Offiziell nicht mehr en vogue: San Francisco verbietet den Verkauf von Pelz

Der Verwaltungsrat San Franciscos entschied, dass Echtpelz aus dem Stadtbild verschwinden soll. Tierschützer*innen sprechen von einem historischen Akt.

Darf in Frisco bald nicht mehr am Kleiderbügel in Geschäften hängen: echter Pelz. © Gettyimages

Als bisher größte US-amerikanische Stadt verbietet die kalifornische Metropole San Francisco den Verkauf von Pelzprodukten. Das beschloss der städtische Verwaltungsrat am Dienstag.

Mit Inkrafttreten des Verbots dürfen ab 1. Januar 2019 offiziell keine neuen Pelzprodukte verkauft werden, wie zum Beispiel Mäntel, Schlüsselanhänger oder Handschuhe. Pelzware, die bereits auf Lager ist, darf noch bis zu diesem Zeitpunkt in den Geschäften verkauft werden, wie die US-amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press berichtet. Die Bezirksvorsitzende Katy Tang erklärt in der Zeitschrift Time Out: „Der Verkauf von Pelz-Produkten in San Fransico ist unvereinbar mit der Einstellung der Stadt, alle Lebewesen, Menschen und Tiere, gleich zu behandeln, mit Freundlichkeit. Wir versuchen den Weg zu ebnen, für eine weniger grausame Zukunft der Mode.“

[Außerdem bei ze.tt: Warum auch günstige Mäntel mit echtem Pelz verziert sein können]

Tierschützer*innen weltweit begrüßen die Entscheidung. Wayne Hsiung, Mitgründer des Tierschutznetzwerks Direct Action Everywhere, spricht hoffnungsvoll von einem „historischen Akt, der weltweit eine Welle von Tierschutz-Gesetzen einleiten wird.“

Erwartungsgemäß reagieren Händler*innen eher verhalten auf das Verbot. So erklärt Skip Pas, Geschäftsführer einer Firma, die unter anderem Pelzprodukte verkauft: „Es sollte eine stadtweite, öffentliche Abstimmung sein und nicht vom Verwaltungsrat entschieden werden.“

Knapp 50 Geschäfte vom Pelz-Verbot betroffen

Die Handelskammer San Franciscos geht laut Associated Press davon aus, dass knapp 50 Kleidungs- und Zubehör-Händler von dem Gesetz betroffen sein werden. Obwohl die Kammer den mit Pelzwaren erzielten Umsatz auf jährlich mindestens 40.000.000 Dollar schätzt, geht sie nicht davon aus, dass das Verbot der lokalen Wirtschaft schaden wird.

Der Verkauf von Vintage-Pelzen in Outlets, Secondhandgeschäften oder Leihhäusern ist vom Verbot übrigens nicht betroffen.