Mit dieser Kampagne setzt Schottland ein deutliches Zeichen gegen Hass

Die schottische Regierung hat keinen Bock auf jegliche Form von Hass und Diskriminierung – und zeigt das mit einer Plakat-Kampagne.

Mit einer neuen, landesweiten Kampagne möchte die schottische Regierung ein klares Zeichen gegen Hass und Hassverbrechen im Land setzen. Simple, graue Plakate mit großer, schwarzer Schrift richten sich direkt an Personen, die Hate Crimes verüben. Ähnlich wie in einem offiziellen Schreiben werden die Personen auf den Plakaten direkt adressiert: „Sehr geehrte Rassist*innen“, „Sehr geehrte Homophobe“ oder „Sehr geehrte Transphobe“ heißt es auf den Plakaten. Nach der Anrede folgt eine deutliche Ansprache, in der klargemacht wird, dass in Schottland jegliche Form von Hass und Diskriminierung nicht gewünscht ist. Unterzeichnet ist jedes Plakat mit „Grüße, Schottland“.

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Die offizielle Webseite der Kampagne listet außerdem verschiedene Möglichkeiten und Anlaufstellen für Personen, denen Hate Crimes begegnet oder selbst widerfahren sind, auf. „Die schottische Polizei nimmt Hate Crimes sehr ernst“, heißt es dort. Man habe im vergangenen Jahr über 5.300 Anklagen wegen Diskriminierung und Hass gehabt, aber noch immer würden viele Handlungen nicht angezeigt werden. „Wir alle haben eine Verantwortung, Hate Crimes anzuzeigen, wenn wir es mitbekommen – nur so können wir dagegen vorgehen und dem Ganzen ein Ende bereiten.“ Wie die LGBTQ-Plattform PinkNews berichtet, soll die Kampagne unter anderem im Radio, auf Außenwerbeflächen, in der Presse und auf Social Media zu sehen sein.

Sehr geehrte Homophobe …

Die schottische Regierung hat keinen Bock auf irgendeine Form von Hass und Diskriminierung – und zeigt das mit einer Plakat-Kampagne.
Screenshot:
One Scotland

„Sehr geehrte Homophobe, wir haben eine Phobie vor eurem Verhalten. Wenn ihr Menschen aufgrund dessen schikaniert, wen sie lieben, ihnen Wörter entgegenruft, die wir hier nicht schreiben werden, oder Gewalt einsetzt, weil es euch nicht passt, mit wem jemand Händchen hält, dann solltet ihr euch Sorgen machen. Wenn wir eure Beleidigungen sehen oder hören, dann rufen wir die Polizei. Denn in diesem Land lebt Liebe und kein Hass. Grüße, Schottland“

Sehr geehrte Transphobe …

Die schottische Regierung hat keinen Bock auf irgendeine Form von Hass und Diskriminierung – und zeigt das mit einer Plakat-Kampagne.
Screenshot:
One Scotland

„Sehr geehrte Transphobe, glaubt ihr, es ist richtig, Menschen auf der Straße zu belästigen? Transmenschen durch die Clubs zu schubsen? Sie online zu demütigen, einzuschüchtern oder zu bedrohen? Nun, wir glauben das nicht. Deshalb werden wir euch anzeigen, wenn wir sowas mitbekommen. Wir glauben nämlich, dass alle sein können, wer sie sein möchten. Es sei denn, sie verbreiten Hass. Grüße, Schottland“

Sehr geehrte Rassist*innen …

Die schottische Regierung hat keinen Bock auf irgendeine Form von Hass und Diskriminierung – und zeigt das mit einer Plakat-Kampagne.
Screenshot:
One Scotland

„Sehr geehrte Rassist*innen, bedroht ihr Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe? Benutzt ihr so abscheuliche Sprache, dass Menschen Angst davor haben, ihr Zuhause zu verlassen? Nun, euer Hass ist hier nicht zu Hause. Wir leisten Widerstand und wenn wir etwas sehen oder hören, dann rufen wir die Polizei. Grüße, Schottland“

Auf weiteren Plakaten richtet sich die Regierung gegen Fanatiker*innen (Bigots) und Menschen, die Personen mit Behinderung diskriminieren (Disablist).