Nach sexistischem Tweet gegen Chebli: ÖVP schließt Politiker Efgani Dönmez aus

Mit einem sexistischen Tweet beleidigte der österreichische Politiker Efgani Dönmez die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli. Jetzt hat die ÖVP ihn ausgeschlossen.

In einem sexistischen Tweet richtet sich der österreichische Politiker Efgani Dönmez gegen die Berliner Staatssekretärin Swasan Chebli. Jetzt werden Rücktrittsforderungen laut.

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli wurde vom ÖVP-Politiker Efgani Dönmez auf Twitter sexistisch beleidigt. Foto: Britta Pedersen / dpa

Ein Tweet des österreichischen Politikers Efgani Dönmez sorgte in den vergangenen Tagen für Aufsehen und brachte dem Nationalratsabgeordneten zunächst scharfe Kritik ein. Nun hat die ÖVP ihn aus dem Parlamentsklub ausgeschlossen, wie der Standard schreibt.

In dem sozialen Netzwerk Twitter stellte ein User, der mit der Arbeit der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli offenbar nicht zufrieden war, die Frage, wie sie eigentlich an ihren Job gekommen sei. Darauf antwortete Dönmez: „Schau dir mal ihre Knie an, vielleicht findest du da eine Antwort ;)“  und unterstellte Chebli mit diesem Kommentar, sie habe ihren Job nur aufgrund sexueller Gefälligkeiten bekommen. Der Kommentar des Politikers ist zwar unter dem Tweet nicht mehr zu finden, doch einige Screenshots wurden erneut auf Twitter geteilt.

Viele User*innen forderten daraufhin den Rücktritt von Efgani Dönmez. Wie die österreichische Tageszeitung Kurier berichtet, sagte Politikerin Dorothea Schittenhelm: „Das geht gar nicht, das ist eine Verachtung der Frauen.“ Außerdem forderte sie: „Es wäre sehr anständig, wenn er von sich aus als Mandatar des Hohen Hauses die Konsequenzen zieht.“

Auch die österreichische Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Juliane Bogner-Strauß, meldete sich zu Wort: „Das ist eine massive Entgleisung und völlig inakzeptabel. Jedenfalls kann man da nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, erklärte sie.

Dönmez bezeichnet Tweet als „Moment der Schwäche“

Dönmez reagierte auf die Kritik und schrieb auf Twitter: „Es war niemals meine Absicht Frau Chebli wegen ihres Geschlechts oder politischen Parteizugehörigkeit zu diffamieren, wenn dies so aufgefasst wurde, entschuldige ich mich aufrichtig dafür.“ Er sehe im Nachhinein ein, dass er Sawsan Chebli herabgewürdigt habe. „Das war ein Moment der Schwäche, absolut falsch von mir und dafür entschuldige mich bei ihr aufrichtig und bei allen, die sich dadurch verletzt fühlen“, beendete er den Tweet.

Dennoch bleiben die Rücktrittsforderungen auf Twitter bestehen. Unter dem Hashtag #dönmezrücktritt fordern sie den Politiker dazu auf, er solle sein Amt abgeben. Eine Userin schreibt zum Beispiel: „In einem #MomentderSchwäche kann man mal die ganze Packung Chips essen, oder sogar mal ein bissi die Nerven verlieren. Dass man aber auf einmal #sexistisch wird, das ist kein #MomentderSchwäche, sondern das Zeigen eines wahren Gesichts.“

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Autorin und Journalistin Sophie Passmann postete ein Selfie von sich und Chebli auf Twitter und kommentierte es lapidar: „Habe nachgefragt. Das Geheimnis ihres Erfolges: sie ist einfach doppelt so gut wie jeder peinliche Typ aus der Politik, der die eigene Inkompetenz hinter frauenverachtenden Tweets versteckt“.

Anmerkung: Dieser Beitrag wurde um 17:18 Uhr um die Information ergänzt, dass Efgani Dönmez von der ÖVP ausgeschlossen wurde.