#OkBoomer: So wehren sich Millennials gegen den Vorwurf, Weicheier zu sein

Sie gelten als verweichlicht, faul und oberflächlich. Doch jetzt wehren sich Millennials unter dem Hashtag #OkBoomer gegen diese Vorwürfe.

Lange mussten sich Millennials, also alle zwischen den frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren Geborene, viele negative Zuschreibungen gefallen lassen. Sie seien verwöhnt, politisch desinteressiert, zu empfindlich, würden ihre Zeit mit Sinnsuche verschwenden und zu sehr nach Sicherheit lechzen. Weil sie psychisch fragil und nicht resilient seien, werden sie abwertend auch als Generation Snowflake bezeichnet.

Gegen diese Vorwürfe wehren sich Millennials, auch Generation Y genannt, mit Postings in sozialen Netzwerken, die sie mit dem Hasthag #OkBoomer versehen.

Wer ist mit #Okboomer gemeint?

Damit ist die Generation der Babyboomer gemeint – die Generation, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Zeiten steigender Geburtenraten geboren wurde und erst im fortgeschrittenen Lebensalter die ersten Berührungen mit Handys oder dem Internet hatte. Millennials verstehen ihre Postings mit dem #OkBoomer-Hashtag nicht als wütendes Widersprechen oder Zurückschimpfen, sondern vielmehr als Nicht-Reaktion. Mit #OkBoomer begegnen sie den Vorwürfen mit herablassender Gleichgültigkeit. Der Hashtag transportiert die Botschaft: „Ich habe gerade einfach nicht die Zeit oder Kraft, dir zu erklären, warum du unrecht hast.“ Es ist eine allumfassende Abweisung, eine provozierende (und daher kontraproduktive) Deeskalation, ein „Ist schon gut“.

Was steht in den #OkBoomer-Postings?

Ein Artikel von NBC beschreibt es so: Die Postings würden den Höhepunkt von Ärger und Frustration einer Generation von Menschen ausdrücken, deren Anliegen nicht gehört werden. Junge Menschen würden erleben, dass ihre Meinung bei Älteren kaum Beachtung fänden. Mit #OkBoomer antworten Millennials auf jähzornige Tweets von US-Präsident Trump oder schreiben es unter YouTube-Videos, die den menschengemachten Klimawandel leugnen. Damit machen sie auf überholte oder schlicht falsche Ansichten aufmerksam.

Wie reagieren die Boomer?

Die Boomer sind über die Postings nicht erfreut. Anstatt erhaben darüberzustehen, kritisieren sie den neuen Spruch. Sie quittieren das Vorgehen der Millennials als nicht respektvoll und unverschämt, nennen es fanatisch und sogar das „N-Wort der Altersdiskriminierung„. Eine Überreaktion, die den Konflikt zwischen den Generationen noch anheizt. Denn gerade dass sich die Boomer von einer vermeintlich schlichten Aussage so provoziert fühlen, macht den Hashtag so erfolgreich.