Mental Health: Diese neun Instagram-Accounts machen psychische Erkrankungen sichtbar

Instagram besteht nicht nur aus Selfies, Shoppinghauls und fotogenem Essen. Auch über psychische Erkrankungen und mentale Gesundheit wird immer mehr geschrieben und gepostet.

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In diesen Kopf kann niemand hineinsehen. Foto: Eli DeFaria / Unsplash | CC0

1. Eva (@depridisco) – Depression ist nicht schwarz-weiß

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Der Duden sagt, ein Stigma ist "etwas, wodurch etwas oder jemand deutlich sichtbar in einer bestimmten, meist negativen Weise gekennzeichnet ist und sich dadurch von anderem unterscheidet". . Und dann gibt's noch die Stigmatisierung, das ist dann also die aktive negative Kennzeichnung eines jemanden durch etwas. . Bei psychischen Erkrankungen sind das ganz viele Vorurteile und Berührungsängsten. Viele Betroffene haben das Problem, dass sich das Umfeld nach einem "Outing" abwendet, weil es einfach nicht weiß, wie es sich verhalten soll. Wie auch, wenn man diese Krankheiten nicht mal auf einem Röntgenbild oder in einem Bluttest nachweisen kann und sich hartnäckig die Annahme aufrecht erhält, dass "jeder mal so eine Phase hat." Nicht-Betroffenen fehlt meist einfach das Verständnis und das Einfühlungsvermögen für diese Krankheiten (Gott sei Dank, denn ich wünsche niemandem, an einer psychischen Erkrankung zu leiden) und sie versuchen sich in ihrem Horizont einen Reim darauf zu machen, der nicht immer ganz wertfrei ist. Und schwupps haben wir das Stigma erzeugt. . Es gibt für fast alles unterschiedliche Stereotypen-Schubladen. So auch für Diagnosen wie Depression, Borderline oder Schizophrenie. Bei letzterem kommt noch erschwerend hinzu, dass viele die Schizophrenie mit einer dissoziativen Identitätsstörung verwechseln, was die Aufklärung nur noch schwieriger macht. . Es ist also ein großer Salat an Unwissenheit, Vorurteilen, Berührungsängsten und auch Unfähigkeit, die das Stigma immer weiter füttern. . Tatsächlich kann man sich aber auch selbst stigmatisieren. Womöglich unbewusst aber nicht weniger effektvoll. Haben sich zum Beispiel Vorurteile über Psychotherapie in uns manifestiert, kann die Scham so groß sein dass man sich nicht traut eine passende Behandlung in Anspruch zu nehmen. Das selbe gilt für Psychopharmaka. . Ich selbst stigmatisiere mich auch. Jedes Mal wenn ich mich dafür fertig mache, dass ich in einer downphase mal wieder nicht leistungsfähig genug bin. Wenn ich mich aus Scham zurück ziehe und niemanden sehen will, aus Angst, verurteilt zu werden. Ein Teufelskreis, diese Stigmascheiße… . #endthestigma #letstalkaboutmentalhealth

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Der Account von Kommunikationsdesignerin Eva macht mithilfe von Texten, Illustrationen und Handlettering die Erkrankung Depression ein bisschen verständlicher, für Betroffene und Außenstehende. Die ansprechenden Posts schaffen ein Gefühl des Verstandenseins und motivieren zu kleinen Fortschritten. Denn sich nicht zu überfordern, sondern nachsichtig mit sich zu sein, ist das, woran Eva immer wieder erinnert. Dabei teilt sie in vielseitigen Texten auch ihre eigenen Erfahrungen. Das kann Betroffenen helfen, sich im Kampf mit dem Alltag weniger allein zu fühlen. @depridisco trägt in wohldosierten Portionen zu einer besseren Vernetzung der #mentalhealthcrowd bei.

