Mit #IchBinCSU will die Partei ihr Image aufbessern – doch die Aktion geht nach hinten los

Aktuell muss die Regierungspartei Bayerns, die CSU, jede Menge Kritik einstecken und versucht deshalb mit #IchBinCSU auf Twitter Sympathiepunkte zu sammeln. Doch das gelingt nicht so richtig.

Aktuell muss die Regierungspartei Bayerns, die CSU, jede Menge Kritik einstecken und versucht deshalb mit #IchBinCSU auf Twitter Sympathiepunkte zu sammeln. Doch das gelingt nicht so richtig.

Ob dieses Foto wohl unter #IchbinCSU gepostet wurde? Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Mitglied Markus Söder posiert mit zwei Männern. Foto: Getty Images / Andreas Geburt

Knapp drei Monate vor der Landtagswahl in Bayern sieht es für die regierende CSU nicht allzu rosig aus: Laut der Umfrage Bayerntrend des Fernsehsenders BR würden nur noch 38 Prozent der Befragten die Christlich-Soziale Union wählen – ein historischer Tiefpunkt der Partei. Auch die Demonstration, die vergangenen Sonntag unter dem Motto „#ausgehetzt – Gemeinsam gegen die Politik der Angst!“ in der bayerischen Landeshauptstadt München stattfand, dürfte die Partei nicht erfreut haben. Die Polizei spricht von 25.000 Demonstrierenden, die Veranstalter*innen sogar von 50.000.

Außerdem auf ze.tt: #ausgehetzt: So demonstrierte München gegen eine „Politik der Angst“

Der Versuch seitens der CSU, die Demonstration zu verhindern, rief im Netz Häme hervor. Die in München aufgehängten Plakate mit der Aufschrift: „Ja zum politischen Anstand! Nein zu #ausgehetzt. Bayern lässt sich nicht verhetzen!“ wurden unter anderem vom Satiriker Shahak Shapira spitzzüngig kommentiert. „Überlegt mal kurz, wie abgefahren das ist, dass die CSU eine Gegendemo zu #ausgehetzt veranstaltet. Die CSU demonstriert quasi fürs Hetzen“, schreibt er auf Twitter.

Der CSU-Generalsekretär Markus Blume ist da anderer Meinung und äußert sich in der Zeitschrift Spiegel: „Wer ‚CSU-Rassistenpack‘ skandiert, wer der CSU unterstellt, Konzentrationslager vorzubereiten oder wer die CSU für schuldig erklärt am Tod von Migranten im Mittelmeer, der hat jeglichen Anstand verloren und betreibt übelste Hetze.“

So hatte sich die CSU das bestimmt nicht vorgestellt

Dennoch scheint die Partei ihr öffentliches Image und ihren Ruf in Gefahr zu sehen und so kursiert im Augenblick der Hashtag #IchbinCSU in den Sozialen Medien. Parteimitglieder nutzen ihn zum Beispiel auf Facebook und erklären in Statements, warum sie ein Teil der CSU sind. Auf Twitter trendet der Hashtag ebenfalls, jedoch sicher nicht so, wie die CSU sich das gewünscht hat. Empört, ironisch, kritisch oder einfach nur lustig posten User*innen dort unter #IchbinCSU, was sie von der bayerischen Regierungspartei halten. Wir haben einige Tweets für euch gesammelt: