Neue Musik: Joy Denalane veröffentlicht als erste deutsche Sängerin beim legendären Motown-Label

Diana Ross und Stevie Wonder machten das Detroiter Label mit Black Music für weißes Publikum zur Legende. Das neue Album von Joy Denalane ist nun dort erschienen. Wie das klingt, hört ihr in den Neuerscheinungen der Woche.

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Joy Denalane hat ein neues Album am Start. Foto: © Jackie Hardt

Ihr habt in Sachen musikalischer Neuerscheinungen völlig den Überblick verloren? Wir bringen zusammen mit detektor.fm und deren Podcast Keine Angst vor Hits etwas Licht in den Musikdschungel: Jede Woche servieren wir euch hier jeweils drei hörenswerte frische Alben und Songs.

Kevin Morby sitzt in Kansas am Lagerfeuer, Sophie Hunger hat Halluzinationen in den Abbey-Road-Studios und Joy Denalane ist die erste deutsche Künstlerin, die beim legendären Motown-Label veröffentlicht. All das und mehr in der neuen Folge von Keine Angst vor Hits.

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Neue Alben

Sophie Hunger – Halluzinationen

Die Musik der in Berlin lebenden Schweizer Musikerin Sophie Hunger deckt ein sehr weites Feld ab: von traditioneller Liedermacherinnenkunst über Rock bis zu clubtauglichen Elektrospielereien. Auch ihre neue Platte Halluzinationen ist äußerst vielseitig: von Eighties-Synth-Pop über Krautrock bis zur melancholischen Klavierballade. Komponiert hat sie die zehn Stücke zu Hause in Kreuzberg, nur mit Klavier, Synthesizer und einer Drum-Machine. Auch das fertige Album klingt geisterhaft – Produzent Dan Carey ergänzt nur hier und da Bass, Bläser oder Gitarre. Eingespielt haben sie alle Stücke in nur 48 Stunden in den legendären Abbey-Road-Studios in London. Bis sich die Songs einer*m wirklich erschließen, dauert es etwas länger.

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Bill Callahan – Gold Record

Der Songwriter Bill Callahan macht schon seit 1990 Musik. Anfangs lief das unter dem Projektnamen Smog als vornehmlich elektronischer Indierock. Später machte er unter eigenem Namen sparsam arrangierte, folkige Americana-Songs. Nach sechs Jahren Pause veröffentlichte er 2019 mit Shepherd In a Sheepskin Vest ein recht ausladendes Album, der Nachfolger ist vergleichsweise eher kurz. Auch auf Gold Record dominiert eine gezupfte Akustikgitarre die melancholischen Songs, die anschmiegsame Lo-Fi Produktion verbreitet Wärme. In den reduziert instrumentierten Stücken steht Callahans charakteristischer Baritongesang im Energiesparmodus im Zentrum, manchmal erklingt ein Cello oder eine angetrunkene Trompete. Für humorige Momente sorgt etwa seine Hommage an den großen Musiker Ry Cooder. Ein Album zum Hinhören.

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Joy Denalane – Let Yourself Be Loved

“Mit dir steht die Zeit still”, sang Joy Denalane einst mit Rapper und Ex-Ehemann (aber trotzdem wieder Lebenspartner) Max Herre von der Stuttgarter Hip-Hop-Kombo Freundeskreis. Seitdem hat sie vier Soloalben zwischen Soul und R&B veröffentlicht und ist damit ziemlich erfolgreich. Mit ihrer fünften Platte ist der Berlinerin sogar eine kleine Sensation gelungen, als erste deutsche Sängerin veröffentlicht sie beim legendären Motown-Label. Passender geht es kaum, denn Let Yourself Be Loved ist ein klassisches Soulalbum, soundmäßig zwischen Marvin Gaye, Aretha Franklin und Stevie Wonder. Darauf gelingt ihr das Kunststück, gleichzeitig nach Oldschool-Soul und nach sich selbst zu klingen. Denalane sagt, dieser Sound sei einfach Teil ihrer DNA und ein bisschen ist er das ja bei uns allen, oder? „All we need is music, sweet music, there’ll be music everywhere …

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Neu in der Playlist

Deep Sea Diver – Impossible Weight (feat. Sharon Van Etten)

Deep Sea Diver ist NICHT der englische Titel des Wes-Anderson-Films Die Tiefseetaucher (der heißt The Life Aquatic im Original). Sondern das Bandprojekt von Jessica Dobson, einer Musikerin aus Seattle. Sie hatte schon mit 19 einen Solo-Plattenvertrag bei Atlantic Records, Anfang der 2000er war das. Mit gleich zwei Alben waren aber weder sie noch das Label zufrieden. Manchmal braucht es eben ein bisschen Zeit, bis Musiker*innen ihre eigene Stimme finden. Seit einigen Jahren macht Dobson als Deep Sea Diver wieder eigene Musik. Und nun läuft es quasi umgekehrt im Vergleich zu ihrer Zeit als Leadgitarristin von Beck und The Shins Anfang der 2010er: Sie holt sich eine bereits profilierte Musikerin als Unterstützung. Sharon van Etten singt mit in Impossible Weight, dem Titeltrack des bald erscheinenden Album (VÖ: 16. Oktober).

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Arab Strap – The Turning of Our Bones

Ein bisschen mehr Zeit brauchen auch Arab Strap. Die schottische Rockband besteht aus den Kernmitgliedern Malcolm Middleton und Aidan Moffat. Besser müsste man sagen: Mal besteht sie, mal nicht. Nach zwei Alben in den 1990ern und 2000ern lösten sich Arab Strap auf, um 2011 für eine Reunion-Show wieder zusammenzukommen. Nach erneuten fünf Jahren Pause sind Arab Strap seit 2016 wieder vereint, haben sich aber bis gerade Zeit gelassen, um den ersten neuen Song seit 15 Jahren zu veröffentlichen. In The Turning of Our Bones geht es laut Aussage von Moffat um „menschliche Wiederauferstehung und Vögeln“. Sexuelle Anspielungen sind ohnehin im Bandnamen bereits angelegt (arab strap = Penisring), hinzu kommt eine konstant düster-morbide Grundhaltung. The Turning of Our Bones beispielsweise soll inspiriert sein von einem madegassischen Ritual, bei dem Menschen mit den Leichen ihrer geliebten Verstorbenen tanzen. Ähnlich sexy ist das Video: ein Zusammenschnitt von Material aus Zombie- und Horror-B-Movies.

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Kevin Morby – Campfire

Kevin Morby ist ein Folk-Musiker und in Kansas geboren, wo die USA noch so richtig USA sind. Letztes Jahr hat Morby mit Oh My God eine Art Selbstsuche in Albumform veröffentlicht. Und bei deren Produktion haben sich einige Songs angehäuft, die nicht darauf passten. Deswegen hat er jetzt schon genug Material für ein Folgealbum. Die übriggebliebenen Songs hat Kevin Morby an einem analogen Vierpsurgerät mit Kopfhörern zu Ende produziert. Herausgekommen sind reduzierte, warme und relaxte Aufnahmen wie Campfire. Der Song taugt tatsächlich fürs Lagerfeuer und ist der Auftakt für das Album, das unter dem ebenso programmatischen Titel Sundowner am 16. Oktober erscheinen wird.

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Den Musikpodcast Keine Angst vor Hits könnt ihr hier hören und abonnieren. Und wer der gleichnamigen Spotify-Playlist folgt, bekommt noch mehr Tipps.

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