2. Nirrimi Firebrace (@nirr.imi) – mehr Achtsamkeit

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Life. 😅⁠⠀ ⁠⠀ I always find it strange when people tell me they envy me, especially when I feel I struggle deeply with life at times. But I understand because I’ve felt that way about others. There is a lot of good in my life that I’ve worked hard for or been privileged to embrace and I appreciate it all so deeply. But I don’t find this life thing easy.⁠⠀ ⁠⠀ I really do try and I’m proud of everything I do despite things like my anxiety disorder, past traumas and just general overwhelming sensitivity. But I have so much crushing shame and guilt around my struggles sometimes. About how little things can so quickly snowball into soul-crushing things. About how I often don’t feel the way I think I ‘should’ feel.⁠ 🙈⠀ ⁠⠀ The thing that I like to remember is that no one out there is having an easy time of this whole life thing. Absolutely no one. Even if life is easy for a little while, after a while it isn’t. No matter how successful or rich or loved you are, life is a tough ride. Not everyone wears their struggles on their sleeve so it can be easy to forget.⁠ 🌸⠀ ⁠⠀ I’m soothed by feeling that as I get older I am getting better at accepting the dark times, instead of battling and resisting them. I’m letting it sink in that they are a human-thing, instead of a Nirrimi-thing. ⁠⠀ ⁠⠀ Which is also why I’m sharing this, in hopes that these words will help sink in that your struggles, doubts and dark days are not a you-thing but an everyone-thing. And they’re okay and normal. 🙏🏼❤️⁠⠀ ⁠⠀ I haven’t posted because I’ve spent the last few days in and out of a dark place. I’ve totally fallen off track with… well where do I begin? I haven’t been my best self, best mother or best partner. But I’m conscious of it, and I’m doing my very best to be self-aware and honest and look after myself.⁠ 🤗⠀ ⁠⠀ And that’s enough right now. 🌻⁠⠀ ⁠⠀ 148/365 #ayearofjoys⁠

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Die australische Autorin, Bloggerin und Fotografin Nirrimi Firebrace teilt als @nirr.imi ihre persönliche Reise in wunderschönen Texten, die oft tief berühren. Angststörung und Depressionen spielen immer wieder eine Rolle, ebenso wie traumatische Erlebnisse und missbräuchliche Beziehungen in ihrer Vergangenheit. Dazu kommt der Umgang mit Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten als Freiberuflerin, Kreative und Mutter. Auch schwierige und gesellschaftlich tabuisierte Punkte spricht Nirrimi offen an: Dass sie Psychopharmaka nimmt oder den unerwarteten Selbstmord ihres Bruders zum Beispiel. Unter #ayearofjoys dokumentiert Nirrimi ein Jahr lang täglich ihre schönsten Momente. So übt sie, achtsam zu sein und die Details zu würdigen, die ihr Leben trotz seelischer Krankheit lebenswert und schön machen. Sie ist eine starke, softe und inspirierende Persönlichkeit, die immer die richtigen Worte findet.

3. Dinah (@erklaerungsnot) – alles rund um unsere Psyche

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🤷 Wie kann man die Persönlichkeit eines Menschen mit möglichst wenig Eigenschaften beschreiben? Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass allein in der englischen Sprache über 18.000 Wörter existieren, die Persönlichkeitseigenschaften beschreiben. . Das „5-Faktoren-Modell“ gilt heute als Standardmodell zur Persönlichkeitsbeschreibung und besteht aus 5 Dimensionen, für die jede Person hohe, niedrige oder auch mittlere Werte annehmen kann. . 1️⃣ Offenheit: Beschreibt die Offenheit für neue Erfahrungen. Menschen mit hohen Werten sind wissbegierung und fantasievoll. Niedrigere Werte stehen für eher konservativeres Verhalten. . 2️⃣ Gewissenhaftigkeit: Beschreibt die Genauigkeit und Zielstrebigkeit einer Person. Wer sehr gewissenhaft ist, der handelt auch sonst planvoll und ist organisiert. Niedrige Werte beschreiben eher Unzuverlässigkeit, Unbekümmertheit und impulsives Verhalten. . 3️⃣ Extraversion: Hohe Werte stehen für aktive, gesprächige Persönlichkeiten, niedrige Werte eher für zurückhaltendes Verhalten in sozialen Kontakten (introvertiert). . 4️⃣ Verträglichkeit: Sagt aus wie viel wert eine Person auf harmonische Beziehungen legt. Personen mit hohen Punktzahlen sind verständnisvoll, mitfühlend und hilfsbereit. Sie glauben zudem an das Gute im Menschen. Das andere Extrem kennzeichnet sich durch Egoismus, Misstrauen und Wettbewerbsorientierung. . 5️⃣ Emotionale Labilität/Neurotizismus: Kennzeichnet die Neigung zu negativen Emotionen wie Angst, Pessimismus, Wut, Eifersucht… Menschen mit hohen Werten grübeln viel, leben oft in Sorge. Personen mit niedrigeren Werten sind optimistischer, selbstsicherer und ausgeglichener. . 👆🏻Kritiker bemängeln zu recht, dass das Modell nicht die vielen Feinheiten einer Persönlichkeit beschreiben kann. Trotzdem wurde der Erfolg für die Grundzüge der Persönlichkeit in über 3000 Studien nachgewiesen. Heute werden die 5 Faktoren häufig in der Personalauswahl eingesetzt. . 👉🏻 Extreme Ausprägungen der "Big five" führen statistisch häufiger zu psychischen Störungen. (B: Depression = geringe emotionale Stabilität; Zwangsstörung = hohe Gewissenhaftigkeit) . 🤔 Wie würdest du dich einschätzen? Test in Bio!

