Mit diesen Tipps findet ihr endlich Zeit zum Lesen

Ausreden gelten ab sofort nicht mehr. Denn es ist nicht die Zeit, die euch fehlt, sondern die Selbstverständlichkeit, das Lesen in euren Alltag zu integrieren. Wir zeigen euch, wie das gelingt.

Je selbstverständlicher das Lesen für uns wird, desto mehr werden wir es auch tun. Pexels / CC0

21 Tage, 21 Bücher. Das war zu Schulzeiten mein normaler Buchkonsum im Sommerurlaub. Ich habe gelesen, gelesen und gelesen. Computer und Smartphone mussten damals immer zuhause gelassen werden, soziale Netzwerke haben mich bis dato nicht tangiert.

Und dann kam die Oberstufe, Deutschleistungskurs mit einer ewig langen Literaturliste, einem Chaos an Post-its, Notizen und jede Menge Interpretationsspielräumen. An dieser Stelle habe ich mein Interesse am Lesen verloren. Mein Journalismus-Studium, in dem dann Romane und Thriller gegen Mediengesetze und Kommunikationstheorien ausgetauscht wurden, machte es auch nicht besser.

Die Wiederentdeckung des Jahres

Kürzlich während meines ersten Versuchs, für ein paar Tage alleine zu verreisen, habe ich das Lesen wiederentdeckt. Das hört sich jetzt vermutlich für viele übertrieben an, denn wie kann man etwas wieder entdecken, was man jeden Tag unbewusst unzählige Male tut? Aber so war es wirklich. Lesen für mich, ganz ohne Stress, ohne Ablenkung, ohne jemanden an meiner Seite, dem es in dem einen Café zu langweilig wurde und zum Weiterziehen drängte. Der Lesedurst war dann so groß, dass vor Ort sogar noch eine englische Buchhandlung aufgesucht werden musste, um für den letzten Tag noch neuen Lesestoff in Reserve zu haben.

Da sprachen mir die Worte von Ryan Holiday in seinem Artikel darüber, wie man es schafft, mehr zu lesen und die Lese-Routine mehr in seinen Alltag zu integrieren, aus der Seele. Diese Tipps möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten:

1. Macht Lesen zu etwas ganz Gewöhnlichem.

Sex steht auf eurer Tagesordnung, essen, schlafen – warum dann nicht auch lesen? Der allererste Schritt, um Lesen zum Teil eures Alltags zu machen, ist, Lesen zu eurer Liste an „ganz gewöhnlichen, natürlichen Aktivitäten“ hinzuzufügen und es nicht länger als „Extra-Aktivität“ oder „Extra-Hobby“ zu betrachten, das auch extra Zeit in Anspruch nimmt.

2. Lest in jeder freien Minute, die ihr habt.

Wichtigste Voraussetzung dafür: Tragt ein Buch bei euch, ganz egal wo ihr hingeht. Und öffnet es, sobald ihr in der Bahn sitzt, die Minuten beim Arzt zählt, Mittagspause macht oder auf eure Pizza im Ofen wartet. Verwandelt das Lesen in eine natürliche Aktivität und macht es auf diesem Weg zu Teil eurer Routine.

3. Führt eine Must-Read Liste.

Ja, auch wenn ich Lesen lange Zeit von meiner Alltagsliste gestrichen hatte, bin ich doch immer mal wieder auf Buchempfehlungen gestoßen, die ich in meinen Handynotizen archiviert habe – gedacht für „irgendwann mal“, wenn die Lust auf Lesen wieder da ist.

Umso mehr freue ich mich jetzt, diese nach und nach abzuarbeiten. Denn mit dem Lesen ist es so wie mit jeder neuen Routine: Je geringer die Hürde ist, weiterzumachen, desto wahrscheinlicher bleibt man am Ball. Hat euch also ein Autor oder eine Autorin besonders gut gefallen, notiert den Namen und erkundigt euch nach weiteren Werken. Oder stöbert durch die Literaturliste eures Lieblingsbuchs, wenn euch die Thematik besonders gut gefallen hat. Egal, wo ihr eure Inspiration findet: Haltet sie fest.

4. Tätigt Instant-Käufe.

Noch idealer ist es, wenn die Buchtitel nicht nur auf eurer Liste existieren, sondern auch direkt in eurem Bücherregal. Denn auch hier gilt: Je näher das nächste Buch ist, also dann in eurem Regal, desto höher die Chancen, dass es euch gelingt, eure neue Routine beizubehalten.

5. Behaltet auch die Bücher, die euch nicht interessieren.

Wir tendieren dazu, die Dinge oder die Kleidung, die uns nicht mehr gefällt, zu verkaufen, zu spenden oder anderweitig wegzugeben. Denn vielleicht erinnern sie uns an Erlebnisse, Gedanken oder Gefühle, an die wir nicht erinnert werden wollen. Bei Büchern, die uns nicht interessieren, liegt jedoch genau darin der Reiz. Denn sie erinnern uns an die Dinge, die wir noch lernen können, für die Themen, für die wir bisher kein Interesse hegen – die außerhalb unseres Kosmos liegen, aber eben deshalb umso erhellender für uns sein können.

6. Stellt euer Bücherregal in euer Blickfeld.

Auch hier ein kleiner Tipp: Betrachtet euer Bücherregal nicht als Archiv, in dem die Bücher, die ihr bereits gelesen oder aus Desinteresse beiseite gelegt habt, verstauben können, sondern als Sammlung all dessen, was euch inspiriert, lehrt und weiterbildet. Du stellst dir eine Frage zum eigenen Glück, zur Unternehmensführung, zur Gesundheit, zur Liebe? Die Antworten auf diese Fragen bietet dir nicht nur Google – viel bessere, fundiertere Antworten gibt es bereits in unzähligen Büchern. Unterschätzt diese daher nicht. Und wenn ihr euer Bücher-Sammelsurium in eurem Blickfeld habt und somit regelmäßig daran erinnert werdet, kann euch eure Lese-Routine auch nicht mehr so schnell abhanden kommen.

7. Archiviert die Learnings aus den Büchern.

Oft kommt es vor, dass man Bücher liest, und sich denkt: „Der Autor denkt genauso wie ich.“ Oder: „Was für ein Zufall, über dieses Thema habe ich gestern noch nachgedacht.“ Oder: „Spannender Blickwinkel, darauf wäre ich selbst nicht gekommen.“ Richtig. Und eben aus diesem Grund solltest du all diese Stellen gesammelt an einem Ort aufbewahren. Notiere die Sätze und Zitate, die dir im Kopf geblieben sind, auf Karteikarten und ordne sie in eine Box ein, die du entweder nach Autorennamen oder auch nach Themen ordnen kannst – ideal, wenn du deinen nächsten Pitch vorbereitest, dir ein Einstieg in eine Präsentation fehlt oder du einfach in kreativen Tief festsitzt.


Von Lena Lammers auf EDITION F.

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