Ministerin Julia Klöckner will #Dorfkinder feiern und wird dafür ausgelacht

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wirbt auf Twitter für junge Menschen, die auf dem Land wohnen. Das Dorf is not amused – und die Menschen, die von dort weggezogen sind, ebenfalls nicht.

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Nicht meine Ministerin. Foto: niklas_hamann / Unsplash | CC0 / Twitter hansa schmilla

Es sind schöne Bilder, die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Sonntagnachmittag auf Twitter postete. Sie zeigen Kinder, die im Sonnenuntergang auf einer Wiese mit einem Miniwindrad experimentieren oder ein junges Fußballteam mit Trainer. Klöckner versah den Tweet mit dem Hashtag #Dorfkinder.

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Der Tweet Teil einer größeren Kampagne, wie eine Anfrage von ze.tt an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ergab. Es geht darum, „das vielfältige Engagement zu würdigen, das das Leben auf dem Lande und in den Dörfern in vielfältiger Weise gestaltet und mitträgt“, schreibt eine Sprecherin des Ministeriums. Außerdem soll der Tweet auf den Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft hinweisen. An diesem Wettbewerb können Dörfer mit bis zu 3.000 Einwohner*innen teilnehmen. Das Ministerium sucht Projekte, die das dörflichen Leben attraktiver machen.

Die Reaktionen auf Twitter fielen zum Teil recht heftig aus. Aus vielen spricht Wut und Unverständnis über Klöckners Post. Ein vielgenannter Vorwurf: Der Tweet verkläre das Leben auf dem Land, zeige lediglich schöne oder sogar nichtexistente Seiten und blende die vielen Probleme aus, die Menschen auf dem Land hätten.

Zudem wird Klöckner vorgeworfen, das Leben auf dem Dorf vor allem als weiß und heterosexuell zu zeigen. Andere Twitter-User*innen sind ungehalten, weil manche Tweets zu #Dorfkinder zu pauschal wären und Dorf mit Nazi und schlechtem ÖPNV gleichsetzen würden. Wir haben euch ein paar der prägnantesten herausgesucht.