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Unter dem Namen @erklaerungsnot bereitet Dinah, Psychologiestudentin und selbst betroffen, verschiedenste Aspekte psychischer Krankheiten als abwechslungsreiche Mischung aus Fakten und persönlichen Erfahrungen auf. Wie der Name andeutet, soll die Erklärungsnot von Menschen mit psychischen Krankheiten gemindert werden. Auch @erklaerungsnot kämpft gegen Stigmata, indem Dinah über unterschiedliche Krankheitsbilder und Störungen aufklärt. Was ist erlernte Hilflosigkeit? Was passiert in einer psychiatrischen Tagesklinik oder einer ersten Therapiestunde? Wieso hängen Ängste und Depressionen so oft zusammen? Dinah schafft es, wissenschaftliche Daten verständlich zusammenzufassen – das Lesen ist fast wie ein Mini-Psychologiestudium.

4. Lena (@freudmich) – Mission: #endthestigma

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Was Psychotherapie nicht ist: Sowas wie eine Pille, die man sich einwirft und dann geht es direkt wieder besser. Auch keine Zauberstunde, aus der man beflügelt und geheilt herauskommt. Was Psychotherapie ist: In erster Linie harte, oft langwierige Arbeit, die viel Mut und Kraft erfordert. Die Wirkung tritt manchmal noch Jahre später ein. Die Hauptarbeit findet oft nicht in der Stunde selbst, sondern danach statt. Psychotherapie ist aber auch inspirierend, wohltuend, heilsam und, ganz wichtig: Ein wissenschaftlich geprüftes, effektives Behandlungsverfahren bei psychischen Erkrankungen. Psychotherapie kann Nebenwirkungen haben. Dazu in einem anderen Post mehr. Photocredits: freestock.org via Unsplash

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Psychotherapeutin und Buchautorin Lena hat es sich mit ihrem Blog und dem Instagram-Account @freudmich zur Mission gemacht, Stigmata rund um psychische Erkrankungen zu entkräften. Sie gibt nicht nur Tipps zu konkreten Anlaufstellen für Hilfesuchende, sondern hat auch gut in den Alltag integrierbare Ideen parat: ein Tagebuch der Komplimente zum Beispiel. Daneben erzählt Lena aus ihrem spannenden Leben als Therapeutin. Das bleibt aber nicht einseitig, sondern soll zum Mitmachen und Austauschen anregen. So fragt Lena auch mal nach Meinungen und Erfahrungen oder ruft Leser*innen dazu auf, gemeinsam eine große Skills-Sammlung für Notfälle zusammenzutragen. Das formt eine Gemeinschaft, die einander unterstützt und bereichert.

5. Anna Bridfiedler (@annabridfiedler) – lyrischer Zugang zur Psyche

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Wann hast du dir zum letzten Mal den Raum gelassen, den du brauchst? Wann hast du zum letzten Mal Nein mit grossem N gesagt? Wann hast du dich zum letzten Mal selbst angelächelt, aus vollem Beckenboden? Wann hast du zum letzten Mal etwas sein lassen? Wann hast du zum letzten Mal dich sein lassen? Wann hast du zum letzten Mal akzeptiert? Wann warst du zum letzten Mal ok? Wann hast du zum letzten Mal nichts im Gegenzug verlangt? Wann hast du zum letzten Mal eine Leckmuschel gegessen, mit Sand? Wann hast du zum letzten Mal nicht vorher geblinzelt? Wann hast du zum letzten Mal Angst gehabt? Wann hast du dir zum letzten Mal die Hose bis unter die Achseln hochgezogen? Wann hast du zum letzten Mal nicht auf die anderen gehört? Wann hast du zum letzten Mal „das ist das letzte mal“ gedacht? Wann hast du zum letzten Mal #keineahnung

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Anna schreibt als @annabridfiedler über viele Themen, aber immer wieder auch über mentale Gesund- und Krankheit. In ihren Storys gibt sie Tipps, was man tun kann, wenn körperliche und psychische Erkrankungen zusammentreffen. Aber auch in warmen Texten zu wunderschönen Schnappschüssen, die eigentlich selbst schon Gedichte sind, findet sie einen lyrischen Zugang zur Psyche: „Wann hast du dir zum letzten Mal den Raum gelassen, den du brauchst? Wann hast du zum letzten Mal Nein mit großem N gesagt? Wann hast du dich zum letzten Mal selbst angelächelt, aus vollem Beckenboden?“ – eine manchmal stark benötigte Erinnerung, gut zu sich selbst zu sein und auf sich aufzupassen. Die schönste Art, psychischer Krankheit vorzubeugen – und eine, bei der auch mal Tränen rollen können, so gut trifft Anna Gefühle auf den Punkt.

6. Dr. Janine Selle (@dasklemmbrett) – Aufklärung und Entstigmatisierung

Die Berliner Verhaltenstherapeutin und Buchautorin Dr. Janine Selle klärt als @dasklemmbrett über psychische Störungen und Psychotherapie auf. Selbstfürsorge ist ein großer Bereich in Janines Arbeit und so erinnert sie auch bei Instagram immer wieder an dieses zentrale Element seelischer Balance. Sie gibt Follower*innen auch mal kleine Übungen auf, die helfen sollen, sich selbst, die eigenen Bedürfnisse und das eigene Verhalten zu reflektieren. Zudem teilt Janine in ihren Posts interessante bis bestürzende Fakten, zum Beispiel, dass nur rund ein Viertel der Patient*innen mit schweren Depressionen eine angemessene Behandlung erhält. Auf ihrem Blog können Interessierte auch ausführlichere Posts lesen.

7. Nina Montagne (@ninamontagne) – Leben mit Depression

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One day you’re telling people to take the time to make their food look pretty and the next day you snooze the alarm in 8min intervals for an hour straight and have to force yourself to go for a walk when it’s the last thing you want to do. It’s been a few days in which everything has felt like effort I don’t have the energy for and I don’t ever write these things for sympathy but instead to inject some sort of reality into this social media world that sometimes feels flat. I don’t want to perpetuate the idea that mental health is something you can fix permanently by eating the right foods and meditating enough and journaling and you get the drift. But I can’t say these don’t help either, because they definitely do. I take comfort in the fact that everything is transient and even though I’m quick to forget that I’ve gotten myself out of these bouts of depression I have indeed always come out the other side. Sometimes I can pin it to something tangible and other days I truly can’t tell so I have a search to see if mercury is in retrograde but I’d be lying if I told you I knew what that meant. What I’ve learned from dealing with chronic depression is that the self-care that Instagram promotes has never helped me long term. Being always gentle with myself has sometimes led me down a slippery slope in which I end up binge watching Youtube only to find myself having three existential crises afterwards. Time and time again what I have required from myself is forceful action, like going for that damn walk. Not everything has to feel sweet, sometimes it will be tiring and uncomfortable. It’s fine to not enjoy everything you ever do. In fact it’s probably necessary! Just like sometimes staying in bed all day is necessary, BUT it’s not sustainable, and this is how I decipher what’s truly good long term. What I’m saying is that we must practice discernment and that we must do the tedious things, on a daily basis that don’t bring immediate joy but do lead to a life of joy. And when you do these things continuously (moving, eating, socializing, creating) then when you’re in a sad place, reaching out for these things won’t be so far fetched.

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Nina lebt in Sydney und beschäftigt sich als @ninamontagne und auf ihrem Blog nicht ausschließlich mit psychischer Gesundheit: Ihre Themen reichen von Kochen über Achtsamkeit, Yoga und Self Care bis hin zu Sex Positivity und Feminismus. Immer wieder schreibt Nina erfrischend offen und ehrlich über die Depression, mit der sie lebt. Sie zeigt sich verletzlich und will das Tabuthema psychischer Erkrankungen ein bisschen leichter machen. Dazu zeigt sie ihren Umgang mit der Krankheit auch in schweren Momenten, teilt in ihren schön geschriebenen Texten kluge Erkenntnisse genauso wie Rückschläge. Oft eröffnen sich neue Perspektiven, die zum Nachdenken anregen: Habt ihr euch schon mal zu einer Trennung gratuliert? Nina erinnert Leser*innen im Alltag immer wieder daran, das Leben zu verlangsamen und die kleinen Dinge wahrzunehmen.

