichische Popmusik-Duo macht nicht nur großartige Musikvideos, sondern auch großartigen Sound. Mit der Single Superego erreichten sie erstmals breite Aufmerksamkeit. Leicht zugängliche Pop-Sounds, denen es trotzdem nicht an Tiefgang fehlt, machen ihre Musik so bemerkenswert.

13. DIVES: Punk im Pool

Die Surfrock- und Garage-Punk-Band DIVES ist noch am Anfang. Ihre Songs benennen sie mit Ein-Wort-Titeln wie Shrimp, Concrete oder Squeeze. Herrlich cool sind auch ihre Videos und machen klar, wie groß die Sehnsucht nach Frauen im Garagen-Punk war.

14. SCHMIEDS PULS: Wiener Folk

Schmieds Puls ist eine österreichische Band um die Singer-Songwriterin Mira Lu Kovacs, mit Walter Singer am Kontrabass und Christian Grobauer am Schlagzeug. Ihre Musik wird beeinflusst von Jazz, Folk, und Alternative Pop. Der locker flockige Sound eignet sich perfekt, um durch Wien zu sträunen und sich gedanklich von seinen Expartner*innen zu verabschieden.

15. SINAH: Mehr Realness

Die 27-jährige Sängerin aus Oberösterreich veröffentlichte mit Blame Me laut Noisey das “realste Video des Jahres”. Zu sehen ist darin keine glattgebügelte Pop-Sängerin, sondern eine reale Frau mit Narben, Schmerz und Selbstzweifel. Das beschreibt auch ihre Songs: Düstere Synths, Bässe und Trip Hop-Elemente verbinden sich. In ihren Texten geht es um Zurückweisung und Selbstzweiflung. Es tut gut, jemanden ehrlich darüber singen zu hören – schließlich kennen wir diese Gefühle doch alle.

16. EUROTEURO: Ti amo Autogrill!

Euroteuro wurden bekannt durch ihre humorvolle Liebeserklärung an die italienische Autobahnraststätte. Mit der nostalgischen Spaßnummer traf die Band einen Nerv und versetzte ihr Publikum zurück in Erinnerungen an den Italienurlaub. Doch Euroteuro kann mehr und besingt in einem anderen die Kündigung und das Arbeitslossein: „In Wien oder anderswo – überall besser als im Büro“.

17. Granada: Scheiß Berlin!

Die österreichische Band besteht aus fünf Musikern und gründete sich rund um den Grazer Thomas Petritsch, der bereits unter dem Namen Effi englischsprachige Songs zwischen Indiepop und Do-it-yourself-Electronic machte. Nun wird in Dialekt gesungen und auch die Quetschn, also das Akkordeon, darf nicht fehlen. In ihren Songs besingen sie den Wiener Gemeindebezirk Ottakring, Pina Colada oder den neuen Freund aus scheiß Berlin: „Grüße aus Graz nach scheiß Berlin“.

Hört euch in unsere Österreich-Playlist!

In unserer Österreich-Playlist findet ihr diese Songs und noch viele mehr. Hol dir den Sound aus den Alpen in dein Wohnzimmer, wo auch immer das sein mag.


„Was geht mit Österreich?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich unsere Korrespondentin und Exil-Österreicherin Eva Reisinger in ihrer Serie. Sie lebt halb in Berlin und halb in Wien und erzählt euch, was ihr jeden Monat über Österreich mitbekommen müsst, worüber das Land streitet oder was typisch österreichisch ist. Wenn du unseren Österreich-Newsletter abonnierst, bekommst du ihn alle zwei Wochen in dein Postfach.