Neue Studie: So lange leiden Eltern nach Geburt ihres Kindes an Schlafentzug

Die schlaflosen Nächte nach der Geburt des Kindes haben krassere Folgen als bisher angenommen – gerade für Mütter. Das zeigt eine Langzeitstudie aus Deutschland.

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Endlich Ruhe? Die schlaflosen Nächte können für Eltern dennoch länger andauern als befürchtet. Foto: Santiago Nunez / Photocase

Sie schreien, erkranken, haben Albträume – auf Eltern warten nach der Geburt eines Kindes manchmal Monate unruhigen Schlafs, der jeden Moment unterbrochen werden kann. Doch die schlaflosen Nächte sind nicht vorbei, sobald die Kinder älter sind und durchschlafen, wie jetzt eine Studie der University of Warwick und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt.

Stattdessen halten die Schlafstörungen, die sich durch diese Phase entwickeln können, durchschnittlich bis zu sechs Jahre für Eltern an. Dazu befragten die Forscher*innen zwischen 2008 und 2015 Jahr für Jahr mehr als 2.500 Frauen und fast 2.200 Männer aus Deutschland. Teilnehmende sollten die Qualität und Quantität ihres Schlafs zwischen 0 und 10 Punkten bewerten und angeben, wie viele Stunden Schlaf sie im Durchschnitt bekommen.

Besonders Mütter trifft es hart

Doch die Studie zeigt, dass selbst nach sechs Jahren die Angaben der Eltern zu ihrem Schlaf sich jenen, die vor der Geburt gemacht wurden, zwar nähern, aber nicht angleichen.

„Frauen leiden nach der Geburt eines Kindes in der Regel häufiger an Schlafstörungen als Männer”, stellt Sakari Lemola vom Psychologischen Institut der Universität fest. Da sie etwa stillen, müssen sie häufiger nachts aufstehen. Daher bewerteten gerade Mütter das erste Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes mit 1,7 Punkten besonders schlecht, auch wenn die Punktzahl nach jedem neuen Kind minimal steigt. Im Gegensatz zu der Zeit vor der Schwangerschaft schlafen sie im Schnitt 40 Minuten weniger, in den ersten drei Monaten sogar bis zu einer Stunde – bei Vätern lediglich 13 Minuten.

Doch die Studie zeigt, dass selbst nach sechs Jahren die Angaben der Eltern zu ihrem Schlaf sich denen, die vor der Geburt gemacht wurden, zwar nähern, aber nicht angleichen. Die Langzeitfolgen bedeuten wieder gerade für die Mütter: Selbst vier bis sechs Jahre nach der Geburt des ersten Kindes steigt die Bewertung der Qualität des Schlafs lediglich um einen Punkt. Auch die Quantität leidet nach wie vor: Mütter gaben an, selbst nach Jahren im Durchschnitt 25 Minuten weniger zu schlafen als vor der Geburt.