Musik-Neuerscheinungen: Mit diesen Tracks und Alben kommt ihr besser durch die Woche

Fontaines D.C. sagen bitterböse „Kopf hoch!“, Phoebe Green hat ausgefallene Pläne für ihr letztes Konzert und The Notwist kriegen Besuch aus Japan.

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Mit diesen neuen Songs und Alben kommst du gut durch die Woche. Albencover: © PR, Collage: © ze.tt

Ihr habt in Sachen musikalische Neuerscheinungen völlig den Überblick verloren? Wir bringen zusammen mit detektor.fm und deren Podcast Keine Angst vor Hits etwas Licht in den Musikdschungel: Jede Woche servieren wir euch hier jeweils drei hörenswerte frische Alben und Songs.

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Neue Alben

Fontaines D.C. – A Hero’s Death

Die Dubliner Post-Punk-Band Fontaines D.C. hat 2019 Kritiker*innenherzen mit ihrem Debütalbum Dogrel erobert. Das ist Gälisch und bedeutet so viel wie „Poesie der Arbeiterklasse“. Was sie dem vielbeschworenen kleinen Mann auf dem Titelsong ihres aktuellen Albums A Hero’s Death mit auf den Weg geben klingt erstmal nett und fast nach Lebensberatung: Liebe deine Mutter, liebe deine Kinder, dein Leben muss nicht leer sein. Könnte ein lieblicher Kopf-hoch-Song sein – stattdessen trieft er von düsterem Sarkasmus.

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!!! – Certified Heavy Kats

Die übliche Aussprache für !!! lautet Chk Chk Chk. Laut der New Yorker Band kann man aber jedes beliebige Wort für das Ausrufezeichen einsetzen. 1996 sind sie aus der Fusion der Punkband Popesmashers und der Discofunkgruppe Black Liquorice entstanden. Aber anders als manch andere ambitionierte Crossoverprojekte, sind !!! sogar vergleichsweise eingängig, hörbar – und textlich am Puls der Zeit. Do the Dial Tone aus ihrem neue Album Certified Heavy Kats handelt von Orientierungslosigkeit in einer immer komplexer werdenden Welt – und der schwachen Hoffnung, ein Anruf bei Ms. Desinformation könne Ordnung ins Chaos bringen.

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Romare – Home

Romares neues Album Home erzählt eine kleine Heldenreise mit elektronischer Musik: Vom großartigen Opener Gone tritt der Protagonist eine neun Songs lange Heimreise an – die den*die aufmerksame*n Hörer*in auch durch ein gutes Stück Popmusikgeschichte führt. Aus Fieldrecordings sowie alten Samples aus Soul, Funk und was es sonst so an Secondhandplatten gab bastelt der Londoner Romare einen Sound, der ebenso zum Tanzen taugt wie zum ruhigen, intensiven Zuhören. Gone ist das beste Beispiel dafür.

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Neu in der Playlist

Phoebe Green – Reinvent

Authentizität ist eine harte Währung in der Kunst und in der Musik. Die oft verbreitete Message ist: Mach es ja nicht allen recht! Menschen gefallen zu wollen kann auch für das Gegenteil sorgen. Genau diese Idee verhandelt auch der Track Reinvent von Alternative-Pop-Geheimtipp Phoebe Green. “Wenn ich mich für jede neue Bekanntschaft neu erfinde, wird mir das angelastet?”, fragt sie. Eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Genau so wenig wie die Frage: Warum hat das knallbunte Filterfilmvideo nur dreistellige Aufrufzahlen?

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Everything Everything – Violent Sun

Als wäre die Corona-Krise nicht schon schlimm genug für die live immer sehenswerten Everything Everything: Während der Ausgangsbeschränkungen brannte auch noch ihr Studio ab. Allerdings stehen die britischen Artrocker ohnehin für eine unkonventionelle und oft exaltierte Herangehensweise an Pop. Bevor sie also die Instrumente wegschmeißen, spielen sie auf den verkohlten Arbeitsgeräten noch das Video zu Violent Sun ein. Das Festkrallen an den zerstörten und unbrauchbar gewordenen Instrumenten passt gut in die Motivik der Vergänglichkeit, die sich auch durch die anderen kürzlich veröffentlichten Singles zieht. Violent Sun wird der Abschlusstrack des dritten Albums Re-Animator, das am 21. August erscheint.

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The Notwist – Ship

Vier Jahre ist es her, dass eine der wohl originellsten deutschen Indiebands neues Material veröffentlichte. Die beiden Brüder Markus und Micha Acher haben ihr langjähriges Live-Mitglied Cico Beck (Joasihno, Aloa Input) fest in The Notwist integriert. Und der Gesang auf der neuen Veröffentlichung Ship kommt von Saya Ueno, eine Hälfte des japanischen Duo Tenniscoats. Die machen eigentlich eher konventionellen Indiefolk, nur halt bisweilen mit japanischem statt englischem Gesang. Über die hypnotischen Drumloops von Ship gewinnen aber sowohl Uenos Glockenstimme als auch der elektronisierte Postrock-Sound von The Notwist viel dazu. Klares Must Hear!

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Den Musikpodcast Keine Angst vor Hits könnt ihr hier hören und abonnieren. Und wer der gleichnamigen Spotify-Playlist folgt, bekommt noch mehr Tipps.