Microsoft Japan testet Vier-Tage-Woche und ist von den Ergebnissen begeistert

In vier Tagen schafften die Mitarbeiter*innen von Microsoft Japan mehr als normalerweise an fünf. Besser fühlten sie sich auch noch.

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In kaum einem Land arbeiten Arbeitnehmer*innen so lange wie in Japan und bleiben so lange im Büro. Foto: © CHARLY TRIBALLEAU/AFP via Getty Images

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Und gehört eine 40-Stunden-Woche zwingend dazu? Immer wieder gibt es Berichte über neue Modelle, die eine Fünf-Tage-Woche mit je acht Stunden in Frage stellen. So testete die schwedische Stadt Göteborg einen Sechs-Stunden-Tag und zwei deutsche Start-ups haben den Acht-Stunden-Arbeitstag abgeschafft – meist mit positiven Ergebnissen.

Nun hat auch ein japanisches Unternehmen mit einem alternativen Arbeitszeitmodell experimentiert, wie CBNC schreibt. Microsoft Japan testete im August dieses Jahres eine Vier-Tage-Woche aus. Dabei wurde beobachtet, wie sich eine Verkürzung der Arbeitszeit auf das Arbeitsverhalten und das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen auswirkte. Im Rahmen der sogenannten Work Life Choice Challenge wurden die 2.300 Angestellten bereits am Donnerstagnachmittag ins Wochenende verabschiedet. Außerdem setzte das Unternehmen eine Zeitobergrenze für Meetings: Sie durften nicht mehr länger als 30 Minuten dauern. Außerdem hatten Arbeitnehmer*innen die Möglichkeit, über Videokonferenzen an Besprechungen teilzunehmen.

Überzeugende Ergebnisse

Mehr als 90 Prozent der Angestellten äußerten sich nach dem einmonatigen Test positiv über die Vier-Tage-Woche und erklärten, das Experiment habe ihnen gefallen. Auch aus kapitalistischer Sicht war der Versuch ein Erfolg: Die Produktivität, gemessen an der Verkäufen pro Person, stieg um 40 Prozent an, teilte das Unternehmen mit. Außerdem sanken die Kosten. Es wurde weniger gedruckt und Strom gespart, sodass sich der Energieverbrauch um fast ein Viertel verringerte. Kritiker*innen des Projektes weisen darauf hin, dass diese Veränderungen auch mit einem Anstieg der Motivation durch das kurzzeitige Experiment begünstigt worden sein könnten. Ob die Erfolge bei einer dauerhaften Vier-Tage-Woche anhalten würden, müsse erst noch erprobt werden.

Einiges spricht dafür. Ein neuseeländisches Finanzunternehmen, das in einem Versuch 2018 das wöchentliche Arbeitspensum von 37,5 auf 30 Stunden reduzierte, konnte ebenfalls eine Steigerung der Produktivität unter den Mitarbeitenden beobachten. Außerdem wurden die Arbeitnehmer*innen glücklicher und kreativer. Diesen Winter will Microsoft Japan erneut mit einer Vier-Tage-Woche experimentieren. Ob das verkürzte Arbeitszeitmodell auch dauerhaft eingeführt werden soll, ist noch nicht bekannt.