Passagierin bekommt keinen Champagner mehr und zwingt Flugzeug zur Notlandung

Am Samstagabend musste ein Flugzeug der Fluglinie Swiss notlanden, da die Crew einer Passagierin keinen Champagner mehr servierte.

In den achtziger Jahren wurde an Board scheinbar noch uneingeschränkt getrunken. Hier auf dem ersten Flug von Virgin Atlantic Airways.

In den achtziger Jahren wurde an Board scheinbar noch uneingeschränkt getrunken. Hier auf dem ersten Flug von Virgin Atlantic Airways. ©Mike Moore, Hulton Archive

Der Moskau-Zürich-Flug der Airline Swiss musste Samstagabend einen unvorhergesehenen, vierzigminütigen Zwischenstopp auf dem Stuttgarter Flughafen einlegen, da eine Passagierin randalierte. Wie Spiegel Online berichtet,  wollten die Flugbegleiter*innen der bereits stark alkoholisierten Frau keinen Champagner mehr servieren.

Es kommt nicht selten vor, dass Passagier*innen so alkoholisiert sind, dass ihnen das Personal beibringen muss, dass es für sie leider keinen Alkohol mehr gibt. Im besten Fall geben die betroffenen Passagier*innen nach, ohne einen größeren Aufstand zu machen. Häufig auch einfach deshalb, weil es sonst für die bereits abgemahnten Passagier*innen nur noch peinlicher werden würde.

Ein teurer Zwischenstopp

Im Fall der nach Champagner verlangenden Schweizerin und der Crew des Airbus 320 konnte die Vernunft allerdings nicht siegen. Nach Angaben der Polizei, welche die Passagierin nach der Notlandung am Stuttgarter Flughafen in Empfang nahm, war die Frau an Bord handgreiflich geworden und hatte ein Crewmitglied der Businessclass am Handgelenk gepackt. Der Kapitän hatte daraufhin beschlossen, nicht mehr weiter zu fliegen.

Für die Airline verursacht die Notlandung Kosten in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. Ob die Passagierin diese Kosten selbst übernehmen muss, ist noch unklar; die Strafe in Höhe von 5.000 Euro muss sie auf jeden Fall bezahlen.

[Außerdem bei ze.tt: Pilot*innen haben dieses Jahr 222 Abschiebungen aus Deutschland gestoppt]

Notlandungen die wegen medizinischen Notfällen, häufig Herzinfarkten oder Schlaganfällen, vorgenommen werden müssen, müssen übrigens nicht von den betroffenen Passagier*innen selbst übernommen werden. In den meisten Fällen zahlt die Versicherung der jeweiligen Airline die Kosten, die durch eine solche Notlandung entstehen.

Alkoholverbot an Bord?

Um in Zukunft Randale an Bord von Flugzeugen zu vermeiden, könnte man natürlich aufhören Alkohol an Bord zu servieren. Damit wäre allerdings das nostalgische Erlebnis des Fliegens endgültig abgeschafft. Und natürlich wäre es auch nicht im Interesse all jener Airlines, die Geld für den Erwerb von Getränken während des Fluges verlangen.

Die Champagner liebende Passagierin wollte übrigens, nachdem sie die Strafgebühr am Stuttgarter Flughafen bezahlt hatte, tatsächlich wieder ins Flugzeug einsteigen. Der Pilot weigerte sich allerdings sie erneut mitzunehmen. Er wollte vermutlich nicht noch eine Notlandung in Kauf nehmen.