Pisa-Studie 2016: So gut sind deutsche Kinder in Mathe, Lesen und Naturwissenschaften

Alle drei Jahre führt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Pisa-Studie durch, eine vergleichende Prüfung von Schüler*innen der Mitgliedsstaaten. Nach dem Schock vor 15 Jahren heißt es heute: Deutschland belegt den achten Platz und hält sich somit im oberen Mittelfeld.

Büffel, büffel, büffel. Foto: Sean Gallup/Getty Images

Immerhin: Eine Enttäuschung wie bei der ersten Studie des „Programme for International Student Assessment“ (Pisa) 15 Jahren sind die Ergebnisse nicht mehr. Seitdem hatten sich die deutschen Leistungen verbessert. Doch der positive Trend hat mit den aktuellen Tests ein Ende gefunden. Die 10.000 deutschen Schüler*innen erreichten in dem diesjährigen Pisa-Schwerpunktfach Naturwissenschaften nur noch 509 Punkte (2012: 524), in Mathematik 506 (514) und in Lesekompetenz 509 (statt 508).

Die deutschen Pisa-Ergebnisse von 2000 bis 2016


Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, dass der Pisa-Chefkoordinator Andreas Schleicher nun vor einem Erlahmen des Reformeifers warne.

Der Bildungsbericht der Pisa-Studie gilt als „wichtigster Maßstab für die Beurteilung der Qualität, Chancengerechtigkeit und Effizienz von Schulsystemen“. Insgesamt ließen sich rund eine halbe Million Mädchen und Jungen aus 72 Staaten bei der Studie im April und Mai 2015 auf verschiedene Kompetenzen testen.

Die Teilnehmenden absolvieren in zwei Stunden die computergestützten Tests in den Kompetenzen Mathe, Lesen und Naturwissenschaften. Darunter sind Multiple-Choice-Aufgaben sowie Fragen, bei denen die Schüler*innen eigene Antworten formulieren müssen.

Singapur, das schon 2012 Pisa-Spitzenreiter war, erlangte auch dieses Jahr in allen Kategorien die besten Ergebnisse. Andreas Schleicher begründet den Erfolg damit, dass „dort jeder Lehrer etwa 100 Stunden Weiterbildung pro Jahr“ mache. Die für ihre fortschrittlichen Schulsysteme bekannten skandinavischen Länder belegten mit Estland und Finnland Platz drei und vier. Schweden kam nicht unter die letzten Zehn, sondern belegte Platz 12.

Kritik an den Methoden der Pisa-Studie

Und was bedeutet das jetzt für uns? Allzu große Sorgen brauchen wir uns nicht zu machen – unser Bildungssystem sorgt laut den Tests für eine gute Grundausstattung an Kompetenzen. Viele kritisieren die Studie allerdings auch: Denn bei den Analysenwürden kaum die geisteswissenschaftlichen und musisch-künstlerischen Kompetenzen berücksichtigt.

Na – hättest du es gewusst? Hier zwei Beispielaufgaben:

Screenshot: Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFI)
Ein Einblick in die naturwissenschaftlichen Wissensabfrage. Screenshot: Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFI)
Screenshot: Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFI)
Ein Einblick in die naturwissenschaftlichen Wissensabfrage. Screenshot: Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFI)

Hier findest du weitere Aufgaben.