Okjökull: Satellitenbilder zeigen den Tod eines Gletschers in Island

700 Jahre wurde der Okjökull alt. Nun ist er von Island als erster Gletscher offiziell für tot erklärt worden. Todesursache: die Klimakrise.

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Vorher – Nachher: Satellitenbilder der Nasa zeigen den langsamen Tod des Okjökull auf Island. Foto: Foto: U.S. Geological Survey / Joshua Stevens / Nasa Earth Observatory

„Wir wissen, was hier passiert ist“, steht auf einer Gedenktafel, die am Sonntag am Fuße des Vulkans Ok im Südwesten Islands aufgestellt wurde. Sie trägt den Titel „Brief an die Zukunft“ und soll an den Tag erinnern, an dem die isländische Regierung den Gletscher des Berges offiziell für tot erklärte. Todesursache: die Klimakrise. Mit 15 Metern Eisdicke ist der Okjökull – Jökull ist isländisch für Gletscher – zu leicht geworden, um sich vorwärts zu schieben. In rund 130 Jahren hat er 35 Meter an Eisdicke verloren.

„Ich habe mich heute von dem Gletscher verabschiedet und habe versprochen, alles in meiner Macht Stehende zu tun, um zu verhindern, dass dies erneut passiert“, sagte Islands Umweltminister Guðmundur Ingi Guðbrandsson während der Abschiedszeremonie, an der rund 100 Menschen teilnahmen. Darunter waren zahlreiche Wissenschaftler*innen und Forscher*innen sowie Islands Regierungschefin Katrín Jakobsdóttir.

Satellitenbilder der Nasa zeigen, wie sich das Eis des Okjökull in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgebildet hat. Nach Angaben der amerikanischen Weltraumbehörde hatte der Gletscher im Jahr 1901 noch eine Fläche von 38 Quadratkilometern. Im Jahr 1978 waren es bereits nur noch drei. Irgendwann rührte sich der Okjökull gar nicht mehr. Die Eismassen waren so weit zurückgegangen, dass der Gletscher aufhörte sich zu bewegen, und ein Gletscher, der nicht mehr massereich genug ist, um zu fließen, wird für tot erklärt.

Der Okjökull am 14. September 1986 …

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Foto: U.S. Geological Survey / Joshua Stevens / Nasa Earth Observatory

… und am 1. August 2019

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Foto: U.S. Geological Survey / Joshua Stevens / Nasa Earth Observatory

Diesen besorgniserregenden Rückgang beschreibt Katrín Jakobsdóttir in der New York Times als ein „weiteres Zeugnis des irreversiblen globalen Klimawandels“. Anfang des Monats hatte der Weltklimarat IPCC in einem Sonderbericht festgestellt, dass der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits bei 1,53 Grad Celsius liegt.

Die Gedenktafel am Fuße des Ok richtet sich daher in ihren letzten Worten auch an nachfolgende Generationen. Es wird erwartet, dass in den nächsten 200 Jahren weitere Gletscher sterben könnten. Die Absender*innen des Briefes wissen aber auch, was zu tun ist, um das zu verhindern. „Wir wissen was getan werden muss. Nur ihr wisst, ob wir es geschafft haben.“

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Islandia colocará una placa en el glaciar Okjökull, el primer glaciar perdido por la crisis climática que se reducido a menos de 1 km2 de hielo y perdió su estatus de glaciar. Es el primero de los 400 glaciares de Islandia que se perderán debido a la crisis climática y se buscar marcar este hito como una sombría advertencia para el futuro. Hace un siglo, el glaciar cubría 15 km2 y medía 50 metros de espesor. "En los próximos 200 años, se espera que todos nuestros glaciares sigan el mismo camino. Este monumento es para reconocer que sabemos lo que está sucediendo y lo que hay que hacer. Sólo tú sabrás si lo hicimos. El memorial está fechado en agosto de 2019 y también incluye las palabras "415 ppm de CO2", en referencia al nivel récord de partes por millón de dióxido de carbono registrado en la atmósfera en mayo de este año. “…Los monumento no son para los muertos, son para los vivos. Queremos subrayar que depende de nosotros responder a la rápida pérdida de los glaciares y los impactos en curso del cambio climático. Para el glaciar Ok ya es demasiado tarde…”. #Islandia #Okjökull #OkGlacier #glaciar #CalentamientoGlobal #Memorial

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