Mit der Initiative #TimesUp sollen nun Taten auf #MeToo folgen

300 Schauspielerinnen und Künstlerinnen aus Hollywood starten gemeinsam eine Aktion gegen sexuelle Belästigung und haben bereits elf Millionen Euro an Spendengeldern zusammen.

"Die Zeiten von sexuellen Übergriffen, Belästigung und Ungleichheit am Arbeitsplatz sind zu Ende. Es ist Zeit, etwas dagegen zu tun." © Elisabetta Villa/Getty Images

Mehr als 300 Hollywood-Künstlerinnen haben eine Initiative gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz gestartet, unter ihnen sind bekannte Schauspielerinnen wie Reese Witherspoon, Alyssa Milano, Meryl Streep, Emma Stone und Maggie Gyllenhaal. In einem offenen Brief rufen sie dazu auf, #TimesUp – „Die Zeit ist um“ – zu unterstützen. Sie schreiben:

„Die Zeiten von sexuellen Übergriffen, Belästigung und Ungleichheit am Arbeitsplatz sind zu Ende. Es ist Zeit, etwas dagegen zu tun.“

Das Projekt beinhaltet einen Fonds, mit dem Rechtsbeihilfe für Betroffene finanziert werden soll. Gespendet haben unter anderem Witherspoon, Steven Spielberg und Kate Capshaw. Knapp elf Millionen Euro haben sie bereits zusammen, wie die New York Times berichtet. Damit möchte das Bündnis besonders weniger privilegierten Frauen, wie Kellnerinnen und Zimmermädchen, Schutz vor und Rechtshilfe nach sexuellen Angriffen ermöglichen. Außerdem setzt sich das Projekt für eine schärfere Gesetzgebung gegen Belästigung am Arbeitsplatz ein.

In dem Aufruf liest man: „Wir verpflichten uns dazu, unsere eigenen Arbeitsumfelder weiterhin in die Verantwortung zu zwingen, auf Wandel und wirkliche Veränderung zu drängen, sodass die Entertainment-Industrie ein sicherer und gerechter Ort für alle Menschen wird, und die Geschichten von Frauen durch unsere Augen und Stimmen zu erzählen mit dem Ziel, das Bild und die Behandlung von Frauen durch unsere Gesellschaft zu ändern.“

Auf ihrer Seite geben sie auch Tipps, was jede*r gegen sexuelle Belästigung tun kann:

  1. Sei nicht Teil des Problems. Belästige niemanden.
  2. Wenn eine Person, die belästigt wurde, dir davon erzählt, glaube ihr. Unterschätze nicht, wie schwer es ist, über diese Dinge zu sprechen.
  3. Wenn du jemanden kennst, der*die belästigt wurde, vermittle der Person Hilfe.
  4. Wenn du Zeug*in einer belästigenden Situation wirst, hilf der Person.
  5. Hilf Betroffenen von sexueller Belästigung durch Spenden.
  6. Reflektiere über den Bereich, in dem du tätig bist und über die Welt, in der wir leben. Frag dich, was du tun kannst, um die Situation zu verbessern.
  7. Erkenne an, dass Talent gleichmäßig verteilt ist, Arbeits- und Karrierechancen hingegen nicht. Werde Mentor*in für jemanden aus einer unterrepräsentierten Gruppe in deiner Branche.

In der Debatte rund um #MeToo wurden in den vergangenen Monaten weltweit zahlreiche Fälle bekannt, bei denen Männern sexuelle Belästigung und zum Teil auch Vergewaltigung vorgeworfen wurde. Dutzende Frauen klagten dabei den Filmproduzenten Harvey Weinstein an.

[Außerdem auf ze.tt: Sexuelle Gewalt: Warum wir einen anderen Täter-Opfer-Dialog brauchen]

Wie viel Einfluss #TimesUp haben wird, wird man unter anderem bei der Verleihung der diesjährigen Golden Globes am 7. Januar sehen. Die 300 Unterzeichnerinnen haben sich dem Aufruf angeschlossen, bei der diesjährigen Verleihung in Schwarz zu erscheinen – als Statement für Geschlechtergerechtigkeit und gegen Rassismus.