8. Mental Health Crowd (@mentalhealthcrowd) – seelische Erkrankungen sichtbar machen

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#iamthechange #makechesterproud #suicideprevention Heute ist es zwei Jahre her, dass Chester Bennington sich das Leben genommen hat. Die Nachricht war damals ein absoluter Schock für mich. Erst weniger Wochen zuvor war ich selber in der Klinik, habe mich selber wegen akuter Suizidalität eingewiesen. Und auch heute noch fällt es mir schwer, die Musik zu hören, Bilder von ihm zu sehen. Es war und ist, als wäre ein guter Freund von mir gegangen. Nicht umsonst trage ich seine Initialen als Tattoo auf meiner Haut. Ich habe Chester nie getroffen, habe nie ein Konzert von ihm gesehen geschweige denn ein Wort mit ihm gewechselt. Und trotzdem ist da Trauer. Und das ist ok. Man darf nicht nur um Menschen trauern, die aus dem nahen Umfeld sind. Für Trauer gibt’s keine Regeln. Das versteht nicht jeder, aber es ist so wichtig. Viele, viele Menschen denken heute an Chester. Trauern. Und kämpfen. Seine Frau setzt sich heute, wegen dieser Erfahrung, für einen anderen Umgang mit Mental Health ein. Auch sie kämpft dafür, dass wir anders, früher, besser über psychische Probleme reden. Und auch in unserer Arbeit geht es immer wieder um Suizid. Und natürlich um Suizidprävention, im Endeffekt. Ich will nicht länger hinnehmen, dass alle 9 Minuten ein Mensch und Deutschland einen nahe stehenden Angehörigen durch Suizid verliert! „NO ONE ELSE CAN PLAY YOUR PART“ steht auf meinem Shirt von @twloha. Vor Jahren schon bestellt sollte es mich damals daran erinnern, dass nichts und niemand uns ersetzen kann. Dass der eigene Tod eine Lücke hinterlässt. Für immer. Ich bin so froh, durchgehalten zu haben. So dankbar, noch kämpfen zu dürfen. Heute nicht mehr nur für mich, sondern auch für andere. Auch für Chester! #hope #mentalhealth #change #tattoo #depression #suicide #survivor #psyche #help #hilfe #dubistnichtallein #youarenotalone #recovery #psychischegesundheit #krank #invisibleillness #suizidprävention #prävention #endthesilence #breakthestigma #hoffnung #mentalhealthawareness #mentalhealthmatters #mentalhealthcrowd #travelingtheborderline #semicolonproject

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Dominique de Marné alias @mentalhealthcrowd klärt nicht nur online, in Schulen und Unis oder beim TEDx-Talk über mentale Gesundheit auf, sondern hat auch das erste deutsche Mental Health Café mitgegründet. Das Café Berg & Mental in München bietet einen öffentlich zugänglichen Raum für ansonsten oft verdrängte und schamvoll versteckte Themen. Hier können Menschen zusammenkommen und sich austauschen. Daneben gibt es viele Angebote, die aufklären und präventiv wirken sollen. Auch den Mental Health Summit, der nächstes Jahr zum ersten Mal in München stattfinden wird, hat Dominique mitinitiiert. @mentalhealthcrowd dokumentiert, wie seelische Krankheiten immer mehr aus der Unsichtbarkeit gehoben werden – sehr empowernd.

9. Let’s Talk About Mental Health (@letstalkaboutmentalhealth) – Gedanken und Gefühle aus der ganzen Welt

Einer der größten Accounts zu seelischen Krankheiten ist wohl @letstalkaboutmentalhealth. Jede*r kann ihre*seine Geschichte über die Webseite einreichen, sodass auf dem Instagram-Account kurze, prägnante Gedanken und Gefühle von Menschen aus der ganzen Welt zusammengetragen werden. Erstaunlich, dass man sich selbst beim Lesen in den Geschichten der anderen so oft wieder erkennt! Ergänzt durch simple, aber treffende Illustrationen ist @letstalkaboutmentalhealth ein Account, der immer wieder starke Impulse gibt. Der Leseaufwand bleibt dabei meist gering, doch die Inhalte berühren nachhaltig. Ein bunter und grafisch wirklich schön gestalteter Querschnitt durch die Psychen der Weltgesellschaft, der Menschen wirklich dazu bewegt, über ihr mentales Wohlergehen zu sprechen.

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